Mountainbike
Biketrainer Beat Stirnemann wird für sein Lebenswerk geehrt

Zum dritten Mal verleiht die Vereinigung Aargauer Sportjournalisten (VASJ) an der Aargauer Sport-Gala vom Freitag, 1. März den Preis für besondere Verdienste im Aargauer Sport. Verdienter Gewinner ist Mountainbike-Pionier Beat Stirnemann aus Gränichen

Wolfgang Rytz
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Trainer Beat Stirnemann zusammen mit Tochter und Elite-Fahrerin Kathrin.

Trainer Beat Stirnemann zusammen mit Tochter und Elite-Fahrerin Kathrin.

KEYSTONE

Hinter den internationalen Erfolgen der Schweizer Mountainbike-Elite stand jüngst vor allem ein (Trainer-)Name: Beat Stirnemann. Der 51-jährige Gränicher führte Nino Schurter, Florian Vogel, Esther Süess und weitere Topathleten zu WM- und Olympiamedaillen.

Während 20 Jahren war Stirnemann aktiv und als Leiter im Handball tätig. Dann infizierte ein Kollege den einstigen 2.-Liga-Spieler mit dem Mountainbike-Virus. Schon bald bemühte sich das langjährige Vorstandmitglied der Turnvereins Gränichen um Bike-Nachwuchs. Beat Stirnemann absolvierte neuerlich J+S-Leiterkurse. Beim Racingclub Gränichen stiess er mit seinen fortschrittlichen Trainingsideen anfänglich auf Skepsis, doch der Erfolg gab ihm schnell Recht.

Ein Eckpfeiler der Mountainbike-Bewegung im unteren Wynental war und ist das jährliche Rennen bei der Moortal-Kiesgrube. Nach der Austragung 1995 meldete sich ein gewisser Florian Vogel bei Beat Stirnemann. In der Plauschgruppe, die sich zunehmend in ein Trainingsteam verwandelte, fiel der junge Kölliker zuerst mit Stürzen auf. Doch schon 1996 begann das Talent zu siegen. Inzwischen gehört Vogel längst zur Weltspitze wie weitere Athleten, die durch Stirnemanns Schule gingen.

Er schaffte sich schnell einen Namen

1998 engagierte Swiss Cycling den Gränicher als Junioren-Nationaltrainer, denn dieser hatte sich bei den Mountainbikern mit innovativen Trainings- und Coaching-Ideen über den Aargau hinaus einen Namen geschaffen. Ein Beispiel ist der Bike-Lehrpfad im Moortal, der nationalen Musterstatus geniesst. Permanent bildete sich der Wynentaler weiter. Er absolvierte den Swiss-Olympic-Grundkurs als Trainer sowie den Diplomlehrgang.

Stirnemanns guter Draht zu den Athleten und sein praktisches Wissen bescherten ihm schliesslich 2010 den Posten des Elite-Nationaltrainers. Die Schweizer Triumphe der letzten Jahre lassen keinen Zweifel offen über sein erfolgreiches Wirken.

Als Mann der Praxis inspizierte Stirnemann jeweils mit den Athleten die schwierigsten Passagen der Rennstrecke. Dass ihn Swiss Cyling nach den Olympischen Spielen 2012 ausbootete, hatte keinen Zusammenhang mit dem Sturz in London. Stattdessen sorgte seine konsequente erfolgsorientierte Arbeit im Verband gelegentlich für rote Köpfe.

Der Gränicher mag darüber nicht hadern. Er engagiert sich mit neuem Elan in der Elite-Trainingsgruppe bei seinem Racingclub. Er ist überzeugt, dass in den nächsten Jahren aus diesem Team, in dem übrigens auch Esther Süess mittrainiert, bald nächste Athleten an die Spitze vorstossen werden.

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