Challenge League
Biedere Remis-Könige: Der FC Aarau kommt in Schaffhausen nicht über ein 0:0 hinaus

Die Aarauer zeigen in Schaffhausen eine enttäuschende Leistung und müssen sich am Ende mit einem 0:0 begnügen. Damit lässt der FCA nicht nur wichtige Punkte im Kampf um den Barrageplatz liegen, sondern er kommt auch in der Tabelle nicht vom Fleck und bleibt vorerst auf dem siebten Platz.

Ruedi Kuhn, Sebastian Wendel
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Bezeichnend: Stürmer Stefan Maierhofer (l.) fällt vor allem beim Reklamieren auf.
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Fussball, Challenge League, 17. Runde, FC Schaffhausen - FC Aarau (06. Dezember. 19)
Das Team von Patrick Rahmen bleibt in Schaffhausen klar unter den Erwartungen.
Marco Schneuwly (r.) versucht Akzente zu setzten – aber auch er bleibt vorerst erfolglos.
Schiedsrichter Sven Wolfensberger versucht die Spieler zu beruhigen.
Auch nach einer Stunde haben die Aarauer noch keinen Weg gefunden, um FCS-Torhüter Amir Saipi zu bezwingen.
Kevin Spadanuda (r.) soll für neue Impulse sorgen.
Marco Thaler (r.) verhindert mit seinem starken Einsatz eine Grosschance der Schaffhauser.
Stefan Maierhofer enttäuscht über die verpasste Chance – es war eine der wenigen des FCA.
Raoul Giger (l.) und Marco Thaler (r.) stoppen zusammen Schaffhauser Godberg Cooper (M.)
Aarauer Jérôme Thiesson (r.) hält Danilo Del Toro (l.) zurück.
Viel Kampf und wenig Offensivaktionen prägen die erste Halbzeit zwischen dem FC Aarau und dem FC Schaffhausen.
Hakan Yakin (r.) steht gegen den FC Aarau an der Seitenlinie des FC Schaffhausen. Er vertritt seinen Bruder Murat Yakin, der für diese Partie gesperrt ist.
Der FC Aarau startet sehr aufsässig in die Partie gegen den FC Schaffhausen.
Das Team von Patrick Rahmen will der FCA in Schaffhausen zum Siegen zurückkehren.
Die Teams sind auf dem Feld: Wie verhält sich der FCA heute in der Startphase?

Bezeichnend: Stürmer Stefan Maierhofer (l.) fällt vor allem beim Reklamieren auf.

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Die gute Nachricht: Der FC Aarau hat seit fünf Spielen nicht mehr verloren und dabei sieben Punkte geholt. Die schlechte Nachricht: Die vier letzten Spiele gegen Vaduz (2:2), GC (0:0), Winterthur (2:2) und Schaffhausen (0:0) endeten unentschieden.

Dass die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen in Schaffhausen lediglich ein torloses Remis schaffte, ist zweifellos eine Enttäuschung, waren die Nordostschweizer in der Challenge-League-Tabelle doch nur auf dem zweitletzten Platz klassiert. Dazu traten sie gegen Aarau mit einer Rumpftruppe auf – gleich elf Spieler zierten die Verletztenliste des Heimteams.

Lässt man die 94 Minuten auf dem Kunstrasen Revue passieren, dann ist dieses 0:0 ein gerechtes Ergebnis. War der FC Aarau in der ersten Halbzeit das etwas bessere Team, stand Schaffhausen mit dem nimmermüden Antreiber und Wirbelwind Danilo Del Toro in der zweiten Hälfte dem Erfolg etwas näher. Die Aarauer ihrerseits müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nach dem Pausentee im Spiel nach vorne kaum noch Akzente setzten.

Das Mittelfeld mit Marco Schneuwly, Mats Hammerich und Petar Misic und die einzige Sturmspitze Stefan Maierhofer zeigten zwar den einen oder andern Energieanfall, aber in der gefährlichen Zone, also innerhalb des Strafraums, herrschte tote Hose. «Defensiv haben wir wenig bis nichts anbrennen lassen, das war gut», sagte Rahmen nach Spielschluss und fügte an: «Aber nach vorne habe ich mir viel mehr erhofft, das war von allen Beteiligten einfach zu wenig.»

