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Badens Torhüter Marko Vasilj rastet aus und muss ins Spital

Baden verliert das Aufstiegsspiel der 1. Liga Classic gegen Le Mont 2:3 – Torhüter Vasilj rastet aus, muss notfallmässig verarztet und mit der Ambulanz ins Kantonsspital nach Baden überführt werden.

Ruedi Kuhn
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Da war die Welt noch in Ordnung: Baden feiert das 1:0.
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Fabio Rego foult Badens Raffaele Cardiello. Den fälligen Penalty versiebt Rainer Bieli.
Badens Michael Ludäscher steigt gegen Goalie Gentile hoch.
Badens Rainer Bieli gestoppt von Goalie Gentile und Morganella.
Baden verliert gegen Le Mont
Badens Ersatzgoalie Philippe Bachmann kann den Penalty nicht halten.
Badens Emir Sinanovic am Ball.
Badens Rainer Bieli wurde vor dem Spiel mit Blumen verabschiedet..
...und ist nach dem Spiel untröstlich.
Baden verliert im eigenen Stadion gegen Le Mont 2:3.

Da war die Welt noch in Ordnung: Baden feiert das 1:0.

Otto Lüscher

Kurz vor der Pause brechen im Stadion Esp vor 1300 Zuschauern beim Stand von 1:1 alle Dämme. Schiedsrichter Luca Cathomen zeigt Marko Vasilj wegen einer Notbremse die Rote Karte. Der Torhüter des FC Baden ist ausser sich. «Ich habe den Stürmer von Le Mont nie und nimmer berührt», sagt er mit hochrotem Kopf. Sekunden später verliert der 22-Jährige die Nerven.

Vor lauter Wut schlägt er beim Garderobeneingang mit der rechten Hand in eine Glastür. Es fliegen Glassplitter. Blut spritzt. Blut fliesst. Vasiljs Oberarm ist völlig entstellt. Was folgt, ist ein kleines Drama: Der junge Mann muss notfallmässig verarztet werden. Eine halbe Stunde später wird der Goalie mit dem Ambulanzwagen ins Spital nach Baden überführt. Dort wird er operiert. Vasilj hat Glück im Unglück: Bleibende Schäden dürfte der Unglücksrabe keine haben.

Auslöser des Ausrasters von Vasilj ist eine Szene in der 40. Minute. Der Badener Keeper berührt Le-Mont-Stürmer N’Silu innerhalb des Strafraum leicht und bringt ihn zu Fall. N’Silu rappelt sich auf und schiesst den Ball aufs Tor. Emir Sinanovic kann die brenzlige Situation auf der Linie klären. Jetzt entscheidet Schiedsrichter Cathomen auf Penalty und zeigt Vasilj die Rote Karte.

Baden-Trainer Sven Christ spricht nach dem Schlusspfiff von einem Tatsachenentscheid, an dem es nichts zu rütteln gibt. Das ist zweifellos richtig, aber N’Silu kam nach dem Foul zu einem Abschlussversuch. Luigi Ponte spricht deshalb von einem Fehlentscheid und sagt: «Hat sich die Szene tatsächlich so zugetragen, ist der Entscheid falsch», sagt der Präsident des Schweizerischen Schiedsrichter Verbandes. «Der Spielleiter hat Le Mont zwei Chancen gegeben. Das entspricht nicht den Regeln.»

Dass Sid Ahmed Bouziane den Elfmeter nach 42 Minuten zum 2:1 für Le Mont verwertete, war matchentscheidend. Nach dem 0:1 im Hinspiel hätte der FC Baden für den Aufstieg drei Tore erzielen müssen. Und das in Unterzahl. Sinanovic gelang zwar noch das 2:2. Mit Le Monts drittem Treffer von N’Silu war der Mist nach knapp einer Stunde geführt. Dabei hatte für Baden alles so gut begonnen. Joel Geismann brachte den Heimklub in der dritten Minute mit einem abgefälschten Schuss in Führung. Und wäre Rainer Bieli nach zehn Minuten mit seinem Abschlussversuch aus kurzer Distanz nicht knapp gescheitert, hätte es in der Startphase zu einem Zweitore-Vorsprung gereicht. Weil man mit dem Konjunktiv keine Spiele gewinnt und der gestrige Nachmittag für den FC Baden unter dem Motto «Pleiten, Pech und Pannen» stand, blieb am Schluss nur der grosse Frust.

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