Volleyball

Bittere Final-Pleite für Schönenwerd

Konsternation bei den Schönenwerder Spielern und ihren zahlreichen mitgereisten Fans. Vier Sätze lang waren sie im Cupfinal gegen den Favoriten Lausanne das bessere Team, und verloren schlussendlich mit 2:3.

Nach einem hochdramatischen Spiel sagte Sportchef Daniel Bühlmann niedergeschlagen: «Ich bin brutal enttäuscht, dieses Spiel dürften wir niemals verlieren. Die Spieler haben eine hervorragende Leistung gezeigt. Wir waren so nahe dran, alles wäre bereitgelegen.» Solche Geschichten schreibe nur der Sport, fügte Bühlmann an und suchte nach Gründen, warum es nicht gereicht hat für den ersten Titel in der Klubgeschichte: «Ihr Diagonalspieler Majdak war ihre Lebensversicherung, er hat verdammt gut gespielt.»

31 Punkte erzielte der Serbe und führte die Waadtländer damit praktisch im Alleingang zum Cupsieg. «Wir haben in dieser Saison schon dreimal gegen Lausanne verloren, das macht sie sicher zum Favoriten. Doch heute habe ich ein gutes Gefühl», meinte Schönenwerds Captain und Topskorer Jan Schnider vor der Partie zuversichtlich. Tatsächlich starteten die Schönenwerder wie die Feuerwehr ins Spiel. Souverän holte sich das Team von Trainer Bujar Dervisaj nach frühem Vorsprung den ersten Satz.

Steigerungslauf der Lausanner im zweiten Satz

Im zweiten Satz steigerte sich Lausanne deutlich und lag bis zur entscheidenden Phase stets knapp in Führung. Mit einem Ass konnte Eichenberger den Spielstand wieder ausgleichen, doch dann schenkten die Schönenwerder LUC den zweiten Satz mit zwei Eigenfehlern.

Davon unbeirrt, legte der TVS im dritten Satz von Anfang an wieder vor. Am Ende wurde es zwar noch einmal knapp, doch Gerber verwertete den zweiten Satzball zum 25:22. Gleiches Bild im vierten Satz: Die Schönenwerder steuerten scheinbar ungehindert ihrem ersten Titel der Klubgeschichte entgegen. Mit 16:10 führte Schöni zur zweiten Auszeit.

Obwohl LUC danach mehrmals bei eigenem Service punktete, lag Schönenwerd auch in der Endphase noch relativ ungefährdet mit 23:19 vorne. Doch dank schönen Punkten und eines Fehlers von Schnider verkürzte Lausanne auf 22:23. Mit einem Kracher über die Aussenbahn sicherte Eichenberger seinem Team dennoch den ersten Match- und Cup-Ball. Doch Lausanne wehrte nicht nur diesen, sondern auch noch zwei weitere Matchbälle ab und verwertete schliesslich selber den zweiten Satzball mit einem schönen Doppelblock zum 28:26.

Am Schluss keine Nerven mehr

Das Tiebreak war dann eine klare Sache, der TVS konnte nur bis zum 6:6 mithalten. Plötzlich machten die Schönenwerder die fatalen Fehler und blieben am gegnerischen Block hängen. Auch die Aufschläge kamen plötzlich nicht mehr. Nach exakt 130 Minuten Spielzeit bejubelten die Lausanner den Cupsieg nach einem Aufschlag-Fehler von Eichenberger zum 11:15.

Eichenberger fand nach dem Spiel vor Enttäuschung kaum Worte. «Wir haben so gut wie lange nicht mehr gespielt, an den Sieg geglaubt, haben den Match aber einfach nicht nach Hause gebracht.» Sportchef Bühlmann machte trotz Niederlage noch eine Kampfansage: «Das war nicht das letzte Mal, dass der TVS im Cupfinal stand.»

Schönenwerd – Lausanne 2:3

Fribourg. St. Léonhard-Halle. – 2700 Zuschauer. – SR: Wolf. – Satzresultate: 25:18 (25‘), 23:25 (30‘), 25:22 (27‘), 26:28 (33‘), 11:15 (15‘).

Schönenwerd: Hofstede, Giger, Schnider, Eichenberger, Korzenevics, Richards, Heimgartner (L); Gerber, L. Dervisaj, Lier, Hänggi.

Lausanne: J. Carrel, Vadeleux, Altanov, Majdak, Djokic, Guzman, Daniel (L); Zeller, Ptaschinski, Chandon.

Bemerkungen: Jan Schnider (Schönenwerd) und Mladen Majdak (Lausanne) als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

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