Breakdance
Beste Breakdancerin der Schweiz kommt aus dem Aargau: Olivia Rufer vertritt die Schweiz beim World Final

Die Breakdancerin Olivia Rufer aus Muri hat den Schweizer-Breakdance-Final gewonnen und darf nun in Polen um den Welttitel tanzen.

Olivia Schoch
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Olivia Rufer aka. Leaf aus Muri ist die beste Schweizer Breakdancerin.

Olivia Rufer aka. Leaf aus Muri ist die beste Schweizer Breakdancerin.

Red Bull

600 Besucher und jede Menge Livestream-Zuschauer waren Zeuge: Die 4 B-Girls und 16 B-Boys haben das Bierhübeli Bern mit Spins, Freezes und Footwork zum Kochen gebracht. Angeheizt von Hip-Hop-Beats, dem tobenden Publikum und ihren Kontrahenten pushten und schraubten sie sich gegenseitig durch die 1-on-1 Breaking Battles hoch – bis zur Krönung.

Von der jubelnden Menge davontragen liessen sich am Schluss die selbstbewussten Sieger B-Girl Leaf (Olivia Rufer aus Muri) und B-Boy Deijva mit der Trophäe in der Hand. Denn es ging um viel: Sie haben sich damit die Reise ans World Final in Gdańsk (Polen) gegen knapp 100 Teilnehmende in der Schweiz erkämpft.

«Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, hier zu gewinnen. Ich habe mich noch nie so stark mental auf einen Contest vorbereitet. Mit dem heutigen Sieg habe ich mein Ziel erreicht und werde im World Final mein Bestes geben», verspricht die 26-jährige Olivia Rufer von der Crew Soul Rebels im Siegesrausch. Sie hat ihre 33-jährige Thuner Kontrahentin Jazzy Jes im packenden Finale ausgetanzt, nachdem sie bereits in Solothurn die Qualifikation gewonnen hatte.

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B-Boy Deijva aus Embrach (ZH) von der Crew Flowdue/ Ghost Rockz stand im Finale dem erfahrenen Haku aus Aigle gegenüber, welcher 2012 und 2013 das Schweizer Finale gewonnen hat – und übertrumpfte ihn überraschend: «Ich habe nicht mit dieser Trophäe gerechnet und bin sehr glücklich darüber. Ich habe mich nicht auf die Moves konzentriert, sondern wollte die Musik fühlen. Das Battle war aber hart für mich, da ich schon etwas müde war. In Polen möchte ich es wie hier machen und meine künstlerische Figur repräsentieren.»

Was die Heldinnen und Helden am Sonntag am Cypher Switzerland gezeigt haben, war das Beste, was das Schweizer Breaking derzeit zu bieten hat. Traditionelle Move-Spezialisten trafen auf innovative Styler. International erprobte Veteranen konkurrierten sich mit kreativen Rookies. Sie alle hatten sich entweder im Qualifikations-Contest Solothurn oder Genf vorher für das Schweizer Finale gegen knapp 100 Teilnehmende durchgesetzt.

Einer kommt weiter, einer geht. Das Format im Schweizer Finale ist simpel wie unverhohlen: Nach jedem Battle deuten die drei Judges per Handzeichen auf den Tänzer, der nach ihrer Meinung weiterkommen muss. Die Mehrheit bestimmt. Der eine kommt weiter, der andere fliegt raus. Was haben die Sieger durch den ganzen Battle Tree am besten gemacht?

Für den amerikanischen Breaking Star Roxrite, der an der Seite von B-Girl Movie One von Lunaticks und dem amerikanischen B-Boy Machine von Rock Force Crew/ L.O.D.B Crew bewertet hat, war die Angelegenheit überraschend klar: «Haku hatte einerseits Power-Momente aber sein Thema während des Battles etwas verloren. Deijva hingegen gelang es die Energie bis zum Schluss hochzuhalten und am Schluss noch einen Höhepunkt zu setzen!»

Roxrite wird in der Szene dafür gefeiert, dass er als erster B-Boy über 100 Siege einheimste und beim Red Bull BC One World Final 2011 sich selbst die Krönung holte. Sein Tipp an die beiden für das World Final: «Das internationale Level ist sehr hoch! Aber jeder, der auf den Beat Akzente setzt, hat grundsätzlich eine Chance. Ich hoffe, diese Wow-Momente sind auch an den Olympischen Spielen wesentlich – auch wenn es vielleicht Punkte gibt. Schliesslich ist Breaking Tanzen und das soll an erster Stelle kommen.»

Nächste Station: World Final in Gdansk

Insgesamt über 40 B-Girls und B-Boys reisen aus 30 Ländern zum grössten und prestigeträchtigsten internationalen 1-on-1 Breaking Battle Contest: Dem Red Bull BC One World Final in Gdansk (POL). Sie haben sich in einer der 60 weltweit stattfindenden Qualifikationen gegen Tausende von Teilnehmenden behauptet.

In Polen gilt es noch die letzte Hürde zu nehmen: Im Last Chance Cypher kämpfen sie um einen der vier Plätze, um am 6. November 2021 auf der Bühne des World Finals zu stehen und sich gegen die 12 Wild Card Breaker zu messen. Am Schluss wird nur eine B-Girl und ein B-Boy gekrönt. Der Contest wird auf Red Bull TV zu sehen sein. Tickets für das Event gibt es auf www.redbullbcone.com.

Der komplette Red Bull BC One Cypher Event zum Nachschauen.

Youtube/Red Bull BC One

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