AZ Goldlauf
Berglauf-Europameisterin Martina Strähl dominiert den Osterlauf

Die Oekingerin Martina Strähl sorgt mit ihrem souveränen Auftritt für den Glanzpunkt am 49. GP Fricktal. Dass die 10 Meilen lediglich von acht Männern schneller zurückgelegt wurden, deutet an, über welche Qualität Strähls Resultat verfügt.

Jörg Greb
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Eine Klasse für sich: Siegerin Martina Strähl.

Eine Klasse für sich: Siegerin Martina Strähl.

Foto Wagner

Keine Anzeichen von Futterneid: Martina Strähl klatschte Andreas Abächerli die Hände ab, bedankte sich, obwohl dieser ihr den Vortritt verweigert hatte und die Ziellinie 1,8 Sekunden vor ihr passierte. Strähl aber betonte anderes: «Er zog mich, war auf praktisch der gesamten Strecke eine willkommene Lokomotive und sorgte für einen regelmässigen Rhythmus.» Und das führte schliesslich zu einem Fazit, das begeistert tönte: «Es stimmte alles, ich bin sehr glücklich.»

Eine Klassezeit

Der überlegene Sieg bei den Frauen war jener Faktor, der für Martina Strähl am wenigsten ins Gewicht fiel. Dass die 10 Meilen oder 16,093 km lediglich von acht Männern schneller zurückgelegt wurden, deutet schon eher an, über welche Qualität ihr Resultat verfügt. Nach 57:11 Minuten war die dreifache Berglauf-Europameisterin im Ziel. Eine Klassezeit, die auch von Topläuferinnen wie Patricia Morceli, Deborah Büttel oder Jutta Brod in den Vorjahren nicht annähernd erreicht worden war. Eine Zeit, für deren Klasse ebenso der Abstand zur zweitplatzierten Brigitta Mathys spricht: 3:50 Minuten. «Ich bin selber überrascht, rechnete vor dem Lauf mit einer 59er-Zeit», strahlte Strähl. Nicht zuletzt dank dem Zusammenspannen mit den Männern gelang ihr, was sie mit «das Tempo durchziehen» umschrieb, und das wiederum ermöglichte das Topergebnis.

GP Fricktal in Eiken. Die Spitzengruppe setzte sich früh ab.
12 Bilder
Sieger Merhawi Asmelash.
Siegerin Martina Strähl.
GP Fricktal in Eiken. Läufer vor der Autobahn.
Start der Hauptkategorie.
GP Fricktal in Eiken. Markus Joho belegte den sechsten Rang. © Alexander Wagner
Start der Junioren.
Osterhase am Osterlauf.
Läefer vor dem Rapsfeld.
Läefer der 10 Meilen kurz nach dem Start.
Läufer oben ohne bei kühlen Temperaturen.
Start der Walker.

GP Fricktal in Eiken. Die Spitzengruppe setzte sich früh ab.

Foto Wagner

Perspektiven zeigen sich

Und das Resultat stimmt die 27-Jährige zuversichtlich im Hinblick auf das grosse Saisonziel: Die Leichtathletik-Europameisterschaften von Mitte August in Zürich. Nach ihrem überzeugenden Marathon-Debüt von Ende letztem Oktober in Luzern in 2:39:14 Stunden hat sie die Qualifikation schier auf sicher. Auf ein weiteres Rennen über die 42,195 km hat sie deshalb in diesem Frühling verzichtet. Stattdessen richtet sie ihr Augenmerk auf kürzere Distanzen. Der Tempohärte gilt die Aufmerksamkeit. Und in diesem Punkt verzeichnet sie Fortschritte. «Es geht in erfreulichen Schritten aufwärts», sagt Strähl mit einem Lachen im Gesicht.

«Das war eine andere Martina»

Die Aussage lässt sich erhärten. Am Limmatlauf, drei Wochen zuvor, arbeitete sie mit «Lokomotive» André Nussbaumer zusammen. Dieser hatte nun keine Chance, eine ähnliche Aufgabe zu übernehmen und büsste gut zweieinhalb Minuten ein auf Strähl. «Das war eine andere Martina, ich blieb chancenlos», stellte er klar. Martina Strähl schmunzelte. Ihr kommt die steil ansteigende Formkurve gelegen. Und das jüngste Ergebnis stützt ihr Hoffnung, «mit einer etwas ungewohnten Marathon-Vorbereitung» zum Erfolg zu kommen. Auf flachen Terrains macht die einstige Berglaufspezialistin noch weiteres Potenzial aus.

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