Die Sache ist durch, die AZ weiss: Davide Callà hat dem FC Aarau abgesagt und wird nicht ins Brügglifeld wechseln. Wohin es den 33-Jährigen stattdessen zieht, ist indes noch nicht besiegelt. Er richtet aus, dass er sich äussern werde, wenn eine Entscheidung gefallen sei. Gemäss neuesten Medienberichten ist die Rückkehr nach Winterthur am wahrscheinlichsten. Dorthin also, wo Callà seine Profikarriere lancierte und wo seine Familie und Freunde wohnen.

Zur Rückkehr nach Aarau aber wird es nicht kommen. An den Ort, wo er im Sommer 2013 mit dem Aufstieg in die Super League den «emotionalsten Moment meiner Karriere» erlebte. Ein halbes Jahr später verliess er gegen eine Ablösesumme von 500 000 Franken das Brügglifeld in Richtung Basler St. Jakob-Park, wo mit Meistertiteln und der Champions League die Erfüllung gleich mehrerer Träume lockte. Das konnte Callà nicht ablehnen, bei seiner Vorstellung in Basel aber sagte er: «Ich kann mir vorstellen, irgendwann zum FC Aarau zurückzukehren.»

Das ist vier Jahre her. Vier Jahre, in denen sich der FC Aarau aus dem Oberhaus verabschiedet hat und auf Rang 7 der Challenge-League-Tabelle gesunken ist. Ein Grund für die anhaltende Abwärtsspirale ist das ungelöste Stadionproblem. Aber die Hauptursache ist das Gewurstel der Klubverantwortlichen. Fähige Leute und kritische Geister wurden verjagt oder sind aus freien Stücken geflüchtet. Den Nimbus vom sympathischen Kultklub, bei dem aus wenig Mitteln viel gemacht wird, hat der FC Aarau in der Fussballschweiz längst verloren. Auch wenn man das im Verwaltungsrat weiterhin nicht wahrhaben will.

Davide Calla im FCB-Trikot

Davide Calla im FCB-Trikot

Es fehlen die Argumente, um einen Spieler wie Callà zur Rückkehr zu bewegen. Bei aller Heimatliebe für Winterthur: Wäre er nicht abgeschreckt vom Abwärtstrend, sondern sportlich überzeugt vom FCA und dessen Perspektiven, hätte Callà das Brügglifeld der Schützenwiese, wo primär der olympische Gedanken «dabei sein ist alles» und erst an zweiter Stelle das Leistungsprinzip gelten soll, vorgezogen. Ein Arbeitsweg von einer Stunde ist überschaubar und finanziell hat Aarau bestimmt das bessere Angebot gemacht als das chronisch klamme Winterthur. Doch weder das Geld noch die Freundschaft zu FCA-Sportchef Sandro Burki, der den Scherbenhaufen der Vergangenheit zusammenzuflicken versucht, konnten ihn anscheinend überzeugen.

Unter dem Strich hat ein Spieler, um den sich der FC Aarau bemühte, abgesagt. An und für sich ein unspektakulärer Vorgang. Den Verantwortlichen des FC Aarau aber muss Callàs Entscheidung gegen sie und für Winterthur zu denken geben. Es gilt die Kröte zu schlucken und dafür zu sorgen, dass sich Callà beim nächsten Mal für Aarau entscheiden würde.