Basketball
Die Erlösung im 18. Anlauf - und die minime Chance auf ein Wunder

Das NLA-Frauenteam des BC Alte Kanti Aarau schaffte am Wochenende im 18. Meisterschaftsspiel endlich den ersten Saisonsieg. Das ist der Lohn für ihre unerschütterliche Leidenschaft. Und vielleicht ein gewichtiger Mutmacher im Hinblick auf den Cup-Halbfinal?

Leslie Scherer
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Die BC AKA Spielerinnen im Einsatz.

Die BC AKA Spielerinnen im Einsatz.

Claudia Kern,zvg / AAR

17 Spiele, 17 Niederlagen. Das Team von Trainer Velko Evgenievski verlor in dieser Saison bis am letzten Samstag jede Meisterschaftspartie. Dann kam die Erlösung im 18. Anlauf: In Pully gab es einen 64:58-Erfolg. Trotz dieser auf dem Papier verheerenden Bilanz ist der Österreicher Evgenievski nicht unzufrieden mit den Leistungen: «Das Problem ist die fehlende Erfahrung der Mannschaft, auch die Konzentration könnte besser sein», erklärt er. Ein klarer Nachteil für die Aarauerinnen sei zudem, dass die gegnerischen Teams mehr ausländische Spielerinnen haben.

Trotzdem befindet der Alte-Kanti-Trainer:

«Es geht sicher in die richtige Richtung. Die Leistung sollte nicht nur an Punkten fest gemacht werden.»

Dies auch vor dem Hintergrund, dass man auch jüngere Spielerinnen neu integriert habe, welche sich erst einfügen mussten. «Zudem hatten wir dieses Jahr mit vielen Verletzungen zu kämpfen», betont Velko Evgenievski. Wichtige Spielerinnen wie Katja Wasser oder Katarina Barnjak fehlten und konnten nur schwer ersetzt werden.

Doch so viel aus Sicht der Aarauerinnen auch schief lief, ihnen war auch das Glück hold. Da im Cup aufgrund der Corona-Einschränkungen nur noch die NLA Teams mitmachen durften, wurden die Alte-Kanti-Frauen dank einer glücklichen Auslosung ins Halbfinal gespült. Dort treffen sie in der kommenden Woche auf den klaren Favoriten BCF Elfic Fribourg. Auch wenn die Erfolgsaussichten klein sind, so ist das Team, nach so viel Pech, sehr motiviert. «Die Spielerinnen merken, dass sie auf dem richtigen Weg sind», sagt Evgenievski. Der Sieg gegen Pully war die Bestätigung dafür. Nun möchte man auch noch das letzte Meisterschaftsspiel gegen Nyon siegreich bestreiten, um die Saison versöhnlich abschliessen zu können.

Der Corona-Lockdown brachte überwiegend Positives mit sich

Auch wenn die Bilanz auf dem Platz mit den vielen Niederlagen auf dem Papier nicht allzu positiv ausfällt, so konnten die Aarauerinnen von den speziellen Corona-Bedingungen unter dem Strich sogar profitieren. «Die einzig negativen Auswirkungen waren die verschobenen Spiele, die spontan nachgeholt werden mussten. Manchmal kam in einer Woche noch ein Spiel rein, das nicht so eingeplant war. Das machte die Vorbereitung schon etwas schwerer», erklärt der Trainer die Schwierigkeiten der Equipe, den Tritt zu finden. Die Aarauerinnen selbst verzeichneten keinen Corona-Fall. «Das Schutzkonzept des Vereins funktionierte, auch die Mädchen haben sich an die Regeln gehalten», freut sich Evgenievksi.

Ansonsten brachte der Corona-Lockdown sogar überwiegend Positives mit sich. Das Team durfte weiterhin trainieren. Durch den Ausfall des Trainings der anderen Mannschaften war es sogar möglich, die Halle mehr und länger zu benutzen. Kommt dazu: Es wird dieses Jahr keinen Absteiger geben, die Aarauerinnen können also auch nächstes Jahr noch einmal einen Anlauf in der NLA nehmen. Klar ist für Velko Evgenievski, dass sich das Team in der kommenden Saison für seine Leistungen besser belohnen soll.

«Um das zu schaffen, müssen wird die gewonnenen Erfahrungen nutzen»,

sagt der Österreicher, der die Equipe ausserdem mit der einen oder anderen, ausländischen Spielerin verstärken möchte. «Unser Ziel für nächstes Jahr ist auf jeden Fall, mehr Spiele zu gewinnen und unter den ersten vier Teams zu sein.