Challenge League

Bemerkenswertes im Tessin: Der FC Aarau holt bei Chiasso einen 2:0-Auswärtssieg

In Chiasso gelingt dem FC Aarau der erst zweite Auswärtssieg der Saison (2:0) – in der Hauptrolle standen Akteure mit ungewisser Zukunft.

Um was geht es noch für den FC Aarau in dieser Saison? Zugegeben: In einer Meisterschaft, in der die Entscheidungen über Auf- und Absteiger längst gefallen sind, ist bei der Zielsetzung Kreativität gefragt. Andererseits ist Leistungssport ohne Ziele sinnlos.

Wenn am 21. Mai das letzte Saisonspiel abgepfiffen wird, wollen die Aarauer «Best of the Rest» sein. Heisst: Die zweite Tabellenhälfte anführen, also Rang 6 belegen. Das ist alles andere als ein Ruhmesblatt für eine Mannschaft, die pro Saison knapp 5 Millionen Franken kostet. Aber man muss die Ziele halt der Entwicklung entsprechend anpassen.

Die Reise am Sonntag nach Chiasso war der Auftakt zur Mission «Best of the Rest». Und er gelang: Dank beispielloser Effizienz gewann Aarau 2:0 gegen einen der Direktkonkurrenten um diesen Rang 6.

Aarau-Trainer Ton Verkerk und Assistenztrainer Stephan Keller

Aarau-Trainer Ton Verkerk und Assistenztrainer Stephan Keller

Das eiskalte Verwerten von Torchancen war in dieser Saison bislang keine Stärke des FCA. Umso erstaunlicher, dass Patrick Rossini und Igor Nganga die ersten zwei nach der Pause nutzten. Bemerkenswert: Bis zum 1:0 für Aarau (57.) hätte Chiasso längst führen müssen, vergab vier hundertprozentige und etliche weitere Chancen.

Zu beiden FCA-Toren lieferte Alessandro Ciarrocchi die Vorarbeit. Auch das bemerkenswert, in mehrerer Hinsicht: Erstens ist der Stürmer der Schwiegersohn von Chiasso-Trainer Baldo Raineri, seine zwei goldenen Vorlagen dürften am Familientisch also noch für Diskussionen sorgen. Dass Ciarrocchi zum heimlichen Matchwinner wurde, war nicht vorauszusehen: Bis zur Traumflanke auf Rossini vor dessen 1:0 (57.) spielte Ciarrocchi sackschwach.

Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Buerki

Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Buerki

Und dann die Kehrtwende nach der Pause. Hat das Einfluss auf seine Zukunft, sprich, auf eine allfällige Vertragsverlängerung? Ciarrocchi sagt: «Ich möchte gerne bleiben und wünsche mir so schnell wie möglich Klarheit. Und ich denke, dass ich Qualitäten habe, mit denen ich dem FC Aarau in der nächsten Saison helfen und ein Führungsspieler sein kann.»

FC Chiasso-FC Aarau 0:2 – Stimmen zum Spiel

FC Chiasso-FC Aarau 0:2 – Stimmen zum Spiel

Interviews mit Alessandro Ciarrocchi sowie mit Trainerduo Ton Verkerk und Stephan Keller.

Keller und Rahmen: Ein Treffen

Ein Mitspracherecht, welche Verträge verlängert werden, hat der baldige Cheftrainer Patrick Rahmen. Der Basler sass auch in Chiasso auf der Tribüne neben Sportchef Sandro Burki. Was hat das Duo neben Ciarrocchis zwei Gesichtern noch gesehen?

Mit dem 16(!)-jährigen Stevan Lujic tut sich auf der linken Abwehrseite ein kleines Juwel hervor, beeindruckend die Ruhe des Teenagers am Ball. Zudem zeigte Spielmacher Gianluca Frontino endlich wieder einmal, welch grosses Repertoire er besitzt.

Und im Tor bewies Lars Hunn, dass die grossen Lobeshymnen auf ihn nicht ganz zu Unrecht angestimmt werden. Das 2:0 in Chiasso war erst der zweite Auswärtssieg des FC Aarau in der laufenden Saison. Der erste gelang am 14. Oktober 2017 in Wil (3:1).

FCA-Assistenztrainer Stephan Keller und Trainer Ton Verkerk

FCA-Assistenztrainer Stephan Keller und Trainer Ton Verkerk

Kurios: Bei beiden Auswärtssiegen war Stephan Keller auf dem Papier Assistenztrainer, in der Praxis aber der Chef: Damals in Wil vertrat er den gesperrten Marinko Jurendic. Gestern in Chiasso sass der offizielle Interims-Chefcoach Ton Verkerk zwar auf der Bank, doch bekanntlich überlässt der Holländer Keller die Teamführung.

Während bei Verkerk klar ist, dass er nur temporär für den FCA im Dienst steht, ist Kellers Zukunft nach der Saison offen. In den nächsten Tagen findet ein erstes Treffen zwischen ihm und Patrick Rahmen statt. Dabei wollen sie herausfinden, ob sie als Chef und Assistent harmonieren könnten.

Keller, seit Sommer 2017 beim FCA unter Vertrag, sagt: «Ein Jahr ist kein Jahr. Mein erster Ansprechpartner ist der FC Aarau. Solange ich nicht anderweitig Klarheit, wünsche ich mir, hier zu bleiben.»

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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