Turf
Baumgartner-Duo am Grossen Preis der Schweiz in der Favoritenrolle

Am Sonntag wird im Schachen der 67. Grosse Preis der Schweiz ausgetragen. Mit dabei ist ein alter Bekannter, dessen Duo dieses Jahr in der Favoritenrolle ist.

Willi Bär
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Das Duo von Peter Baumgartner (Mitte) ist am Grossen Preis der Schweiz in der Favoritenrolle.

Das Duo von Peter Baumgartner (Mitte) ist am Grossen Preis der Schweiz in der Favoritenrolle.

Pferdewoche/Archiv

Das Beste zum Schluss: Der Grosse Preis der Schweiz ist nicht nur das Hauptereignis des vierten und letzten Aarauer Renntags, sondern zugleich der Höhepunkt der Schweizer Hindernissaison.

Unter den fünf Startern stehen Alberto de Ballon und Kemaliste nach Papierform klar über ihren Konkurrenten. Beide tragen die grün-weissen Farben von Peter Baumgartner. In den 1980er- und zu Beginn der 1990er-Jahre war Baumgartner der dominierende Rennpferdebesitzer der Schweiz.

In den Siegerlisten der bedeutendsten Rennen der Schweiz dieser Zeit stösst man immer wieder auf seinen Namen. So gewann er dank Tafran (1983), Mir II (1986), Silver Rocket (1988) und Sassello (1991) auch vier Mal den Grossen Preis der Schweiz. In der Folge verschwand die markante Silhouette von Peter Baumgartner, einem grossgewachsenen, hagerern Ostschweizer, jedoch von den Schweizer Rennsportplätzen.

Comeback der alten Helden

Das Comeback von Peter Baumgartner begann mit einem Besuch von Jakob Rohr, der in den vergangenen Jahrzehnten viele erfolgreiche Rennpferde vor allem aus Frankreich in die Schweiz geholt hatte, aber in den letzten Jahren nur noch vereinzelt als Händler aktiv war. Als der in Hunzenschwil lebende Rohr vernahm, dass sein Freund und früherer Geschäftspartner Baumgartner erblindet ist und im Rollstuhl sitzt, besuchte er ihn. Im Gespräch über alte Heldentaten meinte der 84-Jährige plötzlich: «Bist du noch in der Lage, mir einen Derbysieger zu beschaffen?» Rohr bejahte, erwarb in Frankreich Oak Harbour, der darauf im Juni in Frauenfeld tatsächlich das Swiss Derby gewann. Der Derby-Sieg machte Appetit auf mehr und so nahm man den Grossen Preis der Schweiz ins Visier.

Der Macher im Hintergrund

Der Name Jakob Rohr taucht im offiziellen Programm nirgends auf, doch sollte eines der beiden Pferde von Peter Baumgartner am Sonntag tatsächlich gewinnen, ist das vor allem der Verdienst des Hunzenschwilers. Er hat den siebenjährigen Alberto de Ballon und den fünfjährigen Kemaliste im Stall des französischen Spitzentrainers Yann-Marie Porzier nicht nur ausgesucht und alle Formalitäten des Kaufs abgewickelt, sondern er hat auch die Vorbereitung auf das Rennen selber in die Hand genommen und überlässt dabei nichts dem Zufall: «Am späten Donnerstagabend verlässt der Transporter mit den beiden Pferden das Trainingszentrum in Chantilly. Am Freitagmorgen früh hole ich sie in Basel am Zoll ab und bringe sie nach Aarau.

Minuziöse Vorbereitung

Am Samstag werde ich die Pferde mit dem Schachen bekannt machen, etwa mit den weissen Einfängen vor den Hindernissen, die es so in Frankreich nicht gibt. Auch für die beiden Reiter, Gaël Barbedette und Bertrand Bourez, bedeutet der Schachen Neuland. Um zu verhindern, dass sie unterwegs einen falschen Weg einschlagen, wie es in der Vergangenheit auf dem Schachen schon mehrfach vorgekommen ist, werde ich mit den beiden vor dem Rennen den Parcours abgehen und ihnen genau erklären, auf was es wo ankommt.»