Challenge League

Bis zum ersten Tor von Aarau-Rückkehrer Shkelzen Gashi müssen sich die Fans gedulden

Die FCA-Fans müssen sich bis zum ersten Einsatz von Rückkehrer Shkelzen Gashi noch gedulden.

Die FCA-Fans müssen sich bis zum ersten Einsatz von Rückkehrer Shkelzen Gashi noch gedulden.

Viele fragen sich nach dem erfolgreichen Rückrundenstart: Warum sass Neuzugang Shkelzen Gashi nicht einmal auf der Bank? Die Antwort.

Wo ist Shkelzen Gashi? Weder auf dem Platz, auf der Ersatzbank noch auf der Tribüne: Wer am Samstagabend während des Auswärtsspiels gegen Stade Lausanne-Ouchy Ausschau nach dem neuen Starstürmer des FC Aarau hielt, wurde nicht fündig. Dabei gilt die Regel: Verletzte, gesperrte und nicht aufgebotene Spieler müssen auch bei Auswärtsspielen im Stadion sein.

Wo also war Gashi? Wollte der FC Aarau ihm, der in den USA regelmässig vor 60 000 Zuschauern spielte, die trostlose Kulisse mit nur 300 Nasen im Stade Colovray ersparen? Antwort: Gashi blieb im Aargau, um sich auszukurieren.

Trainer Patrick Rahmen erklärt: «Shkelzen absolviert nach seiner langen Trainings- und Spielpause derzeit ein strenges Spezialprogramm. Ende vergangener Woche hatte er leichte muskuläre Probleme. Mir war wichtiger, dass er am Samstag auf die insgesamt fünfstündige Autofahrt nach Nyon verzichtet, um am Sonntag wieder intensiv trainieren zu können. Im Normalfall muss aber auch Shkelzen privat an die Auswärtsspiele reisen, wenn er nicht im Aufgebot steht.»

15 Minuten im Testspiel gegen Kaiserslautern: Mehr lag für Shkelzen Gashi ausser Training beim FCA bislang nicht drin

15 Minuten im Testspiel gegen Kaiserslautern: Mehr lag für Shkelzen Gashi ausser Training beim FCA bislang nicht drin

Normalfall – ein gutes Stichwort: Wenn Normalfall bedeutet, bereit für die 90 Minuten Spieldauer zu sein, ist Gashi noch meilenweit davon entfernt. Mehr als der fünfzehnminütige Kurzeinsatz im Testspiel gegen Kaiserslautern lagen bislang nicht drin. Zu gross der Rückstand, den sich Gashi während des vergangenen Jahres als vereinsloser Spieler eingeheimst hat. Zur Erinnerung: Gashi hat sein letztes Pflichtspiel am 28.  Oktober 2018 bestritten, also vor 457 (!) Tagen.

Trainer Rahmen nicht überrascht vom Rückstand Gashis

Obwohl er nach der Ausbootung bei den Colorado Rapids ein dreiköpfiges Team aus Privattrainern um sich scharte, gemäss eigener Aussage phasenweise wie ein Besessener trainierte und Anfang dieses Jahres in guter konditioneller Verfassung zum FC Aarau stiess: Spielverständnis, Laufwege, Zweikampfführung, das Gespür für die Räume – all das lässt sich im Einzeltraining nicht simulieren. Vor gut einer Woche sagte er im Interview mit der Aargauer Zeitung: «In diesen Belangen habe ich wieder bei Null begonnen. Ich muss realistisch sein und mir kleine Ziele setzen. Das erste ist, in den ersten Wochen verletzungsfrei zu bleiben und mich an die Abläufe und den Rhythmus des Mannschaftstrainings zu gewöhnen. Irgendwann aber sollen die Leute ins Stadion kommen und denken: Wow, das ist der top Gashi, den wir sehen wollen!»

Bis dahin dürften noch einige Monate ins Land gehen, in denen er mit Spezialtraining aufgepäppelt werden muss. Hinter vorgehaltener Hand heisst es im Brügglifeld sogar: Gut möglich, dass Gashi erst in der nächsten Saison soweit ist, um 90 Minuten lang performen zu können. Dann aber Schlüsselfigur in der Offensive, die den FC Aarau in die Super League schiesen soll.

All diejenigen, die Gashi bereits im ersten Rückrundenspiel im FCA-Trikot jubeln sahen, müssen sich also noch gedulden. Dass er am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Schaffhausen zum 18-köpfigen Aufgebot zählt, ist unwahrscheinlich.

Patrick Rahmen sagt: «Es ist für mich alles andere als eine Überraschung, dass ich noch nicht auf Shkelzen zurückgreifen kann. Zu denken, nach einem Jahr Pause reichen drei Wochen Vorbereitung für einen Pflichtspieleinsatz, ist utopisch. Wir entscheiden von Woche zu Woche, ob er in der Verfassung für einen Teileinsatz ist. Seine Rückkehr auf den Platz zu forcieren, wäre fahrlässig: Eine Verletzung wäre zum jetzigen Zeitpunkt für uns und für Shkelzen ein Rückschlag, den wir auf keinen Fall riskieren wollen.»

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