«Eidgenosse» Pascal Gurtner und Roman Zurfluh haben ihren Anteil am guten Saisonverlauf. Schwinger im Freiämter Team sind eine Tradition. In früheren Jahren standen schon die «Eidgenossen» Urs Bürgler, Matthäus Huber und Christian Oesch auf der Matte.

«In unserem Team haben die Schwinger eine grosse Bedeutung, aber sie sind auch etwas Spezielles», sagt Trainer Adi Bucher. Er spricht damit die lange Saison an. «Da müssen wir Ringer Rücksicht nehmen.»

Harziger Beginn

Roman Zurfluh bekundete nach der langen Schwingersaison Mühe mit dem Wechsel ins Ringertrikot. Der 22-jährige Oberfreiämter gewann im Sägemehl drei Kränze und qualifizierte sich für den Unspunnen-Schwinget.

Im Juli musste sich der Turnerschwinger einem operativen Eingriff am Knie unterziehen. Trotzdem erreichte Zurfluh in Interlaken dank zweier gewonnener Gänge den Ausstich.

An den Eidgenössischen Nationalturntagen in Eschenbach LU belegte er gar einen Spitzenplatz.

«Der Druck fehlte»

Wenig erstaunlich, dass der Greco-Spezialist anschliessend im olympischen Zweikampf Mühe bekundete. «Nach Unspunnen wich die Spannung, der Druck fehlte.» Nebst zwei Pflichtsiegen gabs in den ersten acht Kämpfen teilweise bittere Niederlagen.

Im ersten Halbfinal gegen Willisau trumpfte der Enkel der legendären Schwingergebrüder Adi, Josef und Theo Zurfluh aber auf und schlug den Bulgaren Delian Alishahi 7:3. «Es geht wieder aufwärts», resümiert Zurfluh, der seine internationale Karriere als Ringer infolge einer Knieverletzung im Juniorenalter beendete. In Zukunft will der gelernte Kaufmann parallel beide Sportarten betreiben.

Gurtners Doppelkampf

Schwierig ist auch der Matteneinsatz für «Eidgenosse» Pascal Gurtner. Der 29-jährige Schaffhauser in Aargauer Diensten beendete seine Schwingerkarriere nach einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren. Als Ringer kämpft er zur Freude der Freiämter weiter.

Weil er ein Normalgewicht von deutlich über 100 kg aufweist, muss er für die 97er-Freistilklasse abhungern. Deshalb liegt ihm die Rückrunde mit Einsätzen bis 130 kg Freistil besser. In 11 Kämpfen siegte er 7 Mal und lieferte 21:18 Mannschaftspunkte ab.

Obwohl «Gurli», wie ihn die Freiämter rufen, als Geschäftsführer eines Bauunternehmens stark belastet ist, bleibt er als Mattenkämpfer vorläufig dabei.

Medaille absichern

Nach der 14:21-Niederlage in Willisau ist der Finalzug so gut wie abgefahren. Heute Samstag gehts in Muri im Halbfinal-Rückkampf mit einem Heimsieg um die Ehrrettung.

«Sieben Punkte Rückstand sind eine hohe Hürde, aber nicht unerreichbar», klammert sich Trainer Bucher an einen Funken Hoffnung. Andernfalls will sich die Ringerstaffel Freiamt gegen Einsiedeln im kleinen Final Bronze sichern.

Weil auch die beiden Schwinger im Team bleiben, lebt der Finaltraum für nächste Saison weiter. Bucher hofft sogar, dass er in den nächsten Jahren neue «böse» Schwinger im Freiämter Team integrieren kann.