Die auswärtigen Schwinger drückten dem ersten Aargauer Hosenlupf der neuen Saison den Stempel auf. Dazu gehörte auch der Luzerner Gast Roman Fellmann. Der Surentaler fing im fünften Gang Patrick Räbmatters «telefonierten» Schlungg ab.

Der für Baselstadt schwingende Henryc Thoenen rettete im Schlussgang die Nordwestschweizer Ehre. Der 26½-jährige Wiedlisbacher wuchtete Fellmann mit dem ersten Angriff auf die Kombination Kurz/Gammen platt ins Sägemehl und verwies den Luzerner auf Rang 1b.

«Weil er punktemässig vorne lag, ging ich sofort in die Offensive, und es passte gleich», kommentierte Thoenen seinen Blitzsieg. Der Turnerschwinger hatte am letztjährigen «Eidgenössischen» den Kranz nach einer harten Einteilung knapp verfehlt. «Das habe ich abgehakt», sagte er in Brunegg. Die Leistung habe in Estavayer gestimmt, und jetzt sei er bestrebt, den Schwung vom letzten Jahr mitzunehmen. «Ja, ich bin gut zwäg», zeigte er sich vom Tagessieg nicht überrascht. 

«Erst am Anfang der Saison»

Im Gegensatz zu Thoenen agierte der dreifache Brunegg-Sieger Mario Thürig noch stumpf. «Ich bin noch nicht so spritzig, aber das ist beim Saisoneinstieg kein Weltuntergang», gab er sich mit Rang 2 hinter den beiden Schlussgangteilnehmern zufrieden. Obwohl er gegen Thoenen und auch den 19-jährigen Janic Voggensberger nicht über ein Remis hinauskam, bot sich dem Möriken „Eidgenossen“ im fünften Gang nochmals eine Chance auf den Tagessieg.

Dazu hätte er gegen den athletischen Samuel Brun einen Plattwurf benötigt. «Er ist stark, da musste ich auf Nummer sicher gehen», erklärte Thürig die fehlende Maximalnote. «Hauptsache ich bin verletzungsfrei und kann meine Form mit Rangschwingfesten weiter aufbauen.»

Räbmatter zog einen schwachen Tag ein. Der Uerkner 150-kg-Brocken kennt solche Schwankungen zu Saisonbeginn. «Gegen Fellmann wollte ich keinen ‚Gestellten‘ und riskierte zu viel», zeigte er sich einsichtig. «Aber wir stehen erst am Anfang der Saison, ich brauche solche Wettkämpfe, um in Schwung zu kommen.»

Guido Thürig, der sich als Einteilungschef ähnlich schwer tat wie die Aargauer Schwinger im Sägemehl, zeigte sich als Technischer Leiter des Kantonalverbandes nicht besorgt. Auch er weiss, dass die Saisonbilanz nicht nach dem ersten Hosenlupf geschrieben wird.