Duathlon
Bronze-Gewinner musste während dem Lauf aufs Klo

Joerie Vansteelant holt de Weltmeistertitel im Duathlon und unterbietet seinen Streckenrekord in Zofingen.

Melanie Gamma
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Andy Sutz versuchte das Radtempo des Führenden mitzugehen und zog dabei andere Topathleten mit. ran

Andy Sutz versuchte das Radtempo des Führenden mitzugehen und zog dabei andere Topathleten mit. ran

Zofinger Tagblatt

Wie fühlt es sich an, wenn man soeben Weltmeister über die Duathlon-Langdistanz geworden ist? Joerie Vansteelants Antwort war knapp und kurz, für mehr hatte der Belgier vorerst keinen Atem mehr: «Uff», presste er hervor und setzte sich erschöpft auf eine Bank, von der er sich nach den Interviews kaum noch erheben konnte. Der 29-Jährige hatte den gemeinhin als härtestes Rennen der Welt umschriebenen Powerman Zofingen in 6 Stunden, 7 Minuten und 15 Sekunden beendet. Er setzte sich dabei gegen insgesamt 351 Gestartete durch. Und er verbesserte seinen eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2009 um gut vier Minuten.

Doch Joerie Vansteelant hatte bei diesem horrenden Tempo über 10 km Laufen, 150 km Radfahren und 30 km Laufen enorm gelitten. «Auf der zweiten Laufstrecke spürte ich, wie meine Kräfte schwanden. Ich dachte sogar zwischendurch, ich müsste aufgeben», berichtete der neue Weltmeister im Ziel. Grund für seinen Beinahe-Einbruch war seine Tempoforcierung auf dem Rad. «Ich fühlte mich gut, die Strasse war trocken, also riskierte ich viel – fast zu viel», sagte der Routinier.

Vorjahressieger musste sich klar geschlagen geben

Letztlich konnte dem neuen Langdistanz-Weltmeister keiner das Wasser reichen. Auch Vorjahressieger Andy Sutz musste sich mit 11 Minuten Rückstand klar geschlagen geben. Zwar hatte der Kurzdistanz-Duathlon-Europameister von 2008 auf dem Rad noch versucht, am Belgier dranzubleiben und dabei seine persönliche Velorekordzeit aus dem Vorjahr um eine Minute unterboten. «Dafür bezahlte ich aber später», musste Sutz zugeben, der sich auf der abschliessenden Laufstrecke ein Duell mit Thibaut Humbert lieferte. Auf einmal lag er eine halbe Minute hinter dem Franzosen zurück. Was war passiert? «Ich musste zu einem blöden Zeitpunkt mal kurz für kleine Jungs», erklärt Sutz, der mit Bronze als bester Schweizer dennoch zufrieden war.

«Das Lachen bringe ich wahrscheinlich den ganzen Abend nicht mehr aus meinem Gesicht», freute sich der Zofinger Lukas Baumann, nachdem er mit einer Zeit von 6:54:26 als Zwanzigster ins Ziel gelaufen war. Praktisch das ganze Jahr hatte sich der 32-Jährige mit gesundheitlichen Problemen herumschlagen müssen und ging deshalb gestern mit gemischten Gefühlen ins Rennen.

Vor dem abschliessenden 30-km-Lauf lag sein jüngerer Bruder Jonas noch vor ihm. Doch dann verlor dieser immer mehr an Boden und gab schliesslich – als weiteres Kapitel einer schwierigen Saison – auf der letzten 15-km-Schlaufe auf.

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