Glück für den FC Aarau nach dem Tackling von Giger

Zum Spielverlauf: Der FC Aarau war vor 948 Zuschauern von Beginn an hellwach, bestimmte das Geschehen und hätte das 1:0 erzielen müssen: Maierhofer mit einer Doppelchance und Schneuwly hatten den Führungstreffer auf dem Fuss. Die beste Möglichkeit gehörte Mats Hammerich, der für den gesperrten Markus Neumayr im zentralen, offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. Der 21-Jährige scheiterte mit einem Schuss aus zehn Metern am herauseilenden Schaffhausen-Torhüter Amir Saipi.

Auf der Gegenseite hätte Schiedsrichter Sven Wolfensberger nach einem Tackling von Raoul Giger an Godberg Cooper innerhalb des Strafraums durchaus auf Penalty für die Nordostschweizer entscheiden können (37.). Schaffhausen-Coach Murat Yakin müssig lächelnd zu dieser Szene: «Man muss nicht alles verstehen...»

In der zweiten Halbzeit lieferten sich die Mannschaften einen offenen Schlagabtausch mit Vorteilen für Schaffhausen. Nach 57 Minuten kam beim FCA Kevin Spadanuda für den blassen Petar Misic. Doch auch der 22-jährige schaffte es nicht, die harmlose Offensive anzukurbeln.

Immerhin: Die Abwehr ist stabiler geworden

Positiv zu werten ist die Tatsache, dass die Aarauer zum vierten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer geblieben sind. In den vergangenen fünf Spielen blieb man dreimal ohne Gegentor. Die in den vergangenen Wochen und Monaten viel kritisierte Abwehr ist mit Ausnahme des Winterthur-Spiels (2:2) um einiges stabiler geworden. Sinnbildlich dafür steht Marco Thaler, der gegen Schaffhausen eine tadellose Leistung zeigte und vielleicht doch noch wie erhofft zum Abwehrchef wird.

Apropos Zukunft: Geoffroy Serey Dié sah nach gut einer Stunde die gelbe Karte und ist im letzten Vorrundenspiel im Brügglifeld gegen Chiasso gesperrt. Gut möglich, dass der 35-jährige Ivorer in Schaffhausen zum letzten Mal für den FC Aarau zum Einsatz gekommen ist.

Und noch etwas: Sollte der FC Aarau am nächsten Wochenende gegen Chiasso gewinnen, hätte er nach 18 Spielen 24 Punkte auf dem Konto. Das wäre ein Punkt mehr als nach der Vorrunde der vergangenen Saison. Damals schafften die Aarauer bekanntlich den Sprung in die Barrage. Doch davon zu träumen, wäre nach dem biederen Auftritt in Schaffhausen vermessen.

Telegramm

FC Schaffhausen – FC Aarau 0:0

LIPO Park. – 948 Zuschauer. – SR: Wolfensberger. – Tore: Fehlanzeige.

Schaffhausen: Saipi; Müller, Belometti, Kronig, Qollaku; Coulibaly; Breitenmoser (84. Mevlja), Lika; Missi Mezu (79. Bunjaku), Cooper (56. Zé Turbo), Del Toro.

Aarau: Ammeter; Giger, Schindelholz, Thaler, Thiesson; Jäckle, Serey Dié (75. Rrudhani); Schneuwly (86. Alounga), Hammerich, Misic (57. Spadanuda); Maierhofer (75. Rossini).

Personelle Situation: Schaffhausen ohne Sessolo (gesperrt), Casciato, Tranquilli, Vitija (alle krank), Barry, Bislimi, Dindamba, Gönitzer, Krasniqi, Menezes, Nikci (alle verletzt) und Djordjevic (nicht im Aufgebot). Aarau ohne Neumayr (gesperrt), Corradi, Pepsi, Peralta, Zverotic (alle verletzt), Balaj, Hübel und Lujic (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnung: 15. Jäckle, 62. Serey Dié (beiden Foulspiel), 67. Hammerich, 67. Maierhofer, 67. Saipi (alle Unsportlichkeit), 69. Qollaku (Foulspiel), 73. Missi Mezu (Unsportlichkeit), 91. Thiesson (Foulspiel).

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