Handball NLA
Bezahlt für Kraftverschleiss: Der HSC Suhr Aarau verliert gegen Kriens-Luzern knapp mit 22:23

Der HSC Suhr Aarau traff im siebten Finalrunden-Spiel der NLA auf den HC Kriens-Luzern. Die Aarauer, die zusammen mit Bern Muri abgeschlagen letzter in der Finalrunden-Tabelle sind, verloren die Partie. Aarau verpasste den ersten Finalrundensieg gegen Kriens-Luzern mit 22:23 aber nur knapp.

Jörg Greb
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Der HSC Suhr Aarau muss weiter auf seinen ersten Finalrunden-Sieg warten.

Der HSC Suhr Aarau muss weiter auf seinen ersten Finalrunden-Sieg warten.

Franz Schefer

Es war eine mehr als überzeugende Phase gewesen zwischen der 37 und 48 Minute im vierten Fünftel der Partie zwischen dem Aufsteiger und den etablierten Innerschweizern. Aus 13:14 machten die Spieler des HSC Suhr Aarau einen solid scheinenden Vorsprung. 18:15 führten sie nach knapp 45 Minuten. Die Automatismen klappten, der Spielwitz war gross, die Deckung ein Bollwerk, und das Publikum stand zu lautstark hinter der Mannschaft.

Die Highlights im Video:

Doch das Zwischenfazit nützte wenig. In den letzten zwölf Minuten kämpften sich die robusten Innerschweizer zuerst heran und sogleich vorbei. Zwei Minuten vor Schluss war die Entscheidung gegen den HSC Suhr Aarau gefallen. Nichts wurde aus dem ersten Finalrundensieg.

«Wir waren platt, bevor dieser Fight zu Ende gekämpft war», fasste HSC-Coach Misha Kaufmann das Geschehen kurz und bündig zusammen. 50 Minuten sei seine Equipe die bessere gewesen, betonte er. Freude bereitete ihm, wie alle kämpften, wie präsent jeder sich präsentierte, wie solide die Deckung einmal mehr war. «Wir mussten nicht nur lediglich 23 Gegentore hinnehmen», so Kaufmann, «in diese geringe Anzahl gehörten sogar noch 11 Gegenstosstreffer.»

Bilder zum Spiel:

Topskorer Tim Aufdenblatten.
4 Bilder
Tim Aufdenblatten HSC Suhr Aarau
Der HSC Suhr Aarau muss weiter auf seinen ersten Finalrunden-Sieg warten.
Raphael Rohr (rot) gegen Adrian Blättler (Nr.6).

Topskorer Tim Aufdenblatten.

Franz Schefer

In diesem Fakt zeigte sich, welche Probleme seine Spieler den erfahrenen Innerschweizern vorzusetzen vermochten. Und es manifestierte sich eindrücklich, welche Entwicklung die einzelnen jungen Akteure in den letzten Monaten gemacht haben. Wie sich die Mannschaft weiterentwickelt hat. Selbstvertrauen strahlte sie aus.

Zu wenig Alternativen

Was aber fehlte und auf diesem Level vorläufig immer ein Manko darstellen dürfte, ist die fehlende Breite. «Wir haben zu wenig Alternativen», brachte es Kaufmann auf den Punkt und verglich mit den Innerschweizern. Der Unterschied zeigte sich sowohl in der Deckung wie im Angriff.

Und krass die Differenz bei den Torschützen: Waren für die 19 Tore aus dem Spiel heraus beim HSC nur vier Akteure verantwortlich, die Rückraumspieler Aufdenblatten, Romann und Rohr sowie der Flügel Beau Kägi, verteilten sich die Kriens-Luzern-Treffer auf nicht weniger als sieben Schützen – wobei Aleksandar Radovanovich mit sechs Toren und seinem vielseitigen Wurfrepertoir Bruder Mihailo auf der HSC-Seite besonders zu ärgern vermochte.

Noch drei weitere Heimpartien stehen an. Und auch wenn die Playoff-Plätze entschwunden sind, ist der Hunger beim HSC noch nicht gestillt. «Es geht immer um den Sieg, wir wollen gewinnen, alle», umschreibt Misha Kaufmann die Grundstimmung.