Challenge League
Drei Viertel der Abwehr fallen aus: Greift FCA-Trainer Keller gegen Kriens in die Trickkiste?

Irgendwann wurde die Liste der gelbgefährdeteten Spieler zu lang: Wie schon beim 2:3 in Schaffhausen müssen wichtige Position neu besetzt werden - im Heimspiel gegen Kriens (Dienstag ab 19 Uhr im AZ-Liveticker) trifft es die Verteidigung.

Sebastian Wendel
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Erhält Routinier Elsad Zverotic (Mitte) gegen Kriens das Vertrauen? Oder überrascht FCA-Trainer Stephan Keller mit unerwarteten Lösungen für das Personalproblem in der Abwehr?

Erhält Routinier Elsad Zverotic (Mitte) gegen Kriens das Vertrauen? Oder überrascht FCA-Trainer Stephan Keller mit unerwarteten Lösungen für das Personalproblem in der Abwehr?

Marc Schumacher / freshfocus

Die Liste der Spieler, die bei der nächsten Gelben Karte eine Partie aussetzen müssen, wurde in den vergangenen Wochen länger und länger. Es war eine Frage der Zeit, bis Trainer Stephan Keller zum Rotieren gezwungen wurde. Beim 2:1-Erfolg am vorletzten Spieltag gegen GC traf es mit Olivier Jäckle und Mickael Almeida die ersten zwei - prompt verlor der FC Aarau in Schaffhausen mit 2:3, wobei vor allem Stratege Jäckle an allen Ecken und Enden fehlte.

In Schaffhausen wurden mit Raoul Giger, Bastien Conus und Jérôme Thiesson drei FCA-Profis verwarnt - was bedeutet: Das Trio fehlt im Heimspiel am Dienstagabend gegen den SC Kriens (ab 19 Uhr im AZ-Liveticker). Anders gesagt: Keller muss gegen die Innerschweizer drei Viertel (!) seiner Stammabwehr ersetzen.

Der naheliegende Ersatz für Thiesson im Abwehrzentrum ist Binjamin Hasani. Schon als Thiesson im Dezember für vier Spiele verletzt ausfiel, rückte das 18-jährige Eigengewächs an dessen Stelle und machte seine Sache mehr als ordentlich. Im neuen Jahr kam Hasani bislang zu zwei Einsätzen gegen Wil (1:3) und GC (1:2), ansonsten hatte er gegen die gesetzten Bergsma und Thiesson das Nachsehen.

Spannend zu beobachten wird sein, wie Keller die Aussenposition neu besetzt: Erhält Routinier Elsad Zverotic, der im letzten Halbjahr seiner Karriere nur noch als Notnagel dient, auf der rechten Seite das Vertrauen? Und wer spielt links? Der 17-jährige Flavio Caserta, der zuletzt mehrheitlich in der U18 zum Einsatz kam? Donat Rrudhani, der von Keller in dieser Saison bereits zwei Mal hinten links aufgestellt wurde? Oder feiert der langzeitverletzte Bryan Verboom ein unerwartetes Comeback, ausgerechnet gegen jenen Gegner, gegen den der Belgier am 3. November 2020 letztmals ein Spiel im FCA-Trikot bestritt? Zumindest war Verboom zuletzt wieder im Mannschaftstraining anzutreffen.

Auch eine Überraschungslösung ist denkbar, etwa im Form einer Systemumstellung von Vierer- auf Dreierabwehr. Schliesslich ist Trainer Keller ist für seine Griffe in die Trickkiste bekannt.

Dem SC Kriens hat der FC Aarau zu verdanken, dass er trotz der Niederlage in Schaffhausen noch nicht alle Chancen auf die Barrage verloren hat. Mit welchen Szenarien die Aarauer in den verbleibenden drei Partien die Aufstiegsspiele noch erreichen können, lesen Sie hier. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch schon am Dienstagabend könnte der FCA endgültig aus dem Barragerennen ausscheiden: Dann nämlich, wenn der zweitplatzierte FC Thun gleichzeitig mehr Punkte gegen Schaffhausen holt als Aarau gegen Kriens.

Übrigens: Auch gegen Kriens sind vier Spieler gelbgefährdet und würden bei einer Verwarnung in der darauffolgende Partie in Thun gesperrt ausfallen: Marco Aratore, Liridon Balaj, Donat Rrudhani und Randy Schneider.

Thun - Aarau kein Fernsehspiel mehr

Ursprünglich sollte die Partie im Berner Oberland am kommenden Freitag 14. Mai live im Free-TV auf "Blue zoom" übertragen werden. Der Sender hat nun umdisponiert und wird stattdessen das Spiel zwischen Xamax und GC zeigen. Grund für die Rochade dürfte sein, dass die Zürcher in Neuenburg den Aufstieg in die Super League klarmachen könnten - ein Ereignis, bei dem "Blue zoom" live dabei sein will.