Badminton

Badminton-Team Team Argovia schafft es in den Playoff-Final

Die letzten Punkte von Ayla Huser zum Sieg von Team Argovia.

Die letzten Punkte von Ayla Huser zum Sieg von Team Argovia.

Team Argovia gewinnt den NLA-Halbfinal den Handball-Krimi gegen Team Solothurn hauchdünn und steht in zwei Wochen erstmals im Interclub-Final. Nach einem 4:4-Unentschieden am Samstag siegte der Aussenseiter am Sonntag auswärts mit 5:3.

Badminton ist nicht Fussball. 0:3 lag Team Argovia nach drei Partien des Halbfinal-Rückspiels in Solothurn hinten und war dennoch auf Kurs. Und am Schluss erhielten die Gastgeber Champagner und eine Medaille. Der Sieg allerdings ging an die Aargauer. Für sie findet die Saison mit dem Final eine Fortsetzung, für Solothurn blieb Bronze als Dritter.

«Wir liessen uns durch den Verlauf der Partie nicht aus dem Konzept bringen», nannte Argovia-Spielertrainer Andrew Dabeka das Erfolgsrezept. 4:4 in den Spielen und 10:10 in den Sätzen trennten sich der Aargauer Playoff-Debütant und der Qualifikationssieger im Hinspiel am Samstag. Fast alle Spiele waren hart umkämpft. Für das Rückspiel durfte Solothurn die Reihenfolge der Partien festlegen. Die Rechnung, die drei sichersten Werte zu Beginn antreten zu lassen, ging auf. Die 3:0-Führung gab zünftig Rückenwind für die beiden folgenden Männer-Einzel.

Dabeka liess das Doppel aus

Aber auch Argovia hatte zwei taktische Joker gezogen. Der 34-jährige Dabeka, der stärkste Spieler beim Aussenseiter, wurde nur im Einzel eingesetzt. «Ich bin im Badminton ein alter Mann. Vielleicht hätten mir nach einem erneuten Doppeleinsatz die Kräfte fürs anschliessende Einzel gefehlt», sagte der Kanadier. Im Doppel lagen die Vorteile ohnehin beim Gegner und die Solothurner hatten zudem Dabekas Einzel direkt im Anschluss an das Doppel angesetzt. «15 Minuten Pause sind ziemlich kurz für einen alten Mann», sagte Dabeka.

Der zweite taktische Schachzug der Aargauer war der Wechsel von Reto Wettstein zu Christian Kirchmayr für das dritte Einzel. Dessen haushoher Erfolg bildete den Startschuss zur entscheidenden Wende vom 0:3 zum 5:3. Die Schlüsselbegegnung war das Mixed-Doppel. Dieses hatten die englische Verstärkung Matthew Honey und Ayla Huser am Samstag mit 21:23 im dritten Satz in extremis verloren. Beim zweiten Mal machten es die Zwei besser und holten den Sieg in drei Sätzen.

Badminton Derby Aargau-Solothurn

Badminton Derby Aargau-Solothurn

Ayla Huser war der Held des Tages

Nun musste Ayla Huser das Werk gegen Monika Fischer beenden. Keinen einzigen Satz hatte die Nidwaldnerin in Aargauer Diensten in bislang drei Direktbegegnungen in dieser Saison gegen Fischer verloren. Diesmal lastete aber der ganze Druck auf der 20-Jährigen. «Ich war brutal nervös, denn ich habe in der Vergangenheit solche Spiele mehr als einmal verloren», sagte Huser, «ich wusste, dass es vor allem ein Kampf gegen mich selber sein würde.» Im Weg waren ihr früher oft der Hang zur Perfektion und die emotionale Art. Seit anderthalb Jahren arbeitet Huser deswegen mit einer Sportpsychologin zusammen. Offensichtlich mit durchschlagendem Erfolg. Huser gewann nach Anlaufschwierigkeiten klar und war so etwas wie der Held des Tages im starken Team Argovia.

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