NLA - Ringen
Bucher möchte neue «Böse» Schwinger auf der Ringermatte integrieren

Die Freiämter Ringer kämpfen auch in diesem Jahr um eine Medaille in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. Sie sind das einzige Halbfinalteam mit zwei Schwingern in den obersten Gewichtsklassen.

Wolfgang Rytz
Merken
Drucken
Teilen
Der Trainer der Ringerstaffel Freiamt, Adi Bucher (links), will in der Mannschaftsmeisterschaft weiterhin auf Schwinger wie Roman Zurfluh setzen.

Der Trainer der Ringerstaffel Freiamt, Adi Bucher (links), will in der Mannschaftsmeisterschaft weiterhin auf Schwinger wie Roman Zurfluh setzen.

Wolfgang Rytz

«Eidgenosse» Pascal Gurtner und Roman Zurfluh haben ihren Anteil am guten Saisonverlauf. Schwinger im Freiämter Team sind eine Tradition. In früheren Jahren standen schon die «Eidgenossen» Urs Bürgler, Matthäus Huber und Christian Oesch auf der Matte.

«In unserem Team haben die Schwinger eine grosse Bedeutung, aber sie sind auch etwas Spezielles», sagt Trainer Adi Bucher. Er spricht damit die lange Saison an. «Da müssen wir Ringer Rücksicht nehmen.»

Harziger Beginn

Roman Zurfluh bekundete nach der langen Schwingersaison Mühe mit dem Wechsel ins Ringertrikot. Der 22-jährige Oberfreiämter gewann im Sägemehl drei Kränze und qualifizierte sich für den Unspunnen-Schwinget.

Im Juli musste sich der Turnerschwinger einem operativen Eingriff am Knie unterziehen. Trotzdem erreichte Zurfluh in Interlaken dank zweier gewonnener Gänge den Ausstich.

An den Eidgenössischen Nationalturntagen in Eschenbach LU belegte er gar einen Spitzenplatz.

«Der Druck fehlte»

Wenig erstaunlich, dass der Greco-Spezialist anschliessend im olympischen Zweikampf Mühe bekundete. «Nach Unspunnen wich die Spannung, der Druck fehlte.» Nebst zwei Pflichtsiegen gabs in den ersten acht Kämpfen teilweise bittere Niederlagen.

Im ersten Halbfinal gegen Willisau trumpfte der Enkel der legendären Schwingergebrüder Adi, Josef und Theo Zurfluh aber auf und schlug den Bulgaren Delian Alishahi 7:3. «Es geht wieder aufwärts», resümiert Zurfluh, der seine internationale Karriere als Ringer infolge einer Knieverletzung im Juniorenalter beendete. In Zukunft will der gelernte Kaufmann parallel beide Sportarten betreiben.

Gurtners Doppelkampf

Schwierig ist auch der Matteneinsatz für «Eidgenosse» Pascal Gurtner. Der 29-jährige Schaffhauser in Aargauer Diensten beendete seine Schwingerkarriere nach einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren. Als Ringer kämpft er zur Freude der Freiämter weiter.

Christian Huwiler (Freiamt) am Boden, David Hungerbühler (Kriessern) fordert die Punkte ein, aber die Richter entschieden, dass die Zeit abgelaufen war.
10 Bilder
Roman Zurfluh (Freiamt) liess sich durch Philipp Hutter (Kriessern) aus dem Gleichgewicht bringen.
Randy Vock (Freiamt) freut sich über seinen Sieg.
Michael Bucher (Freiamt) freut sich über den Erfolg gegen Marc Dietsche (Kriessern).
Christian Huwiler (Freiamt) verlor gegen David Hungerbühler (Kriessern).
Entsetzen bei Christian Huwiler (Freiamt) nach seiner Niederlage.
Michel Bucher (Freiamt) gewinnt gegen Marc Dietsche Kriessern.
Die Halle tobt, aber Andrey Maltsev (Freiamt) ist zu erschöpft als dass er nach seinem Sieg gegen den enttäuschten Damian Dietsche (Kriessern) jubeln könnte.
Der Freiämter Pascal Gurtner ist zerstört am Boden, Sandro Moser vom RS Kriessern hat gewonnen.
Christian Huwiler (Freiamt) begann gegen David Hungerbühler (Kriessern) gut, aber er verlor am Ende klar.

Christian Huwiler (Freiamt) am Boden, David Hungerbühler (Kriessern) fordert die Punkte ein, aber die Richter entschieden, dass die Zeit abgelaufen war.

Hans Peter Schläfli

Weil er ein Normalgewicht von deutlich über 100 kg aufweist, muss er für die 97er-Freistilklasse abhungern. Deshalb liegt ihm die Rückrunde mit Einsätzen bis 130 kg Freistil besser. In 11 Kämpfen siegte er 7 Mal und lieferte 21:18 Mannschaftspunkte ab.

Obwohl «Gurli», wie ihn die Freiämter rufen, als Geschäftsführer eines Bauunternehmens stark belastet ist, bleibt er als Mattenkämpfer vorläufig dabei.

Medaille absichern

Nach der 14:21-Niederlage in Willisau ist der Finalzug so gut wie abgefahren. Heute Samstag gehts in Muri im Halbfinal-Rückkampf mit einem Heimsieg um die Ehrrettung.

«Sieben Punkte Rückstand sind eine hohe Hürde, aber nicht unerreichbar», klammert sich Trainer Bucher an einen Funken Hoffnung. Andernfalls will sich die Ringerstaffel Freiamt gegen Einsiedeln im kleinen Final Bronze sichern.

Weil auch die beiden Schwinger im Team bleiben, lebt der Finaltraum für nächste Saison weiter. Bucher hofft sogar, dass er in den nächsten Jahren neue «böse» Schwinger im Freiämter Team integrieren kann.