FC Aarau
Blutige Wunderheilung: Stéphane Besle lässt sein entzündetes Knie mit spezieller Therapie behandeln

FC Aarau-Spieler Stéphane Besle lässt seine entzündeten Knie mit einer speziellen Therapie behandeln. Jetzt kuriert er sich mit Eigenblut - wie beispielsweise auch Tennis-Star Rafael Nadal.

Ruedi Kuhn
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Stéphane Besle hat endlich eine Methode gefunden, damit er wieder beschwerdefrei ans Fussballspielen denken kann.Andy Müller/freshfocus

Stéphane Besle hat endlich eine Methode gefunden, damit er wieder beschwerdefrei ans Fussballspielen denken kann.Andy Müller/freshfocus

Andy Mueller/freshfocus

Ein teures Auto, eine geile Wohnung, schicke Klamotten und an jedem Finger eine Blondine: Das ist das Bild, das viele von Berufsfussballern haben.

Im Fall des FC Aarau ist dieses Bild falsch. Völlig falsch! Die Profis vom Brügglifeld müssen sich ihre bescheidenen Gehälter mit harter Arbeit verdienen.
Ältere Spieler wie Stéphane Besle kämpfen zudem mit Abnützungserscheinungen. Dem 32-jährigen Franzosen machen Entzündungen in den Knien zu schaffen.

Er braucht für die Pflege des Körpers beinahe so viel Zeit wie für die Trainingseinheiten.

Besles Leidenszeit begann vor neun Jahren mit Schmerzen im linken Knie. Vier Jahre später traten ähnliche Symptome auch im rechten Knie auf.
Was tun? «Kortison kam für mich nicht infrage», sagt er mit energischem Gesichtsausdruck. «Ich spritze kein Gift in meinen Körper.»

So beschränkte sich Besle jahrelang auf übliche Methoden wie Kühlen mit Eis und Therapien verschiedenster Art.

Damit kam er mehr schlecht als recht über die Runden. Bis er vor kurzer Zeit auf eine neue Methode aufmerksam wurde. Eine Methode, auf die beispielsweise auch Tennisspieler Rafael Nadal zurückgreift. Der Superstar aus Spanien klagt über ähnliche Knieprobleme wie Besle.

Beschwerdefrei dank Eigenblut

Die Lösung klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Sie lautet Autologes Conditioniertes Plasma (ACP).

ACP ist ein Blutplasma, welches durch eine spezielle Herstellung konditioniert, mittels Zentrifuge von den restlichen Blutbestandteilen getrennt und konzentriert wird.

Es wird aus Eigenblut gewonnen. Für die Herstellung entnimmt man eine kleine Menge Blut aus der Armvene.

Dann wird das Blut in die zu behandelnde Stelle injiziert. Besle liess sich Ende März erstmals mit dieser Eigenblut-Therapie behandeln und bekam innert drei Wochen drei Spritzen.
«Die Behandlung mit den Spritzen verlief absolut problemlos», blickt Besle zurück.

«Ich hatte nach der Injektion zwar starke Schmerzen und konnte für kurze Zeit nicht richtig gehen. Nach einigen Stunden war aber alles wieder gut. Und am Tag nach der Behandlung konnte ich wieder beschwerdefrei trainieren.»

Dank der Eigenblut-Therapie kann Besle sein Leistungspotenzial also wieder voll ausschöpfen. Es versteht sich von selbst, dass er die Behandlung wiederholen wird.

«Während der Sommerpause Ende Mai werde ich mich erneut behandeln lassen», sagt Besle.

«Ich hoffe, dass ich auf die Spritzen erneut so gut reagieren werde wie das erste Mal.»
Besle ist nicht der erste Aarauer Spieler, der auf die ACP-Therapie setzt. Auch bei Igor Nganga und Juan Pablo Garat kam es schon zur Therapie mit Eigenblut. Allerdings wurde das Plasma in ihren Fällen muskulär injiziert.

Vorzeitige Vertragsverlängerung?

Besle kam nach der Winterpause zum FC Aarau, war schon im Trainingslager in der Südtürkei einer der auffälligsten Spieler und erkämpfte sich auf Anhieb einen Stammplatz. In den zwölf Spielen der Rückrunde kam er elfmal von Beginn an zum Einsatz und schoss zwei Tore.

Dass der 1,88 Meter grosse und 81 Kilogramm schwere Innenverteidiger der Viererabwehrkette Stabilität verleiht, beweist ein Blick in die Statistik dieser Saison: Kassierte der FC Aarau in der Vorrunde in 18 Partien 22 Treffer, waren es in den 12 Begegnungen der zweiten Saisonhälfte nur noch 9.
Interessant ist die Tatsache, dass sich der neue Abwehrchef Sportchef Raimondo Ponte selbst angeboten hat. Besles Vertrag beim FC Aarau dauert noch bis Ende der Meisterschaft 2016/17. Wie wäre es mit einer vorzeitigen Verlängerung?

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