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Beim FC Wohlen ist für einmal Wellness statt Wellington angesagt

Der FC Wohlen leistet sich eine kurze Verschnaufpause. Nach den turbulenten Tagen im «Fall Wellington» zeigte das Sesa-Team in der Challenge League beim 2:2 in Schaffhausen eine erstaunliche Reaktion und tat etwas für die eigene Psychohygiene.

Daniel Weissenbrunner
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Simone Rapp erzielte mit dem 2:1 die zwischenzeitliche Führung für Wohlen. (Archiv)

Simone Rapp erzielte mit dem 2:1 die zwischenzeitliche Führung für Wohlen. (Archiv)

Ruedi Burkart

Der kühle Nachmittag im Stadion Breite hätte den aktuellen Zustand des FC Wohler nicht treffender abbilden können. Der Mannschaft von Trainer David Sesa blies ein unangenehmer Wind ins Gesicht.

Im Unterschied zum Sturm, den die Vereinsleitung im «Fall Wellington» über sich ergehen lassen muss, war der Angriffswirbel der Schaffhauser aber laues Lüftchen.

Kommunikationssperre im Fall Wellington

Die Geschichte um die fingierten Verträge des Brasilianers ist das beherrschende Thema. In der Öffentlichkeit wie intern. Die Geschäftsleitung traf sich zu einer Sitzung, um das weitere Vorgehen festzulegen.

Mehr war nicht zu erfahren. Über den Inhalt oder allfällige Beschlüsse hüllten René Meier und seine Kollegen den Mantel des Schweigens. «Wir werden, so lange die Faktenlage nicht geklärt ist, nichts Weiteres dazu sagen», begründet der Verwaltungsratpräsident die Kommunikationssperre.

Einen Maulkorb zum Thema Wellington hat auch die Mannschaft erhalten. Sie darf sich nur zu sportlichen Dingen äussern. Und dazu hatten sie gestern etwas überraschend Anlass. Selbst wenn es zu Beginn wenig verheissungsvoll aussah. Nach einer schwachen ersten Halbzeit lagen die Freiämter mit 0:1 im Rückstand.

Michael Winsauer befand sich in Spendierlaune und ermöglichte mit seinem Eigentor den Schaffhausern die Führung, die ohne ihren Topskorer Patrick Rossini auskommen mussten.

Winsauer und Rapp legten vor

Die Wohler ihrerseits hatten eine lange Abwesenheitsliste. Zuletzt musste David Sesa auch auf Paiva verzichten, dessen Oberschenkelprellung keinen Einsatz zuliess. Der Trainer machte aus der Not eine Tugend und schenkte mehreren Nachwuchskräften das Vertrauen. Grabovica, Miljkovic und Ebipi machten ihre Sache ansprechend, nach der Pause sogar gut. M

it ihnen steigerte sich die ganze Mannschaft. Sie unterband die Angriffe der Schaffhauser und suchte selbst den Weg vors gegnerische Tor.

Fehlende Routine verhindert den Sieg

Plötzlich lagen die Wohler durch Michael Winsauer und Simone Rapp nach zwei Standards vorne. Dass es am Ende nicht zum zweiten Saisonsieg reichte, schrieb David Sesa der mangelnden Routine zu. Beklagen wollte er sich über den Punktgewinn gleichwohl nicht. Das 2:2 war etwas für Gemüt und sorgte für entspannte Gesichter. So wurde es quasi ein Wellnesstrip in die Ostschweiz.

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