Handball
Bei Zofingen ist es eine Frage des Selbstvertrauens

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte können die NLB Handballer des TV Zofingen nach der Pause nicht mehr mithalten und verlieren gegen die HSC Siggenthal/Vom Stein letztlich deutlich mit 25:34.

Michael Wyss
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Zofingens Andri Tatarinoff bleibt an Siggenthals Daniel Merz (links) und Marius Moser hängen. Otto Lüscher

Zofingens Andri Tatarinoff bleibt an Siggenthals Daniel Merz (links) und Marius Moser hängen. Otto Lüscher

OTTO LUESCHER

Was passiert, wenn ein Team, das vor Selbstvertrauen nur so strotzt, auf eine Mannschaft trifft, die zuletzt immer wieder heftige Nackenschläge einstecken musste? Normalerweise etwa das, was man gestern im Aargauer Derby zwischen dem Tabellendreizehnten Zofingen und dem Ranglistenvierten Siggenthal/Vom Stein ab der 40. Minute zu sehen bekam. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste mit 19:17 und für die Einheimischen lag immer noch eine Überraschung drin. In der Folge bauten die Zofinger aber immer mehr ab und Siggenthal spielte unbeirrt sein Spiel weiter. Schnell betrug der Vorsprung der Gäste fünf Treffer (43. Minute), dann sieben (26:19/49.) und schliesslich sogar zehn (31:21/55.). «Uns fehlt es momentan einfach an Selbstvertrauen», erklärte TVZ-Trainer Fabio Madia und sprach sogleich das relativ frühe Aufgeben seines Teams an, «so dürfen wir uns vor eigenem Publikum aber trotzdem nicht verkaufen.»

Hoffnungsvoller Start für Zofingen

Zu Beginn der Partie hatten die Gastgeber noch gut mitgehalten und lagen sogar mehrmals in Führung. Es war keine sensationelle Leistung, aber der solide Auftritt genügte, um die schnörkellos und sicher agierenden Siggenthaler in Schach zu halten.

Nach dem Seitenwechsel passte bei den Zofingern aber nur in den ersten Minuten noch etwas zusammen. Danach kamen die Einheimischen meist einen Schritt zu spät, was die Gäste gnadenlos ausnutzten. Schnelle Ballstafetten und sichere Abschlüsse reichten dem Ex-Team der Neo-Zofinger Fabio Madia, Moritz Fischer und Niklaus Schöpfer, um rechtzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. «Nach der Pause haben wir mehrmals viel zu schnell abgeschlossen», sagte Fabio Madia. Zu allem Überfluss fand in der zweiten Halbzeit auch noch Siggenthal-Goalie Raphael Aeberhard in die Begegnung. Er zeigte einige starke Paraden und war mitverantwortlich, dass seine Equipe zwischen der 40. und 49. Minute für die Entscheidung sorgen konnte.

Mit diesem Erfolg gelang Siggenthal in der Tabelle der Sprung auf Platz drei, während die Thutstädter nach der achten Niederlage in den letzten neun Partien unter dem Strich klassiert bleiben.

Ein Weihnachtgeschenk im falschen Moment

Unentschieden passieren nicht so häufig im hektischen Handballsport, möchte man meinen. Doch die Zofingerinnen erspielten gegen Yellow Winterthur bereits die dritte Punkteteilung in dieser Saison. «Wenn du mit 20:14 führst und dann nur ein Remis holst, ist das doch eher enttäuschend», musste auch TVZ-Topskorerin Soka Smitran zugeben, «in unserer Situation wären zwei Zähler enorm wichtig gewesen.» Wie schon oft brauchte Zofingen einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Einmal in die Gänge gekommen, agierten die Gastgeberinnen konzentriert und seriös, sodass sich bis zur Pause ein Drei-Tore-Vorsprung einpendelte. Nach dem Seitenwechsel riss der Faden bei Zofingen abrupt. Das bisher effiziente Angriffsspiel geriet ins Stocken und sich in der Defensive taten sich ebenfalls Lücken auf. Davon nahmen die Gäste Gebrauch und verkürzten die Tordifferenz im Minutentakt. Vier Minuten vor Schluss folgte der Ausgleich, und Zofingen musste bis zum Ende zittern, um überhaupt noch einen Punkt zu
gewinnen. (nch)

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