Gigathlon
Bravo - beide AZ-Teams sind im Ziel in Olten angekommen!

Die zwei AZ-Teams sind am diesjährigen Gigathlon unterwegs durchs Mittelland. Hier berichten die Teilnehmer von ihrem Einsatz am «Celebrating Sunday» und ihren Erfahrungen im Wasser, auf Skates, zwei Rädern oder in den Turnschuhen.

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Ab durchs Mittelland: Das Regionalsportteam (v.l.) Patrick Pensa, Monique Iseli, Michael Schenk, Marie-Christine Andres und Rainer Sommerhalder.Bütschi

Ab durchs Mittelland: Das Regionalsportteam (v.l.) Patrick Pensa, Monique Iseli, Michael Schenk, Marie-Christine Andres und Rainer Sommerhalder.Bütschi

Annika Bütschi

22.45: Nun ist auch Rainer Sommerhalder vom Regionalsportteam im Ziel in Olten angekommen. Somit gehen für die AZ-Teams spannende, aufregende, anstrengende, heisse, kalte und nasse Gigathlon-Tage zu Ende - ein Wochenende, das sie nicht so schnell vergessen werden.

20:31: Power von A bis Z" war um 19.47 Uhr im Ziel! Frenetisch wurde Markus Weber am Stadioneingang von Christine Fürst, Monika Kaufmann, Joachim Gutwald und Roman Würsch empfangen. Gemeinsam überquerten sie um 19.47 Uhr, genau 12 Stunden nach dem Start die Ziellinie im Stadion Kleinholz. Von Regen und Dreck hat Markus Weber nochmals Durchhaltewillen bewiesen.

Echte Sportler, echte Gigathleten lassen sich die Stimmung und die Freude am Sport nicht verderben - auch nicht von einem Wetterwechsel, der es in sich hat, von Windböen, gefluteten Strassen und sumpfigen Pfaden. Seit Swiss Olympic den Gigathlon in seinen Händen hält, haben die Sportler auch Gewähr, dass in kritischen Situationen richtig reagiert wird - ohne falsch verstandenen Stolz und Ehrgeiz.

Der Extrazug mit den Schwimmern nach Sursee musste anhalten.
3 Bilder
Kein Archivbild: Hagel in Sursee
Die Sonne scheint durch den Nebel hindurch.

Der Extrazug mit den Schwimmern nach Sursee musste anhalten.

Christine Fürst

Mit dem Gigathlon unter Motto "Closer to you" hat diese einmalige Sportveranstaltung eine weitere Qualität erreicht. Swiss Olympic hat bewiesen, dass ein solcher Event mit ÖV möglich ist. Man kann ohne schlechtes Gewissen teilnehmen und die berühmt berüchtigte Sechste Disziplin "Transfer" ist zum reinen Vergnügen geworden.

Das Schöne an diesem Stelldichein von geschätzten 70 Prozent Wiederholungstätern ist, dass die Spanne vom Einsteiger bis zum Profi gut zu ertragen ist, sowohl im einzelnen Team, als auch auf die ganze Veranstaltung gesehen. Alle erbringen grosse Leistungen und können sich auch gegenseitig bewundern.

19.05 Uhr: Michael Schenk schreibt: Die Gigathlon-Taufe ist überstanden. Ausgebüxte Haie oder flüchtige Pyranha -Schwärme sind mir weder in der Aare noch im Sempachersee begegnet. Ohne dieses Bio-Doping freilich ist es nichts geworden mit Bestzeiten auf die alten Tage. Für die Kategorie U50-Ü45 freilich, und ehemaligem Sprinter, hat‘s letztlich ganz gut gepasst. Meine, wer schwimmt schon aus Freude 9,5 Kilometer, ohne Luftmatratze oder Gummiboot, volle Kann die Aare runter? Oder wer erquickt sich an 3,5 Kilometern Sempachersee, wenn der Himmel zappen duster ist, Donner grollt und es wie aus Kübeln schifft? Das ist Holz, aus dem Gigathletinnen und Gigathleten geschnitzt sind zu deren Spezies man jetzt ja auch gehört.

Kraft der Strömungen und Wellen wird die Linienwahl im offenen Gewässer zum Pièce de résistance. Am Samstag in der Aare war spätestens dann klar, dass der schnellste Weg nach Solothurn viel weiter links oder rechts fliesst, wenn lieblich, schnatternde Enten-Pärli fast schon in der Schwimmbrille auftauchten und sich bei ihrem Tête-a-tête vom „Giga-Dampfer" derangiert fühlten. Kam so durchaus vor. In dem Fall hiess es, sofort mehr Kraft und Energie aktivieren und zurück in die Mitte „rudern". Da, wo es in Flüssen in der Regel am kräftigsten strömt.

