Challenge League
Balaj-Doppelpack reicht nicht zum Sieg: Der FC Aarau trennt sich gegen die Grasshoppers 2:2

Der FC Aarau kann eine 2:0-Führung nicht für sich nutzen und muss sich gegen die Grasshoppers mit einem 2:2-Remis begnügen. Trainer Keller wartet weiter auf den ersten Sieg und Peralta verletzt sich schwer. Doppelter Torschütze für den FC Aarau: Liridon Balaj.

Ruedi Kuhn
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Vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels der Saison werden Marco Schneuwly (l.), Damir Mehidic (M.) und François Affolter werden vom FC Aarau verabschiedet.
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FCA-Doppeltorschütze Liridon Balaj hat keine Mühe, den Ball zum 2:0 im GC-Gehäuse zu versenken.
Mychell Chagas (r.) bejubelt den 1:2-Anschlusstreffer für die Grasshoppers, Olivier Jäckle ärgert sich.
Aarauer Jubel nach dem Treffer zum 2:0 durch Liridon Balaj in der 60. Minute.
FCA-Spieler Damir Mehidic (l.) setzt sich bei seiner Premiere als Innenverteidiger gegen Marcin Dickenmann durch.
Der schnelle FCA-Stürmer Yvan Alounga (M.) sorgte in der GC-Defensive immer wieder für Alarm.
Der Aarauer Kevin Spadanuda (unten) im Zweikampf mit dem Zürcher Allen Njje.
Aaraus Liridon Balaj (r.) im Zweikampf um den Ball mit GC-Spieler Giotto Morandi.
Damir Mehidic (r.) spielte gegen die Grasshoppers erstmals beim FCA als Innenverteidiger.
Die besten Bilder von der Partie des FC Aarau gegen die Grasshoppers (30. Juli 2020)
Jubel nach dem 1:0 für den FCA: Captain Elsad Zverotic (M.) und Damir Mehidic (r.) beglückwünschen Liridon Balaj zum Treffer.

Vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels der Saison werden Marco Schneuwly (l.), Damir Mehidic (M.) und François Affolter werden vom FC Aarau verabschiedet.

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Im Fussball ist es wie im normalen Leben. Man sieht sich mindestens zweimal. Für Stephan Keller war das Spiel gegen GC insofern speziell, als dass er seine aktive Karriere als Siebenjähriger 1986 bei den F-Junioren der Zürcher lancierte. 13 Jahre später klopfte der Verteidiger mit dem grossen Kämpferherzen an die Tür der ersten Mannschaft. Jetzt, nach weiteren 21 Jahren, traf er als Cheftrainer des FC Aarau erstmals auf GC.

Logisch, dass der Druck auf Keller vor dem GC-Spiel nach fünf sieglosen Spielen und dem Gewinn von nur zwei Punkten gross war. Logisch, dass Keller im sechsten Anlauf sein erstes Erfolgserlebnis geradezu herbei sehnte. Und als ein teilweise begeisternd aufspielender FC Aarau nach einer Stunde verdientermassen 2:0 führte, schien der Mist geführt.

GC aber kam dank dem Doppeltorschützen Mychell Chagas zurück, ja GC stand am Schluss dem Sieg sogar näher. Kurz vor Schluss hätte Schiedsrichter Luca Piccolo nach einem Foul von Jérôme Thiesson an Fabio Fehr innerhalb des Strafraums zwingend auf Penalty für GC entscheiden müssen.

Piccolo pfiff nicht – und ersparte dem FC Aarau eine Niederlage, die nach der guten Leistung besonders bitter gewesen wäre. So blieb es schliesslich beim 2:2. Ein Resultat das insofern in Ordnung geht, als dass Aarau zwar ein deutliches Chancenplus hatte, GC in der Schlussphase aber am Drücker war.

Der FC Aarau kam gut aus den Startlöchern und ging nach zwölf Minuten in Führung. Liridon Balaj profitierte von einem haarsträubenden Fehlpass von Djibril Diani und erzielte mit einem Flachschuss aus zehn Metern das 1:0. Der siebte Saisontreffer des 20-jährigen Kosovaren wirkte auf die Mannschaft wie ein Befreiungsschlag, ja wie eine Erlösung.

Yvan Alounga mit drei Topchancen, Elsad Zverotic mit zwei hochkarätigen Möglichkeiten und Balaj hätten das Spiel schon vor der Pause für Kellers Mannschaft entscheiden können. Es ist kein Witz. Die Aarauer hätten in der ersten Halbzeit sechs Tore erzielen können, ja erzielen müssen.

Es war allerdings nicht so, dass nur der FC Aarau offensive Akzente setzte. Weil sich die beiden Teams von Beginn an einen offenen Schlagabtausch lieferten, kam auch GC zu Chancen. Giotto Morandi und Mychell Chagas hatten das 1:1 auf dem Fuss.

In der zweiten Halbzeit ging es im gleichen Stil weiter. Unter dem Motto spielen und spielen lassen reihte sich eine offensive Aktion an die andere. Als Balaj nach einem Missverständnis zwischen GC-Verteidiger Elias Mesonero und Torhüter Mirko Salvi gar das 2:0 erzielte, schien Aarau auf die Siegesstrasse einzubiegen. Nach Chagas‘ Doppelschlag kehrte bei den Zürchern die Hoffnung auf einen Dreier zurück.

