Pferdesport

Brillante Saison für die Aargauer Geschwister Schneider

Sieger Napoleon de Bussy mit Barbara Schneider mit grossem Vorsprung.

Sieger Napoleon de Bussy mit Barbara Schneider mit grossem Vorsprung.

Seit rund drei Jahrzehnten sind Barbara und ihr Lucky genannter Bruder Erhard Schneider mit Erfolg im Trabrennsport aktiv. So gut wie in der Saison 2012 lief es den beiden aber noch nie.

Barbara verteidigte ihren vor einem Jahr erstmals errungenen Titel als Amateur-Championne souverän. Hatte sie vor einem Jahr zehn Rennen gewonnen, gelangen ihr diesmal sogar 13 Siege. Lucky Schneider belegt mit sechs Volltreffern bei nur 18 Fahrten den ausgezeichneten vierten Rang in der Schweizer Jahreswertung.

Weltmeister zum Vater

Dass die Geschwister Schneider einen schönen Teil ihrer Freizeit im Sulky verbringen, ist alles andere als Zufall, stammen sie doch aus einer Schöftler Familie, die seit Generationen vom Rennsport-Virus infiziert ist. Vater Erhard Schneider senior gehörte während Jahrzehnten zu den dominierenden Erscheinungen auf den Schweizer Rennplätzen. 1976 wurde er in Paris gar Weltmeister der Amateurfahrer.

Als Barbara und Lucky im Teenageralter genügend Kraft in den Armen hatten, um ein Pferd zu halten, begannen sie mit dem Training. Als Lehrmeister diente der routinierte Wallach Enderling. Barbara war 15 Jahre alt, als sie 1980 die Prüfung für die Rennlizenz bestand, Lucky folgte ein paar Jahre später.

Erfolgreichster Inländer aller Zeiten

Barbara Schneiders Karriere ist untrennbar mit Napoléon de Bussy verbunden. Rund einen Drittel ihrer insgesamt siebzig Siege als Fahrerin erzielte sie mit «Napo». Der erste Volltreffer gelang dem Duo am 14. Mai 2006, als es auf dem Schachen den Preis der Aargauer Zeitung für sich entschied. In der Folge kamen über zwanzig weitere Siege dazu, darunter auch zweimal die Meisterschaft der Traber und einige Erfolge in Frankreich, bei denen allerdings ein französischer Profi im Sulky sass. Der von Jacqueline Chollet im Neuenburgischen gezüchtete Hengst avancierte zum gewinnreichsten Inländer aller Zeiten.

Für die Nachfolge hat Barbara Schneider frühzeitig gesorgt. Obwohl Ulycia de Bussy erst vier Jahre alt ist, hat die Halbschwester von «Napo» bereits dreizehn Rennen gewonnen. Mit einer Gewinnsumme von rund 50 000 Franken war sie 2012 die Top-Verdienerin unter den hiesigen Trabern. Noch im «Kindergartenalter» ist der Jüngste im Stall, ein in diesem Frühling geborener Halbbruder von Napoléon und Ulycia de Bussy.

Zwei, die sich gefunden haben

Als Lucky Schneider 2007 bei einer Frankreichreise Orélius Gentil erstmals gegenüberstand, war es Liebe auf den ersten Blick. Obwohl der Leistungsausweis des damals fünfjährigen Wallachs - in 30 Rennen 20-mal disqualifiziert - «haarsträubend» aussah, erwarb er ihn. Die Kombination der beiden erwies sich als Glücksfall. Der Zofinger Bezirksschullehrer nahm Orélius Gentil so wie er war, versuchte nicht, ihn in ein menschliches Schema zu pressen. Und der Wallach dankte es ihm mit immer besseren Leistungen. 2012 gelangen dem früher so fehleranfälligen Traber bei 18 Starts sechs Siege und elf Platzierungen. Und ein Ende ist nicht abzusehen: «Orélius Gentil platzt fast vor Energie und Rennlust. Auch im Training muss es immer vorwärts gehen. Beim Einladen vor dem Rennen ist er der Erste, der in den Transporter will.»

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