Der Start in Sursee am Tag 2 verkam zum veritablen Aqua-OL. Ganz nach dem adaptierten Loriot-Motto: „Ja wo schwimmen sie denn...?" Nach einem entschlossenen Eintauchen und los crawlen hiess es nach einiger Zeit erstmals Kopf nach vorn heben zwecks Orientierung. Resultat: die ersten paar Hundert Meter waren zwar saumässig schnell und brutal bestimmt - aber saumässig in die falsche Richtung! Kurs Genf statt Nottwil. Ergo ward die Konkurrenz in dem Moment nur noch von weitem gegrüsst. Ein krasser Bogen der vielleicht die 71 Sekunden kostete, die schliesslich zu einer Zeit unter einer Stunde gefehlt haben. Definitiv sogar! Blöd! Aber wer weiss, vielleicht wird es ja nicht bei dieser Taufe bleiben - die Gigathlon-Geschichte jedenfalls lehrt, dass viele zurückkommen. Vielleicht sogar mit einem richtigen, glatten, schnellen Neopren-Anzug.

16.05 Uhr: In der Wechselzone Rothrist wurde den Athleten und Betreuern das Warten durch den Auftritt der englischen Free Running Gruppe "3Run" verkürzt. Die drei jungen Männer beeindruckten die Zuschauer mit waghalsigen Sprüngen, Schrauben und Saltis. Auch vor Handständen in luftiger Höhe schreckten die drei Free Runner nicht zurück. Sie sprangen gar von einem Gabelstapler über die Teilnehmer des Gigathlons, die sich von der Wechselzone auf die Laufstrecke begaben.

15:45: Monique Iseli ist zurück vom Skaten.« Ich habe es nie geschafft, mich zu einem Inline-Training im Regen zu überreden. Ich hoffte einfach auf gutes Wetter. Vergebens - wie sich heute herausstellte. Immerhin konnte ich mich gestern darauf einstellen und es schüttete nicht ganz unerwartet wie aus Kübeln.

Dennoch hegte ich vor meinem Start, während ich auf den Schwimmer wartete, die Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht so nass sein würde wie vorhergesagt. Während Teamkollege Schenk sich noch durch den Sempachersee kämpfte, verdunkelte sich der Himmel weltuntergangähnlich. Es giesste noch einmal richtig und ich war froh, dass es kurz vor meinem Start aufhörte.
Immer wieder kam die Meldung, Inlineskater sollen wegen des rutschigen Belages aufpassen. Zurecht. Ich habe einige Stürze miterlebt, an einem war ich selbst auch beteiligt. Weiter ist mir aber nichts Schlimmes zugestossen, obwohl ich mich auch mit dem trockenen Bodenbelag wohl etwas schwierig getan hätte. Die Strassen waren rau, löchrig, ab und zu lagen kleine Steine am Boden. Zwischendurch wurden wir auch wieder vom Regen heimgesucht, der uns dann auch nicht so schnell wieder gehen liess. Immerhin ging es nach der Verpflegung kaum mehr bergauf und so neigte sich auch die heutige Strecke dem Ende zu.
Nun habe ich meine Arbeit getan und kann mich zufrieden geben. Aus dem Gigathlon nehme ich nicht nur eine wertvolle sportliche Erfahrung sondern auch eine schöne Erinnerung an den gut organisierten Anlass mit. Was auch noch für ein paar Tage bleiben wird ist der Muskelkater in den Beinen und dem Rücken.»

14.30 Uhr: Roman Würsch schreibt: Es war ein heisses Spiel: Regnet es oder regnet es nicht. Ich habe mich für nicht-regnen entschieden. Bis etwas 12 Kilometer vor dem Ziel waren meine Karten auch noch gut. So schlimm wie es im Luzerner Hinterland am morgen gewütet hat, war es dann aber nicht und mit etwas Vorsicht in den Kurven war der Regen auch ohne Sturz zu überleben.

