FC Aarau

Bittere Niederlage in Thun: Der FC Aarau verliert trotz starkem Auftritt in Unterzahl

Der FC Aarau kassiert in der Stockhorn Arena eine ärgerliche 0:1-Niederlage. Über 60 Minuten zeigen die Aarauer dabei in Unterzahl eine ansprechende Leistung, für die sie sich jedoch nicht belohnen können. Besonders ärgerlich dabei: Der FCA vergibt mehrere hochkarätige Chancen.

Tief in der Nachspielzeit ist es ein Eckball, der den Gästen aus Aarau nochmals Hoffnung bringt. Aber auch beim zwölften Mal will der Ball nicht ins Tor. Danach ist die Partie vorbei und die Niederlage Tatsache.
Zwölf Eckbälle, doppelt so viele wie der Gegner. Eigentlich eine nebensächliche Statistik.

Doch sie versinnbildlicht, wer in der Stockhorn-Arena die dominante Mannschaft war: Der FC Aarau, der seit der 30. Minute und dem ultraharten Platzverweis gegen Petar Misic in Unterzahl agieren muss. Mehr noch: Bereits in der Startviertelstunde verlieren die Aarauer Arijan Qollaku, beim Linksverteidiger deutet viel auf eine schwere Knieverletzung hin.

Vieles deutet darauf hin, dass sich Arijan Qollaku schwer am Knie verletzt hat.

Vieles deutet darauf hin, dass sich Arijan Qollaku schwer am Knie verletzt hat.

Viele Mannschaften schalten nach zwei solchen Nackenschlägen in den Überlebensmodus um. Nicht der FC Aarau: Nach kurzer Umgewöhnung auf die Unterzahl wäre bei der Doppelchance von Rrudhani und Gashi schon vor der Pause die Führung dringelegen.

Brillante zweite Halbzeit

Was die Gäste dann in der zweiten Halbzeit zeigen, verdient nur eine Bezeichnung: Brillant. Das mag schräg tönen, wenn am Ende der Sieger FC Thun heisst. Doch für diese Niederlage muss sich der FC Aarau nicht grämen. Im Gegenteil.

Der FC Aarau verlangt dem FC Thun in der zweiten Halbzeit alles ab.

Der FC Aarau verlangt dem FC Thun in der zweiten Halbzeit alles ab.

Nochmals: Ein Mann weniger seit der 30. Minute; der Gegner der Absteiger aus der Super League, dort die drittbeste Mannschaft in der Rückrunde der vergangenen Saison. Unbeeindruckt davon zieht der FC Aarau ein Powerplay auf, Mitte der zweiten Halbzeit bieten sich grosse bis sehr grosse Chancen auf das 1:0.

Die Thuner? Wissen nicht, wie ihnen geschieht. Hätten sie vor der Partie nur auf ihren Trainer Carlos Bernegger gehört, der gesagt hat: «Der FC Aarau ist eine der besten Mannschaften der Liga.»
In der 66. Minute ertönt auf der Ersatzbank des FC Aarau lauter Torjubel. Zurecht: Denn drei Meter vor dem verlassenen Tor kommt der Ball zu Rrudhani, das 1:0 ist eigentlich Formsache. Doch Rrudhani schafft tatsächlich das Kunststück, nicht zu treffen.

Aarau lässt hochkarätige Chancen aus

Später sind es wieder Rrudhani, Bergsma und der eingewechselte Zverotic, die hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt lassen. Und so lautet das angesichts sechzigminütiger Unterzahl groteske Fazit aus Aarauer Sicht: Dieses Spiel hätte man gewinnen müssen. Der einzige Vorwurf, den sich die Gäste machen müssen: Mangelnde Chancenauswertung.

Das einzige Tor der Partie fällt in der 84. Minute. Erzielt durch den Thuner Einwechselspieler Chihadeh, der in gleicher Rolle bereits eine Woche zuvor zum 2:1 in Kriens getroffen hat. Gegen Aarau kommt er nach einer Flanke zwischen Bergsma und Giger unbedrängt zum Kopfball und überwindet knapp Goalie Enzler.

Simon Enzler zeigte im Tor des FCA einmal mehr eine überragende Leistung.

Simon Enzler zeigte im Tor des FCA einmal mehr eine überragende Leistung.

Apropos Enzler: Die Leihgabe vom FC Luzern steht sinnbildlich für die defensive Glanzleistung der Aarauer, die ebenso viel Anerkennung verdient hat wie das Chancenfestival. Vor dem 1:0 nämlich hat Thun nur gerade zwei Chancen auf einen Treffer, notabene noch bei personellem Gleichstand. Die erste ist ein Weitschuss von Fatkic an den Pfosten, die zweite ein von Enzler gehaltener Penalty nach dem Handspiel von Misic.

Tragische Figur des Abends 

Womit wir zum Schluss bei der tragischen Figur des Abends sind: Vor der Partie in Thun hat Petar Misic in dieser Saison noch keine Rolle gespielt, im Berner Oberland rutscht er – und überraschend nicht Captain Elsad Zverotic – für den verletzten Mats Hammerich in die Startelf. In der Szene, die zum Penalty führt, agiert Misic übermotiviert und wird ein erstes Mal verwarnt.

Petar Misic wird nach einer halben Stunde von Schiedsrichterin Esther Staubli vom Platz gestellt.

Petar Misic wird nach einer halben Stunde von Schiedsrichterin Esther Staubli vom Platz gestellt.

Das gilt auch für das Foul in der 30. Minute an Kablan, das zur zweiten Gelben Karte und somit zum Platzverweis führt. Trotzdem: In dieser Szene wäre von Schiedsrichterin Esther Staubli Fingerspitzengefühl angesagt gewesen. Andererseits: Erst in Unterzahl hat der FC Aarau aufgedreht und sich trotz Niederlage viel Respekt verschafft.

Das sind die Stimmen zur Partie: 

FC Thun - FC Aarau 1:0 (30.10.2020, Stimmen zum Spiel)

Das sind die Noten zur Partie: 

Partie verpasst? Lesen Sie hier den Spielverlauf im Liveticker nach: 

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