Problem-Klub
Boykott: Alle Mannschaften von KF Besa Reinach dürfen nicht mehr spielen

Auch das noch: Nach Beleidigungen, Schlägereien und Drohungen hat der KF Besa Reinach auch offene Rechnungen nicht bezahlt. Jetzt wurden alle Mannschaften des albanischen Vereins von jeglichen Spielen ausgeschlossen.

Dino Nodari
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KF Besa Reinach

KF Besa Reinach

Schweiz am Sonntag

Konkret gehe es um einen vierstelligen Betrag, erklärt Hannes Hurter. Der Medienchef des Aargauischen Fussballverbandes weiss den genauen Betrag nicht. Es seien aber Beträge seit letztem Sommer ausstehend. Dabei handelt es sich um Meisterschafts- und Strafbeiträge, wenn beispielsweise ein Spieler eine gelbe oder rote Karte kassiert.

Boykottierung kann rasch aufgehoben werden

«Der Verein hat es in den eigenen Händen, die Boykottierung aufzuheben», so Hurter. Wenn der offene Betrag bezahlt werde, würde die Boykottierung umgehend aufgehoben. Und alle Mannschaften dürften wieder an Meisterschafts- und Freundschaftsspielen teilnehmen. Ausgenommen davon ist die erste Mannschaft, die erst kürzlich suspendiert wurde.

Ausgesprochen wurde die jetzige Strafe vom Aargauer Verband, allerdings habe auch der Schweizer Fussballverband (SFV) Druck gemacht. Weil die offenen Verpflichtungen dem SFV geschuldet werden.

Zuletzt hat der Aargauische Fussballverband im Dezember mit den Verantwortlichen von Besa Reinach gesprochen. Damals seien die finanziellen Verpflichtungen des Vereins angesprochen worden. Doch reagiert habe der albanische Verein nicht. «Es hätte den Verein in ein anderes Licht gerückt, wenn umgehend reagiert worden wäre», ist Hurter überzeugt. Auf die Boykottierung habe Besa Reinach noch nicht reagiert, so der Medienchef.

«Keine Zeit gehabt»

«Wir werden das in Ordnung bringen und den offenen Betrag noch diese Woche bezahlen», sagt Besa-Präsident Sajmir Lamce. Es handle sich um einen tiefen vierstelligen Betrag, der nicht unbezahlbar sei. Bisher habe der Verein schlicht keine Zeit gehabt, die offenen Rechnungen zu bezahlen. Dass sich die Beträge seit letztem Sommer aufsummiert haben, will der Präsident nicht kommentieren: «Dazu kann ich nichts sagen.» Durch die Turbulenzen mit der ersten Mannschaft habe es im Verein einfach andere Prioritäten gegeben.

Lamce hält aber fest, dass die Rückrunde für alle Mannschaften regulär stattfinden wird - abgesehen von der ersten Mannschaft. Der Rekurs gegen die Sperrung der ersten Mannschaft für die Rückrunde sei erfolglos gewesen, bestätigt der Besa-Präsident. Wegen eines Formfehlers ist der Aargauer Verband nicht auf den Rekurs eingetreten. Der Rekurs wurde nur von Besa-Präsident Lamce unterschrieben. Für einen gültigen Rekurs hätte es eine zweite Unterschrift gebraucht.

Jetzt gehe es darum, dass die Spieler an andere Teams ausgeliehen werden, damit sie Spielpraxis sammeln könnten und dann in der nächsten Saison wieder für Besa Reinach spielen. Wichtig sei, dass alle Spieler für den Verein einstehen würden, sagt Lamce.