Dass ich am Samstag mit dem Massenstart damit rechnen konnte in einer etwa gleich schnellen unterzukommen und so ohne aufopferndes Führen oder alleine Fahren nach Altreu kommen würde, war zu erwarten. Dass ich aber heute nach 6 Kilometern plötzlich die gleiche «Lokomotive» vor mir hatte wie gestern, war dann schon eher Zufall. Der nette Gigathlet verzichtete zumeist auf meine Führungsarbeit, die ich selbstredend angeboten habe. So bin ich auch heute wieder gewissermassen im Schlafwagen ins Ziel gekommen. Ein bisschen Anstrengung und Technik brauchte es dazu aber auch. Man muss den Oberkörper tief genug beugen können, um den Windschatten zu nützen, nahe genug aufschliessen und statt der grossen Bewegungen mit den Beinen tritt man im gleichen Rhythmus wie der Vordermann einfach von einem Rollenquartett auf das andere.

Ryhmus wäre etwas, was sich viele Skaterinnen und Skatet noch zu herzen nehmen könnten. Würden sie nämlich in der Skatingline sauber hintereinander und im gleichen Rhythmus laufen, wären sie auch noch schneller und dazu sähe es besser aus.

14.24 Uhr: Velofahrer Patrick Pensa geriet von der Traufe in den Regen: «Was für ein Unterschied. Da lassen sie mich am ersten Tag bei 34 Grad strampeln, nur um dann am Sonntag so richtig gewaschen zu werden. Klamme Finger und schlotternde Knie in der Wechselzone in Sursee.»

Trotzdem zieht er ein positives Fazit. «Mein Training hat sich gelohnt, insbesondere das auf den schwierigen Abschnitte der zwei Etappen. Und sei es nur, um den Mit-Cancellaras am Start vom schlimmen Zeglinger-Stutz zu erzählen, der die Rampe von Ramlinsburg locker in den Schatten stellt. Die bleich werdenden Gesichter, ein Bild für die Götter», so der ambitionierte Sportredaktor.

Das Rennen über Hauenstein, Saalhöhe und Staffelegg konnte er gut einteilen und sich in einer Gruppe festsetzen und hatte trotzdem zu kämpfen: «Das Wasser stand auf der Strasse, kam von oben, von vorne und natürlich auch von meinem eigenen Hinterrad. Ein herrliches Gefühl. Kurz fragte ich mich, wie es sich eigentlich mit Rennrädern und Aquaplaning verhält. Dies sollte aber kein Problem sein, ganz im Gegensatz zu den nassen Zebrastreifen.»

Das Schild «Sursee 4 Kilometer» sei deshalb eine grosse Erlösung gewesen. Nun macht sich der grosse Durst breit: «Da ich am Morgen als erster von unserem Team gestartet bin, sitze ich jetzt alleine im Zelt und habe eigentlich schon Feierabend. Mal schauen, ob es in diesem Gigathloncamp auch ein Feierabendbier gibt», so Pensa.

13.40: Christine Fürst trotzte Regen und Donner: «Die Vorzeichen waren schlecht, sehr schlecht. Bereits im Extrazug kündigte sich ein Gewitter an und wir konnten aus dem Fenster beobachten, wie ein Hagelsturm Auto-Frontscheiben zerstörte und ganze Maisfelder flach legte. Bereits stellten wir uns darauf ein, nicht zu schwimmen, sondern die Strecke bis Nottwil laufen zu müssen. Doch so weit kam es nicht. Die Organisatoren wollten die Schwimmstrecke durchführen und hofften auf einen lieben Wettergott. Als ich ins Wasser steig, war es ein wenig unruhig, jedoch regnete es noch nicht. Mitten auf der Strecke begann es zu donnern und ein Regenschauer zog auf. Ich konnte kaum mehr die Bojen oder die Helfer-Boote erkennen. Doch als sich der Nebel lichtete und der Regen weniger wurde, merkte ich, dass ich bereits kurz vor Nottwil war. Das gab mir nochmals zusätzliche Kraft, den restlichen Teil zu schwimmen.

8.33 Uhr: Schwimmerin Christine Fürst meldet: Der Schwimmstart wird normal durchgeführt, der See ist relativ ruhig.

7.45 Uhr: Die AZ-Velofahrer Patrick Pensa und Joachim Gutwald sind gestartet. Der Extrazug mit den Schwimmern, die nach den Velofahrern dran sind, musst anhalten. Der Hagel lässt die AZ-Athleten ratlos zurück. Können wir überhaupt schwimmen?, fragen sie.

Bleiben Sie den AZ-Athleten via GPS auf den Fersen. Für Team «Power von A bis Z» die Startnummer 1967 eingeben und für das Team «Regiosport AZ Medien» die Startnummer 1992.

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