Luca Ladner, Captain der ersten Mannschaft, bringt das Standing der Esp-Legende Patrick Abatangelo beim FC Baden lachend auf den Punkt: «Budi (Abatangelos Spitzname, d. Red.) hat zu seinem Einstand noch keine Runde ausgegeben, zu seinem Geburtstag hat er keinen Kuchen vorbeigebracht – und trotzdem ist er ein geiler Typ.» Für Abatangelo ist indes klar: «Das wird möglichst bald und zum passenden Zeitpunkt nachgeholt. Ich bin ja kein Geizkragen», schmunzelt er.

In acht Jahren hat Abatangelo mehr als 200 Spiele für den FC Baden absolviert. Fast schon philosophisch blickt «Budi» auf sein letztes Pflichtspiel für seinen Herzensklub, am 24. November 2007, zurück: «Ich habe immer gesagt: das letzte Spiel ist jenes, das einem nach der Karriere in Erinnerung bleibt. Wir haben damals gegen GC U21 gewonnen, ich habe zu null gespielt und das Team hat das Jahr auf dem 1. Platz beendet – so war es für mich persönlich ein gelungener Abschluss meiner Karriere».

Das legendäre Derby

Unvergessen ist für Abatangelo, der in der Badener Challenge-League-Abstiegssaison verletzt war und somit in seiner Karriere nie abgestiegen ist («darauf bin ich stolz») die Saison 04/05. «Nach der Hinrunde waren wir mit gerade mal vier Punkten abgeschlagen am Tabellenende. Trotzdem ist uns – entgegen aller Erwartungen – im letzten Spiel zu Hause gegen Wohlen der Klassenerhalt geglückt», erinnert sich die Badener Kultfigur mit einem funkeln in den Augen an den 28. Mai 2005 zurück. «Wir haben gefeiert, als wären wir aufgestiegen.»

Seit der aktuellen Saison ist Abatangelo als Torwarttrainer zurück in Baden, nachdem er eine Saison beim FC Wettingen und drei Jahre beim FC Aarau (damals noch Challenge League) die Torhüter trainiert hat. Der Sportmarketing-Manager erzählt: «Als ich mit der Schweizer Nationalmannschaft im WM-Camp war, erhielt ich einen Anruf von Gabor Gerstenmaier (Baden-Trainer, d. Red.). Obwohl ich eine Nacht darüber schlafen wollte, war für mich schnell klar, dass ich zusagen werde. Schliesslich ist Baden für mich eine Herzensangelegenheit.»

Neue Funktion – alte Leidenschaft

Vom ersten Moment an wurde der verlorene Sohn mit offenen Armen empfangen. «Es ist schön, dass mich all diese treuen Leute rund um den FC Baden nicht vergessen haben», sagt der ehemalige Super-League-Goalie des FCZ und Lugano mit einem Lächeln. In seiner neuen Funktion lebt der Vollblut-Torwart die Tugenden vor, die ihn zum Badener Publikumsliebling gemacht haben. «Ich bin ein sehr kommunikativer und fordernder Goalietrainer. Ausserdem lebe ich die Leidenschaft vor, die ich auch von meinen Torhütern erwarte.»

Grosses Potential

Vom aktuellen Baden-Schlussmann Predrag Pribanovic verspricht sich Abatangelo viel. «Pribanovic konnte in unserer gemeinsamen Zeit bei Aarau bereits Challenge-League-Luft schnuppern. Er weiss, was es braucht und muss auch den Anspruch haben, ein bis zwei Ligen höher zu spielen», sagt der 41-Jährige.

Mit Abatangelo als Trainer liegt es alleine an Pribanovic, diesen Anspruch in die Tat umzusetzen. Oder um es in «Budis» Worten auszudrücken: «Du musst unter der Woche immer so trainieren, dass du am Wochenende in den entscheidenden Momenten das maximale Potenzial abrufen kannst. Die Zufriedenheit der Mitspieler, der Applaus des Publikums, die Anerkennung der Fachleute – das ist im Spiel der Lohn für die Arbeit im Training. Und ein grosses Gefühl für dich selber.»