Faustball
Begeisternde Weltklasse in der Provinz

Zum neunten Mal präsentierte der STV Schlossrued Faustball-Weltklasse im Ruedertal. Der Raiffeisenbank Reitnau-Rued-Cup erfüllte die hohen Erwartungen.

Wolfgang Rytz
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Pfungstadts Hauptangreifer Patrick Thomas steigt über der Leine hoch zum Schlag.

Pfungstadts Hauptangreifer Patrick Thomas steigt über der Leine hoch zum Schlag.

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Welt- und Europacupsieger Pfungstadt (De) siegte im Final gegen den überraschenden STV Oberentfelden.

Das sommerliche Faustballhappening in der Provinz hielt einmal mehr, was die Affiche versprach. Weltklasse war angesagt, und die weltbeste Klubequipe aus Deutschland hielt Wort. Alleine Pfungstadts Hauptangreifer Patrick Thomas rechtfertigte den Aufmarsch von 300 Faustballenthusiasten im Ruedertal.

Obwohl die zahlreichen in der Schweiz weilenden Spitzenfaustballer seit einer Woche fast täglich im Einsatz standen, demonstrierten sie in Schlossrued die hohe Schule ihres Sportes. Nach einem überzeugenden „Aufwärmen“ im innerdeutschen Startspiel gegen Vaihingen/Enz ging Pfungstadt als haushoher Favorit in die Finalpartie. Oberentfelden hatte bei der ersten Finalteilnahme im Ruedertal nichts zu verlieren, agierte aber im ersten Satz trotzdem wie die Maus vor der Schlage. Die Bälle zischten wie Geschosse an den Suhrentalern vorbei. Die 1:11-Klatsche verhiess wenig Spektakel.

Beinahe die Wende

Trainer Christian Zbinden forderte beim ersten Seitenwechsel vehement mehr Mut zum Risiko. Gepaart mit einer Leistungssteigerung, verhalf dies bald zu einem ausgeglicheneren Spiel. Ja Oberentfelden, angeführt von Schlitzohr Dominik Gugerli als Hauptangreifer, gewann im dritten Satz Überhand und hätte nach einer 10:7-Führung zumindest einen Durchgang gewinnen müssen. Aber dann unterliefen dem Team zwei „doofe“ Fehler, wie Zbinden das Zaudern beschrieb. Der immer stärker werdenden Serviceschläger Sascha Hagmann dosierte das Risiko zu sehr, und sofort übernahmen die Deutschen wieder die Regie. Vier Satzbälle genügten Oberentfelden nicht zur Ehrenmeldung. „Immerhin konnten wir uns steigern und phasenweise auf diesem Niveau mithalten“, tröstete sich der Trainer.

Pfungstadts Topangreifer Patrick Thomas zeigte sich angetan von der mitreissenden Atmosphäre in der Faustballprovinz. „Das ist die optimale Vorbereitung auf unsere Deutsche Meisterschaft in einer Woche“, erklärte er nach dem 4:0-Finalsieg. „Hoffentlich war dies nicht die letzte Einladung nach Schlossrued.“ Pfungstadt muss sich allerdings bis 2017 gedulden. 2016 findet das Turnier infolge 100-Jahr-Jubiläum des STV Schlossrued in Oberentfelden statt.

Dominik Gugerlis Show

Oberentfelden hatte im zweiten Halbfinal für eine kleine Überraschung gegen die Brasilianer aus Novo Hamburgo gesorgt. Nach solidem Beginn baute das Team von Trainer Christian Zbinden vorerst ab. Im Angriff ging gar nichts mehr. Sascha Hagmann agierte fehlerhaft und drucklos, Bei Kevin Hagen meldeten sich wieder Rückenschmerzen. Sein Ausscheiden nach zwei verlorenen Sätzen lancierte die grosse Show von Altmeister Gugerli. Der ehemalige Internationale rückte in den Angriff vor und zeigte seine Allrounderqualitäten. Er spielte die jungen Brasilianer mit überraschenden und gut platzierten Schlägen schwindlig. So kippte die Partie von 1:2 auf 3:2 für Oberentfelden.

Novo Hamburgo mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren erholte sich von diesem Dämpfer nicht. Im Spiel um Rang 3 verloren die Südamerikaner trotz engagiertem Einsatz und brasilianischer Spielfreude gegen den dreifachen Schlossrued-Turniersieger Vaihingen/Enz mit 0:3 Sätzen.

Schlossrued. 9. Internationales Raiffeisen-Turnier (300 Zuschauer). Halbfinal: Vaihingen/Enz (De) – Pfungstadt (De) 0:3 (4:11, 6:11, 2:11). Oberentfelden – Novo Hamburgo (Bra) 3:2 (11:9, 7:11, 4:11, 11:7, 11:6).

Spiel um Rang 3: Vaihingen/Enz – Novo Hamburgo 3:0 (11:9, 11:7, 11:6).

Final: Pfungstadt – Oberentfelden 4:0 (11:1, 11:7, 13:11, 11:8).

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