Fussball
Bittere Pleite: FC Wohlen führt 1:0, doch dann trifft Wil in zehn Minuten dreimal

70 Minuten lang war Wohlen in der Ostschweiz auf Kurs. Doch dann schaltete Favorit Wil zwei Gänge höher und drehte die Partie mit drei Toren innert 10 Minuten. Wohlens Trainer Ciriaco Sforza sah dennoch «einen guten Auftritt».

Ruedi Burkart
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Ansprechende erste 45 Minuten, dann kaum mehr zu sehen: Wohlens Neuzugang Mergin Brahimi (rechts)

Ansprechende erste 45 Minuten, dann kaum mehr zu sehen: Wohlens Neuzugang Mergin Brahimi (rechts)

Ohne falschen Respekt starteten die Freiämter in die Partie gegen das Team der Stunde. 12 Tore erzielten die Wiler in den zwei vorangegangenen Partien, die Wohler im selben Zeitraum genau eines. Doch dies reichte, um dank dem Sieg gegen Winterthur vor Wochenfrist mit neuem Selbstvertrauen in den Abstiegskampf zu steigen. Einer tat sich gestern auf dem Wiler Kunstrasen besonders hervor. Mergim Brahimi, Wohlens Last-Minute-Transfer aus Aarau, ackerte und rackerte im offensiven Mittelfeld, als gäbe es kein Morgen. Nach vier Minuten blitzte die Klasse des U21-Internationalen erstmals auf, seinen idealen Pass in die Tiefe vermochte Rapp jedoch nicht zum Führungstor auszunützen.

Überhaupt stellten sich die Wohler nicht nur hinten hinein. Sie versuchten mitzuspielen, und aus einer gesicherten Defensive heraus selbst zu Chancen zu kommen. Nach 16 Minuten dann Wils erster Warnschuss: Taipi setzte den Ball am chancenlosen Wohler Torhüter Tahiraj vorbei an die Querlatte.

In der Folge übernahmen die Platzherren das Spieldiktat und kamen auch zu Chancen. Die von Trainer Ciriaco Sforza an der Seitenlinie pausenlos angetriebenen Wohler konzentrierten sich richtigerweise aufs Kontern. Und jubelten Sekunden vor dem Pausenpfiff: Ramizi lancierte den pfeilschnellen Rapp, dieser machte diesmal alles richtig, lief alleine auf Wils Keeper Favre zu und versenkte den Ball in den Maschen zur nicht unverdienten Wohler Führung.

Mitte der zweiten Halbzeit hatte Sforza den Gegner dort, wo er ihn haben wollte. Die Wiler rannten immer wieder an, oft ungestüm. Geschickter zogen sich die Freiämter aus der Affäre, fingen die gegnerischen Angriffe immer wieder schon im Mittelfeld ab. Und setzten ihre «Nadelstiche» wohldosiert, aber effektiv. Nach 55 Minuten hätte Ramizi das 2:0 erzielen müssen, doch wartete er mit dem Abschluss so lange, bis Wil-Keeper Favre nicht mehr anders konnte als die Chance zu vereiteln.

Und dann begann es, das zehnminütige Wiler Donnerwetter. Nach 70 Minuten stand ein Aussetzer von Wohlens Aussenverteidiger Urtic am Ursprung des Ausgleichs: Wils Nordkoreaner Cha verwertete die Hereingabe von Cerrone zum 1:1. Urtic konnte Cerrone nicht am Flanken hindern. Acht Minuten später erneut ein Blackout in der Wohler Defensive: 2:1 durch Joker Tabakovic. Und nur 60 Sekunden später stand Pnishi im Schilf. Brown sagte danke und entschied die Partie mit dem 3:1 zwölf Minuten vor Schluss definitiv.

«Ich habe eine gute Leistung gesehen», bilanzierte Wohlens Trainer Ciriaco Sforza im Kabinengang. Er wollte trotz der drei Gegentore in der Schlussphase «unseren Auftritt nicht schlechtmachen.»