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Badens neuer Cheftrainer Sven Christ will ganz hoch hinaus

Impulsiv und zielstrebig: Sven Christ verlangt von sich und seinen Spielern maximales Engagement.

Impulsiv und zielstrebig: Sven Christ verlangt von sich und seinen Spielern maximales Engagement.

Der neue Baden-Trainer Sven Christ fordert mehr Emotionen. An Selbstbewusstsein mangelt es dem früheren Linksverteidiger jedenfalls nicht. Er will als Trainer Karriere machen. Ich möchte in die grossen Stadien in der Schweiz, ja sogar in Europa.

Ein Blick in die Zukunft? Bitte schön. Wir schreiben den 10. Juli 2015. Das Stadion des FC Aarau im Torfeld Süd erstrahlt in vollem Glanz und ist nach zweijähriger Bauzeit bezugsbereit. Im Eröffnungsspiel trifft der FCA vor 10 000 Zuschauern auf den FC Basel und erreicht gegen den Meister ein ehrenvolles 1:1. Das Tor für die Aarauer erzielt der unverwüstliche Sandro Burki in der 95. Minute mit einem Schuss aus 40 Metern. Sven Christ schafft in seinem ersten Spiel als FCA-Trainer einen Achtungserfolg - und freut sich beinahe diebisch darüber, dass er den an einer leichten Grippe leidenden Burki nach 94 Minuten eingewechselt hat.

Christ als Trainer des FCA? Warum nicht? Der gebürtige Bieler lächelt über die kleinen Träumereien und sagt: «Natürlich habe ich Visionen. Diese beschränken sich aber nicht auf den FC Aarau. Ich will als Trainer Karriere machen. Ich möchte in die grossen Stadien in der Schweiz, ja sogar in Europa.» Grosse Worte. An Selbstbewusstsein mangelte es dem früheren Linksverteidiger noch nie. Während der aktiven Laufbahn holte der Linksverteidiger bei Aarau, Mainz, Lausanne und GC aus seinen Möglichkeiten das Optimum heraus und zählte zu den Teamstützen.

Will Uefa-Pro-Lizenz machen

Seine Trainerkarriere lancierte Christ vor vier Jahren in der Zentralschweiz. Nach Sursee, Schötz und Cham möchte er nun den Durchbruch schaffen. Nach dem Abgang von Francesco Gabriele zu Bellinzona ist der 38-Jährige erstmals Profitrainer. Und zwar als Coach beim 1. Ligisten Baden und als Konditionstrainer beim Team Aargau.

Die Festanstellung wird dem Instruktor aller Voraussicht nach die Möglichkeit bieten, schon im nächsten Jahr die Ausbildung für die Uefa-Pro-Lizenz in Angriff zu nehmen. Die Premiere als Trainer des FC Baden ist Christ am letzten Sonntag mit dem 1:0-Sieg in Muttenz gelungen. Morgen folgt im Cup die vermeintlich leichte Aufgabe gegen den 3. Ligisten Diessenhofen. Christ hebt den Warnfinger und sagt: «Dieses Spiel ist kein Selbstläufer. Nur wer mit dem nötigen Respekt an eine Aufgabe herangeht, kann Erfolg haben.»

Jürgen Klopp als Vorbild

Christ setzt als Trainer auf Begeisterung. Exakt diese Tugend hat er beim FC Baden vermisst. «Ich habe den Spielern klargemacht, dass es mir an Emotionen fehlt», sagt Christ. «Ich provoziere gerne - und zwar positiv und negativ.» Was Taktik und System betreffen, vertraut er auf Offensive und setzt auf ein 4-3-3-System. «Mein Ziel ist es», fügt der Jungtrainer hinzu, «dass die Zuschauer meine Handschrift als Trainer erkennen.» Am meisten gelernt hat Christ diesbezüglich von Jürgen Klopp. Der frühere Trainer von Mainz und aktuelle Coach von Meister Dortmund versteht es, aus den Spielern das Letzte herauszukitzeln. Exakt das möchte Christ auch schaffen.

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