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Bescheidener Krieger: Novem Baumann hält für den FC Zürich die Fäuste hin

Pflichtbewusst: Partys und Ausgang sind für Novem Baumann tabu. Friedli

Pflichtbewusst: Partys und Ausgang sind für Novem Baumann tabu. Friedli

Der 17-Jährige Bergdietiker ordnet seinem Traum vom Profifussballer alles unter. Aktuell steht Baumann für die U21 des FCZ im Tor. Doch ihm ist das noch nicht genug. Schritt für Schritt will er sich für die 1. Mannschaft des FC Zürich aufdrängen.

Novem Baumann rannte, grätschte und kämpfte im Trainingsspiel um jeden Ball. Der Torhüter der U21 des Stadtklubs konnte wegen einem Handgelenkbruch vier lange Monate nicht zwischen den Pfosten stehen und trainierte bei den Feldspielern mit.

Seine Mitspieler sagen, er sei verrückt und tauften ihn auf den Spitznamen «Nono Guerrero». «Nono» steht für Novem, «Guerrero» ist Spanisch und bedeutet Krieger. Novem der Krieger. «Weil ich nie aufgebe», erklärt er.

Begonnen mit dem Fussballspielen hat der Bergdietiker auf dem Chlösterli beim FC Urdorf, eher über Oetwil-Geroldswil zum FCZ wechselte. Genau die Vereine, bei denen Leistungsträger wie Oliver Buff oder Marco Schönbächler ihre Karriere lancierten. «Sie dienen als Vorbilder, sie haben es geschafft. Ich weiss, dass ich es auch kann»

Zürcher durch und durch

Baumann sieht sich als Zürcher durch und durch, er identifiziert sich mit dem Verein, spielt schon seine sechste Saison beim FC Zürich. Im zarten Alter von elf Jahren wechselte er nach Zürich, Jahr für Jahr trainierte er fast täglich in Schwamendingen. Sein Alltag gestaltet sich aus Training, Schule, Training, Lernen und Schlafen.

Nicht immer leicht für einen 17-JährigeLin die Motivation zu finden, jeden Tag sein Bestes zu geben. Für Baumann kommt hingegen nichts anderes infrage. «Es ist eine Chance. Ich bin unglaublich glücklich darüber, dass mir ein solches Leben ermöglicht wird», sagt er ernst.

Das nicht viel Zeit für Freunde bleibt und Partys ein Tabu sind, seien Opfer, die er bringen müsse. In den jungen Jahren ist Fussballer kein «Schoggi-Job», denn Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Der Gefahr des Burnouts ist er sich bewusst.

Erholung dank Musik

Um vom Alltagsstress abzuschalten, verbringt er Zeit mit der Familie oder macht Musik. Er spielt Piano, singt, am liebsten R’n’B. Der Sohn einer philippinischen Mutter und eines Schweizer Vaters ist ein ruhiger, nachdenklicher, familienorientierter Mensch.

Er sieht über den Tellerrand hinaus: «Ich denke viel an meine Familie in den Philippinen und was für ein Leben sie und was für ein Leben ich habe.» Von dem Geld das er beim FCZ verdient, schickt er immer einen Teil in seine zweite Heimat.

Auf dem Platz jedoch verfällt der Limmattaler ganz seiner Leidenschaft. Er organisiert, motiviert und staucht wenn nötig seine Mitspieler auch mal zusammen. Er ist ein moderner Torwart, der athletisch wie auch fussballerisch seine Stärken hat. «Das Wichtigste, was ein Torwart braucht, ist Wille», sagt er und fügt hinzu, «den habe ich.»

Bereits Junioren-Nationalspieler

Für dieses Jahr hat der Junioren-Nationalspieler klare Ziele. Momentan trainiert er zwar mit der U21, kommt aber meistens bloss in der U18 zum Einsatz. Das will er ändern. Auch ist mit Urs Meier in der ersten Mannschaft ein Trainer, den Baumann bereits aus der U21 kennt.

Gute Voraussetzungen um näher zu den Profis zu rücken. Über Pfingsten findet in Zürich der traditionelle, jährliche FIFA Youth Cup statt, bei dem die talentiertesten Fussballer der Welt antreten. Im August tritt die Schweiz bei der U19-EM in Litauen an. Dort will er sich beweisen und sich für höhere Aufgaben im Verein empfehlen, Schritt für Schritt zum grossen Traum.

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