FC Aarau
Bruchlandung: Der FC Aarau blamiert sich beim 2:4 gegen das bisherige Schlusslicht Chiasso

In der vierten Runde der Challenge League strauchelt der FC Aarau auswärts gegen FC Chiasso. Nach der bitteren Niederlage gegen GC muss sich das Team von Patrick Rahmen trotz zwischenzeitlicher Führung zum zweiten Mal in Folge geschlagen geben und verliert gegen das bisherige Schlusslicht 2:4.

Ruedi Kuhn
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FC Chiasso - FC Aarau (08.08.2019)
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Elsad Zverotic (r.) verliert den Ball im Duell gegen Gonzalo Gamarra: Das Spiel wird immer mehr zur Stolperpartie für den FCA.
Patrick Rahmen ist nicht zufrieden, statt den Anschlusstreffer zu erzielen, kassiert seine Mannschaft das vierte Tor der Partie.
Neuer Impulsgeber: Nach dem 2:3 wird Yvan Alounga eingewechselt - schafft er nun die Kehrtwende zugunsten des FCA?
Das 2:3 fällt: Wütend kickt Marco Thaler (r.) den Ball weg, auch Goalie-Youngster Nicholas Ammeter weiss sich nicht mehr zu helfen.
Quasi im Alleingang vernascht der brilliante Sofian Bahloul (M.) die Abwehr, lässt hier Markus Neumayr (r.) alt aussehen.
Kreshnik Hajrizi (l.) kämpft mit Elsad Zverotic um den Ball: Der Kampf hat sich gelohnt, dank Eigentor von Giuseppe Leo gleicht Chiasso zum 2:2 aus.
Doch auch der FC Chiasso kann sich durchsetzten: Karim Rossi (r.) im Höhenduell gegen Marco Thaler, kurz vor der Pause fällt das 1:2.
Offenbar Fans der Symmetrie: Kreshnik Hajrizi (l.) und Petar Misic.
Es wird noch besser: Von Patrick Rossini (l.) bedient, gelingt auch Marco Schneuwly (r.) der lange ersehnte Treffer. Nach wenigen Spielminuten führt der FC Aarau mit 2:0.
Marco Schneuwly (l.) jubelt, Torhüter Alessandro Guarnone ist scheinbar schon bedient.
Der Tessiner sorgt für den ersten Treffer des Tages: Nach vier Minuten erzielt Patrick Rossini das 1:0 - doch nicht wie erwartet für die Hausherren.
Früh gerät das aktuelle Schlusslicht Chiasso in den Rückstand.
Noch muss sich Petar Misic (r.) Kreshnik Hajrizi geschlagen geben.
Er konnte im letzten Gastspiel in Chiasso jubeln - doch trifft Petar Misic auch heute wieder?

FC Chiasso - FC Aarau (08.08.2019)

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Was für eine bizarre Partie! Was für ein bizarrer Spielverlauf! Was für eine bizarre Torfolge! Was für ein bizarres Ende! Der FC Aarau führt nach gut einer halben Stunde gegen Chiasso dank Toren von Patrick Rossini und Marco Schneuwly 2:0 und biegt auf die Siegesstrasse ein. Der Mist scheint geführt.

Umso mehr, als dass die Tessiner in den bisherigen drei Spielen dieser Saison nicht nur keinen Punkt geholt, sondern auch kein einziges Tor erzielt haben. Was soll da aus Sicht des FC Aarau noch schiefgehen? Alles klar also? Nein! Statt einen Sieg im Schongang zu schaffen, gibts schliesslich eine Bruchlandung. Mehr noch. Das Spiel in Chiasso wird aus Aarauer Sicht zu einem Horrorerlebnis.

Nach dem Anschlusstreffer der Tessiner kurz vor der Pause brechen in der zweiten Halbzeit alle Dämme. Die sehr gut gezählten 550 Zuschauer im Stadio Riva IV trauen ihren Augen nicht. Chiassos Sofian Bahloul wird zum Matchwinner für den Aussenseiter. Der Flügelstürmer sorgt innert 20 Minuten für die Wende. Zuerst trifft er mit einem Sonntagsschuss von der Strafraumgrenze (38.). Dann provoziert er nach einem Energieanfall und einem Schuss aus kurzer Distanz ein Eigentor von Giuseppe Leo.

