NLB Fussball

Badens Frauen verspielen im Gewitter den Ligaerhalt in der NLB

Bei Blitz und Donner verkriecht sich mancher Hund hinter dem Ofen. Wie begossene Pudel wirkten auch die NLB-Spielerinnen des FC Baden nach der Schicksalspartie gegen Rapperswil-Jona.

Das lag einerseits am Wolkenbruch nach 75 Spielminuten, als der Schiedsrichter die bedauernswerten Teams für zehn Minuten in die Garderoben schicken musste. Es drohten Hagelschäden. Vielmehr noch lag es am Resultat. Ausgerechnet, als das Donnerwetter kam, entschieden die Gäste die Partie. Die 1:2-Niederlage war für Baden unverdient, aber umso schwerwiegender. Man kann den Ligaerhalt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Nach drei Jahren NLB droht der Abstieg. Nur der FCA kann Baden jetzt noch retten. Erst Aaraus Sieg in Rapperswil in der letzten Runde vom Samstag würde einen allfälligen Baden-Erfolg in Lugano zum sportlich wertvollen Resultat deklarieren.

Eigentlich wäre alles für die Party angerichtet gewesen. Mit einem Sieg im Heimspiel hätte der FC Baden den Ligaerhalt feiern können. Doch offensichtlich lähmt eine solche Ausgangslage bisweilen die Beine jener Akteurinnen, die alles in den eigenen Füssen haben. Oder wie es Baden-Captain Jenny Theiler sagte: «Wir haben uns wohl zu viel Druck gemacht.» In der ersten Halbzeit war der Gegner klar besser, schneller auf den Beinen und als Folge deutlich präsenter auf dem Rasen.

Nach der Pause übernahm Baden immer mehr das Diktat. Doch als das erste Donnergrollen am Himmel zu hören war, schlug der Blitz nach gut einer Stunde zweimal im Tor des FC Baden ein.

Ein zu kleines Kader

Doch wieso konnte es nach zwei mehr oder weniger erfolgreichen NLB-Saisons überhaupt so weit kommen? Vor allem der Saisonstart verlief turbulent. Die Verletzung von Goalie Becirovic zwang für die ersten fünf Spiele Stürmerin Löw ins eigene Tor. Nach den Herbstferien trennte man sich zudem vom Trainer. Der routinierte Walter Malzach übernahm. Zwischendurch folgten immer wieder Beweise für Badens Potenzial: Sieg gegen NLB-Meister Schlieren, Cuperfolge mit der Qualifikation für den Viertelfinal gegen den späteren Cupsieger Yverdon. Doch auch unter Malzach kam Baden nie mehr richtig vom Strich weg.

Im kleinen Kader liegt für den Chef der Hauptgrund. Noch weiter geht Captain Jenny Theiler: «Uns fehlt im Sturm ein Knipser – eine Spielerin, die regelmässig trifft. Und uns fehlen genügend Spielerinnen, die bereit sind, mehr als zweimal pro Woche zu trainieren. So ist das Engagement von zu vielen im Kader für die NLB zu klein.» Klare Worte. Doch aufgeben will Theiler noch nicht.

Welche Prämie gibt es für einen Aarauer Effort gegen Rapperswil? Bei den Männern wären es drei Harasse Bier. Schicken die Frauen zwei Kartons Prosecco ins Brügglifeld? Theiler lacht: «Das haben wir uns noch gar nicht überlegt, denn wir haben heute mit einem Sieg gerechnet.» Dann hätte man den Sekt selbst getrunken. So gabs nur Wasser. Das dafür in rauen Mengen.

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