Die Resultate des Freiämter Challenge Ligisten gegen die Tessiner in dieser Saison sind ernüchternd: Nach dem 0:0, dem 0:4 und dem jüngsten 0:2 bleibt der Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza nur noch eine Möglichkeit, die schlechte Bilanz zu korrigieren. Sechs Runden vor Schluss kommt es für Wohlen morgen um 15 Uhr im Stadion Niedermatten zum vierten Duell mit dem Tabellenletzten.

Andy Wyder vergleicht die aktuelle Ausgangslage mit jener vor zwei Jahren. «Weil die Challenge League in der Saison 2011/12 von 16 auf 10 Teams reduziert wurde, waren die Vorzeichen für uns damals allerdings noch schwieriger», blickt der Präsident des FC Wohlen zurück. «Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Nach einem 4:2-Sieg im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Nyon folgte die Wende zum Guten. Wir holten gegen Ende der Meisterschaft 13 Punkte aus 5 Spielen und schafften den Ligaerhalt.»

Hoffnung auf furiosen Schlussspurt

Wyder hofft, dass die Partie gegen Locarno der Auftakt für ein ähnlich furioses und erfolgreiches Finale ist. Zwölf Jahre nach dem Aufstieg in die zweithöchste Klasse hat man sich im Kreis der Top 20 des Schweizer Fussballs etabliert.

Der Profibetrieb mit einem Budget zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken hat sich eingespielt. Steigt der FC Wohlen in die 1. Liga Promotion ab, käme es zum grossen Umbruch. Das Budget würde wohl weit unter die Millionengrenze fallen. Es stehen also Arbeitsstellen auf dem Spiel. Langfristige Verträge von Spielern wie Flamur Tahiraj, Alban Pnishi und Mario Schönenberger würden am Tag der Relegation nichtig.

Kein Plan B in der Schublade

Einzelschicksale sind das Eine, der Stellenwert des Klubs das Andere: «Gerade jetzt im Abstiegskampf und vor dem Spiel gegen Locarno spüre ich, dass den Leuten das Schicksal des FC Wohlen nicht egal ist», sagt Wyder. «Der Klub liegt den Fans am Herzen. Sie zeigen Emotionen und fiebern mit.» Mal schauen, ob sich Sforzas Team gegen Locarno aus der Krise schiessen kann. Der Abstieg ist für den Präsidenten zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. «Wir haben keinen Plan B in der Schublade», sagt der Vereinsverantwortliche. «Wir packen das.»