Sofian Bahloul reisst den FC Aarau aus allen Träumen

Und beim dritten Treffer vernascht Bahloul Leo ein zweites Mal und bringt Chiasso 3:2 in Führung. Als Rodrigo Pollero eine gute Viertelstunde vor Schluss der vierte Treffer für die Tessiner gelingt, ist der FC Aarau geschlagen. Am Ende gewinnt Chiasso 4:2! Und der FC Aarau steht mit abgesägten Hosen da.

Dabei hatte für die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen alles so vielversprechend begonnen: Petar Misic lancierte nach vier Minuten Marco Schneuwly mit einem Pass in die Tiefe. Schneuwly leitete den Ball zu Patrick Rossini weiter, der mit einem Flachschuss aus acht Metern zum 1:0 für die Aarauer traf. Und als Schneuwly nach 32 Minuten nach Vorarbeit von Misic und Rossini mit einem Lobball der kuriosen Sorte zum 2:0 trifft, liegen für den Favoriten die drei Punkte auf dem silbernen Tablett.

Und dann kommt Sofian Bahloul und reisst den FC Aarau aus allen Träumen. Wie ist das möglich? Wie konnte die Mannschaft den vermeintlich beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung aus den Händen geben? Hat man sich nach dem 2:0 zu sicher gefühlt? «Besser, ich verliere nicht zu viele Worte, bevor ich noch etwas Unüberlegtes sage», sagte der sichtlich verärgerte FCA-Trainer Rahmen unmittelbar nach dem Schlusspfiff. «Wir verspielen hier auf unerklärliche Art und Weise eine hervorragende Ausgangslage. Ich muss mir das Ganze nochmals in Ruhe anschauen und werde dann klare Worte an die Mannschaft richten.»

Unvermögen, Nonchalance, Überheblichkeit

Mal schauen, was Rahmen seinem Team nach dem peinlichen 2:4 gegen Chiasso mit auf den Weg gibt. Eines ist nach der vierten Meisterschaftsrunde klar: Der FC Aarau hat sich gegen den Abstiegskandidaten Nummer eins aus der Südschweiz so richtig blamiert.

Sechs Tage nach der unglücklichen 1:2-Heimniederlage gegen den Aufstiegsfavoriten GC ist das Team brutal auf dem Boden der Realität angekommen. Diesmal konnte man die Schuld an der Niederlage nicht dem Schiedsrichter in die Schuhe schieben.

Diesmal führten Unvermögen, Nonchalance, Überheblichkeit, ja teilweise sogar Arroganz zum unnötigen Verlust der drei Punkte. Die Pleite ist umso ärgerlicher, als dass der FC Aarau gegen eine Mannschaft verloren hat, die nach drei Spielen der Saison schon am Abgrund stand – und von den Aarauern wieder ins Leben geholt wurde.

Telegramm

FC Chiasso – FC Aarau 4:2 (1:2)

Comunale Riva IV. – 550 Zuschauer. – SR: Turkes. – Tore: 4. Rossini (Schneuwly) 0:1. 33. Schneuwly 0:2. 38. Bahloul 1:2. 50. Eigentor Leo 2:2. 57. Bahloul 3:2. 73. Pollero 4:2.

Chiasso: Guarnone; Dixon, Lurati, Martignoni, Gamarra; Hajrizi; Bahloul, Huser, Wolf (83. Gomes), Cyzas (61. Pollero); Rossi (67. Epitaux).

Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Thaler (71. Jäckle), Mehidic; Pepsi, Zverotic; Schneuwly (67. Alounga), Neumayr, Misic (74. Balaj); Rossini (74. Maierhofer).

Bemerkungen: Aarau ohne Corradi, Peralta, Schindelholz, Spadanuda, Thiesson (alle verletzt) und von Arx (nicht im Aufgebot). Chiasso ohne Almeida, Doldur, Hadzi, Iberdemaj, Malinowski, Padula (alle verletzt), Charlier und El Hilali (beide nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 20. Kreshnik, 24. Leo, 26. Gamarra, 54. Lurati, 79. Jäckle (alle Foulspiel), 84. Guarnone, 95. Alounga, 95. Epitaux (alle Unsportlichkeit).

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