Unschlagbar? So fühlt sich die Multikulti-Truppe mit Doppel- und Mixedspezialistin Lea Müller aber nicht. «Wir wissen diesen starken Saisonstart richtig einzuschätzen», sagt die 26-Jährige. Denn viele einzelne Spiele seien eng gewesen, zum Ende hin aber oft auf ihre Seite gefallen.

Gleich sieht dies Co-Präsidentin Nicole Wadhawan: «So klar die Begegnungen in der Endabrechnung jeweils waren, so eng waren oft die einzelnen Duelle. Da hatten wir öfters auch mal das Glück auf unserer Seite.» Trotzdem freut sich Wadhawan, die bisher noch kein Spiel als Zuschauerin verpasst hat, über den gelungenen Saisonstart des NLA-Teams und sagt: «Dass wir weiterhin ungeschlagen sind, hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen.»

Spitzenkampf gegen Yverdon

Am Wochenende wird das Aushängeschild des Vereins ein weiteres Mal stark gefordert. Am Samstag trifft man in La Chaux-de-Fonds auf den Gastgeber und amtierenden Schweizer Meister. Am Sonntag empfangen die Aargauer in Gebenstorf den Tabellennachbarn Yverdon-les-Bains zum Spitzenkampf.

Die Ausgangslage für die beiden Spiele ist unterschiedlich, wie Müller zu Protokoll gibt: «Gegen Chaux-de-Fonds wissen wir, was für einen Gegner wir in etwa zu erwarten haben. Bei Yverdon, dem Team mit dem grössten Spielerkader, ist es hingegen immer wieder überraschend, wer auf der anderen Seite steht.»

Ausländer sind Trumpf

Dies hat den einfachen Grund, dass im Badmintonsport in der NLA kein Team mehr ohne Ausländer auskommt. Bei Team Argovia sind es mit Pedro Martins (Portugal), Nikita Khakimov (Russland), Marina Ilyinskaya (Ukraine) und Evgeniya Kosetskaya (Russland) deren vier. Wobei die beiden Frauen abwechselnd zum Einsatz gelangen.

Mit zum Team gehören auch Lea Müller, Chantal von Rotz, Tobias Künzi, Joel König und der momentan verletzte Spielertrainer Hafiz Shaharudin. Sie alle teilen sich die acht Spiele einer Begegnung (3 Herren Einzel, 2 Herren Doppel, 1 Mixed, 1 Damen Doppel, 1 Damen Einzel) auf.

Auch Schweizer Spieler spielen stark

Und auch wenn die ausländischen Spielerinnen und Spieler fest zum Team gehören, leben sie zumeist nicht in der Schweiz. Beim Team Argovia werden sie jeweils für die Spiele auf Kosten des Vereins eingeflogen und weilen beispielsweise von Mittwoch bis Montag der nächsten Woche bei Teamkollegen oder auch der Co-Präsidentin. «Das ist günstiger, als wenn wir ausländische Profis bei uns angestellt hätten und Löhne zahlen müssten», erklärt Wadhawan.

Und auch wenn die Entwicklung in der NLA sich in Richtung noch mehr Ausländer ausweitet, sind diese Ausnahmekönner nicht alleine verantwortlich für den derzeitigen Erfolg des Aargauer Teams. «Vor allem unsere beiden Schweizer Spieler Tobias Künzi und Joel König spielen momentan sehr stark und konstant. Sie haben beide noch kein Einzel verloren in dieser Saison», sagt Wadhawan.

Ungeschlagenheit ausbauen

Sehr zufrieden zeigt sich auch Lea Müller mit ihrer persönlichen Leistung. «Als Team harmonieren wir gut und haben einen tollen Teamgeist. Und auch wenn ich mich auf neue Partner im Damen Doppel und im Mixed einstellen musste, klappt dies bisher hervorragend.» Das fehlende Training mit den ausländischen Verstärkungsspielern führt laut Müller nicht zu Problemen: «Wir kommunizieren auf dem Feld offen miteinander, und unter dem Strich haben beispielsweise Ilyinskaya und Khakimov eine so hohe Qualität – da helfen sie dir unheimlich viel.»

Trotzdem kann die 26-Jährige nicht ganz hinter der Entwicklung hin zu immer mehr Ausländern im Badmintonsport stehen. «Wir als Schweizer können trotz immensem Aufwand nicht gross etwas verdienen. Wenn die Finanzierung in weitere ausländische Verstärkungsspieler weitergeht, wird sich an dieser Situation nichts ändern.»

So ist sich Müller auch sicher, dass sie so lange weiterspielen möchte, wie ihr der Sport gefällt, es mit Studium und Beruf vereinbar bleibt und sie auch körperlich und spielerisch noch auf diesem Niveau mithalten kann. Vorerst aber will sie die Serie der Ungeschlagenheit am Wochenende möglichst ausbauen und hoffentlich nach 2013 und 2017 den dritten Schweizer-Meister-Titel der Vereinsgeschichte feiern.