Pferderennen
Brillanter Onic Dream holt die Krone

Im ultimativen Sulkygipfel um die mit 40 000 Franken dotierte 63. Meisterschaft der Traber gab es nach vier Jahren erstmals keinen Sieg für die Lokalmatadoren. 5000 Zuschauer verfolgten die verregneten Rennen.

Ernst P. Weiersmüller
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Marc Andre Bovay (rechts) jubelt über seinen Sieg beim GP Turf Club Aarau mit Onic Dream

Marc Andre Bovay (rechts) jubelt über seinen Sieg beim GP Turf Club Aarau mit Onic Dream

Alexander Wagner

Im ultimativen Sulkygipfel um die mit 40 000 Franken dotierte 63. Meisterschaft der Traber gab es nach vier Jahren erstmals keinen Sieg für die Lokalmatadoren. Von Trainer, Driver und Besitzer Marc-André Bovay unterwegs schonend hinter Schrittmacher Junior du Rib gehalten, liess der neunjährige Fuchs Onic Dream im heissen Finale nichts anbrennen. Er holte für seinen grossartigen Driver den zweiten Meisterschaftsgewinn.

5000 Besucher genossen einen sportlichen Bilderbuchrenntag, der aber mit etlichen Niederschlägen das Geläuf auf der Schachenrennbahn am Ende arg ramponierte. In Anbetracht der Umstände hielt sich die Spiellust der Turfisten in Grenzen. Am Totalisator wurde mit 72 267 Franken Umsatz das letztjährige Ergebnis (98 641) klar unterschritten.

Kampf um Spitzenposition

Die meiste und fiebrigste Spannung herrschte natürlich vor dem Sulkygipfel des Jahres, in dem mit Nucléar (Adrian Burger) ein zuletzt vierfacher Seriensieger in der Rolle des Topfavoriten stand. Dies trotz der Anwesenheit von Titelverteidiger und Gewinner 2008 Junior du Rib und dem grossen Napoléon de Bussy, der 2007 und 2009 die Meisterschaft gewann. Obwohl die genannten Aargauer Lokalmatadoren nach Papierform alles im Griff zu haben schienen, hiess es einmal mehr: «Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt».

Nachdem die zehn erstklassigen Sulkypferde vom Auto auf die 2500 Meter lange Meisterreise geschickt wurden, entbrannte sofort ein Kampf auf Biegen und Brechen um die Spitzenposition. Der unermüdliche, ewig junge Senior Junior du Rib, der mit der Startnummer sechs keine schlechte Position besass, führte das prestigeträchtigste Trabrennen vor den ihn aussen begleitenden Nucléar und Prince du Onic Dream in zweiter Reihe an den Rails an. Und so sehr sich die Konkurrenz auch abmühte, an Junior mit Trainer Jean-Bernard Matthey an den Leinen führte bis zum Finale kein Weg vorbei.

Im Schlussbogen versammelte sich sodann die Crème de la Crème und bald zeigte sich, dass Onic Dream dank seinem meisterhaften Driver und der guten Startnummer fünf zuvor am wenigsten «Pulver verschossen» hatte. Zweiter wurde Nucléar vor Owens d’Em, Napoléon de Bussy und Junior du Rib.

«Idealer Rennverlauf»

«Ich hatte einen idealen Rennverlauf und profitierte von den Schrittmacherdiensten von Junior du Rib. Dieser legte eine ideale Pace vor, und als ich im Einlauf im Schönenwerderbogen innen durchschlüpfen konnte, hatte ich unterwegs wohl keinen Meter Weg verschenkt. Dies ist ein ganz spezieller Sieg, schliesslich habe ich Onic Dream, der in seiner Jugend nicht immer ein einfacher Bursche war, kontinuierlich zum nun 37-fachen Sieger aufgebaut und auch meinen ehemaligen Schützling Napoléon geschlagen, mit dem ich als Trainer zweimal den Titel holte», meinte der sympathische Waadtländer Bovay, mit nassen Augen, wobei sich die Frage stellte, ob die Freude oder der Regen dafür verantwortlich war.

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