Aarau beendet die Saison auf Rang 8

Die starke Offensivleistung und der Punktgewinn gegen GC machen aus Sicht des FC Aarau ein wenig Mut. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Miguel Peralta musste in der Startphase mit Verdacht auf einen weiteren Kreuzbandriss ausgewechselt werden.

Alles in Allem muss man froh sein, dass die Saison am nächsten Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Schaffhausen zu Ende geht. Weil Vaduz gegen den FC Schaffhausen 3:1 gewann und Lausanne im Derby Stade Lausanne-Ouchy 4:0 siegte, wird der FC Aarau am Ende auf dem achten Rang klassiert sein. Eine Platzierung, die den Ansprüchen des Klubs nicht gerecht wird. Bleibt zu hoffen, dass Mitte September, wenn die neue Saison startet, alles besser wird.

Das Telegramm

FC Aarau – GC 2:2 (1:0)

Brügglifeld. – 1’000 Zuschauer. – SR: Cibelli. – Tore: 12. Balaj 1:0. 60. Balaj (Affolter) 2:0. 67. Chagas 2:1. 82. Chagas (Foulpenalty) 2:2.

Aarau: Ammeter; Peralta (19. Affolter), Thiesson, Mehidic, Caserta; Jäckle; Rrudhani (85. Misic), Zverotic (77. Hammerich); Balaj, Alounga, Spadanuda.

GC: Salvi; Dickenmann, Salatic, Pijnaker (46. Mesonero), Iodice; Buff (46. Njie), Diani (76. Kalem); Pusic, Ben Khalifa (46. Zé Turbo), Morandi; Chagas.

Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Gashi, Giger, Lujic, Thaler (alle verletzt), Corradi und Hübel (beide nicht im Aufgebot). GC ohne Wittwer (gesperrt), Cabral, Cvetkovic, Gjorgjev, Goelzer (alle verletzt), Arigoni, Rustemoski, Scheidegger und Souare (alle nicht im Aufgebot). – 19. Peralta verletzt ausgeschieden. – Verwarnungen: 29. Zverotic (Reklamieren), 42. Spadanuda, 43. Iodice, 57. Diani, 87. Jäckle (alle Foulspiel).

Die Noten der FCA-Spieler

Nicholas Ammeter: Note 5 Der 19-Jährige verhindert mit seinen Paraden, dass die Partie nicht doch noch verloren geht. Bei den beiden Gegentoren ist er machtlos.
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Miguel Peralta: ohne Note Der 24-Jährige geht nach einem Zweikampf im eigenen Strafraum zu Boden und muss bereits in der 19. Minute verletzt raus.
Jérôme Thiesson: Note 3 Zuerst ist er beim Gegentreffer zum 1:2 zu passiv, dann hat er Glück, dass der Schiedsrichter sein klares Foul im Strafraum (88.) übersieht.
Damir Mehidic: Note 3,5 Seine Premiere als Innenverteidiger wird von Licht und Schatten begleitet. Immerhin: An Engagement fehlt es ihm nicht.
Flavio Caserta: Note 3,5 Der 16-Jährige zahlt Lehrgeld und verschuldet in der 82. Minute den äusserst unglücklichen Penalty, der zum 2:2-Ausgleich für die Grasshoppers führt.
Olivier Jäckle: Note 4 Der 27-Jährige steigert sich mit Fortdauer der Partie, steht dann aber mit seinem Fehlpass am Ursprung des GC-Anschlusstreffers zum 1:2.
Donat Rrudhani: 4,5 Vor allem in der Startphase sorgt er immer wieder für Wirbel und setzt seine Mitspieler gut ein. Nach der Pause gibt es von ihm nicht mehr sehr viel zu sehen.
Elsad Zverotic: Note 5 Der Captain weckt seine Teamkollegen mit einem Revanchefoul (29.) auch in kämpferischer Hinsicht auf.
Liridon Balaj: Note 5,5 Ein starker Auftritt des Kosovaren. Sorgt mit seinen Saisontoren sieben und acht für die Aarauer Glücksgefühle.
Yvan Alounga: Note 4,5 In der ersten Halbzeit überfordert er die GC-Abwehr immer wieder mit seiner Geschwindigkeit. Vergibt allerdings gleich reihenweise Top-Chancen.
Kevin Spadanuda: Note 4 Der 23-Jährige erarbeitet sich die eine oder andere Möglichkeit. Zählbares schaut dabei aber nicht heraus – auch nicht in der Nachspielzeit, als er seinen Abschluss von GC-Goalie Salvi abgewehrt sieht.
Francois Affolter: Note 4,5 Seine Flanke führt unter gütiger Mithilfe der GC-Defensive zum zwischenzeitlichen 2:0. Defensiv manchmal etwas zu passiv.
Mats Hammerich: ohne Note Wird in der 76. Minute für Captain Zverotic eingewechselt. Zu kurzer Einsatz für eine Bewertung.
Petar Misic: ohne Note Der Kroate kommt in der 85. Minute für Rrudhani. Zu kurzer Einsatz für eine Bewertung.

Nicholas Ammeter: Note 5 Der 19-Jährige verhindert mit seinen Paraden, dass die Partie nicht doch noch verloren geht. Bei den beiden Gegentoren ist er machtlos.

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