Brügglifeld

Bekommt der FC Aarau heute einen neuen Trainer? Schällibaum: «Noch bin ich nicht weg vom Fenster»

Marco Schällibaum lehnt einen freiwilligen Rückzug ab – er glaubt, der richtige Trainer für den FC Aarau zu sein.

Marco Schällibaum lehnt einen freiwilligen Rückzug ab – er glaubt, der richtige Trainer für den FC Aarau zu sein.

Am Dienstag dürfte bekannt werden, ob es im Brügglifeld zum Trainerwechsel kommt. Der jetzige FCA-Trainer Marco Schällibaum ist weiterhin überzeugt, der richtige Mann für den Verein zu sein.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, dürfte entschieden sein, ob Marco Schällibaum wie erwartet den FC Aarau verlassen muss oder ob der Zürcher nochmals eine Chance erhält. Denn am Montagabend ist der Verwaltungsrat um Alfred Schmid, Roger Geissberger, Urs Bachmann, Peter Zubler, Karl Oldani und Rudolf Vogt zusammengekommen, um über die Zukunft von Schällibaum zu richten. Bis zum Redaktionsschluss dieser Zeitung war noch kein Ergebnis zu erfahren.

Rückblende: Am vergangenen Samstag, Punkt 19.33 Uhr, endet für den FC Aarau die Saison 2016/17. Spieler und Trainer freuen sich über das 2:0 gegen Xamax, begeben sich sogar auf eine Ehrenrunde im Brügglifeld und machen vor der Haupttribüne die Laola-Welle. Doch der Jubel weicht spätestens nach dem letzten Takt der Sieghymne «Sweet Caroline» der Ernüchterung.

Marco Schällibaums Trainerkarriere in Bildern:

Die drei Punkte zum Abschluss können all das, was in den Wochen zuvor schiefgelaufen ist, nicht überdecken. Das wird beim Blick in die Gesichter der Akteure und in vielen Gesprächen deutlich. Der Tenor: Es muss sich grundlegend etwas verändern, will der FC Aarau in der kommenden Saison im Aufstiegskampf ein ernsthaftes Wörtchen mitreden.

Auch Schällibaum spricht. Seit der Vertragsverlängerung am 6. April, gleichzeitig sein 55. Geburtstag, hat der FCA acht von elf Partien verloren. Dass einem Trainer bei einer solchen Bilanz die Argumente ausgehen, weiss Schällibaum. Aber aufgeben? Nicht mit Schällibaum. Er kämpft. Mehr noch: Er glaubt, mit den richtigen Transfers, der Rückkehr der Langzeitverletzten und weiteren Veränderungen käme es gut. «Ja, die Resultate stimmen nicht. Trotzdem bin ich überzeugt, dass ich es hinkriege, den FC Aarau wieder in die Erfolgsspur zu führen.»

Mit Blick auf die bevorstehende Verwaltungsratssitzung sagt Schällibaum am Samstagabend: «Warten wir ab. Noch bin ich nicht weg vom Fenster. Jedenfalls bin ich stolz auf das, was wir hier in den vergangenen knapp zwei Jahren geleistet haben.»

Kantonsduell um Jurendic?

Einige Meter neben Schällibaum steht Alfred Schmid. Lächeln und ernster Blick wechseln sich bei ihm ab. Der Sieg gegen Xamax lässt den Präsidenten ein wenig «durchschnaufen. Das war wegen der vielen Absenzen und der wenigen Zuschauer nicht einfach heute». Aber klar, entscheidend sei der Blick aufs Ganze: «Die Rückrunde war schlecht. Die Wende zum Positiven, die wir uns durch die Vertragsverlängerung mit Marco Schällibaum erhofft haben, blieb leider aus. Wir haben es nicht geschafft, aus der grossen Qualität der einzelnen Spieler eine Einheit zu formen, die konstant gut spielt.»

Trotz dieser deutlichen Worte, eine Tendenz in Sachen «Trainerfrage» lässt sich Schmid nicht entlocken. Er sagt: «Ich habe meine Meinung, aber ich entscheide nicht alleine. Am Abend des Pfingstmontags werden wir die Pros und Kontras diskutieren und dann eine Entscheidung fällen. Bis Ende Woche wollen wir in allen wichtigen Personalfragen Klarheit haben.»
Heisst: Der Nachfolger von Schällibaum soll, wenn es denn zum Trainerwechsel kommt, in den nächsten Tagen präsentiert werden.

Marinko Jurendic könnte Schällibaum als FCA-Trainer beerben.

Marinko Jurendic könnte Schällibaum als FCA-Trainer beerben.

Im Hintergrund laufen die Gespräche mit potenziellen Kandidaten bereits seit Wochen. Einer von ihnen, Marinko Jurendic, hat die Kontakte und sein Interesse am FC Aarau bestätigt. Dass sich der 39-Jährige in den vergangenen Tagen nicht mehr äussern wollte, kann man auf verschiedene Weise interpretieren: Entweder steht Jurendic kurz vor der Unterschrift beim FCA. Oder ein Engagement im Brügglifeld hat sich zerschlagen. Jedenfalls scheint ausgeschlossen, dass Jurendic weiter Trainer beim SC Kriens in der Promotion League bleibt. Den Verantwortlichen der Innerschweizer hat er mitgeteilt, dass er den Sprung ins Profigeschäft anpeile.

Übrigens: Jurendic war vor einem Jahr Wunschkandidat des FC Wohlen, sagte jedoch ab. Nun sucht Wohlen nach dem Abgang von Gabriele erneut einen Trainer – wetten, dass die Verantwortlichen dabei an Marinko Jurendic denken? Kommt es am Ende zum Kantonsduell um den gebürtigen Kroaten?

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