Fussball

Badens Alessandro Nesta: Rapisarda hat in Baden sein Glück gefunden

© foto-net / Alexander Wagner

Der Ex-Profi Giuseppe Rapisarda ist aus dem Badener Team nicht mehr wegzudenken. Auch wenn es mit der grossen Karriere nicht geklappt hat, die Freude für den Fussball ist ungebrochen. Vor allem auf die neue 1.-Liga-Saison, die morgen beginnt.

Der alt-Internationale Kubilay Türkyilmaz verglich Giuseppe Rapisarda einst mit dem italienischen Abwehr-Patron Alessandro Nesta. Dieser Vergleich liegt einige Jahre zurück. Es war 2007, der junge Rapisarda bestritt seine erste Saison mit dem FC Aarau. Die ganz grosse Karriere, die Türkyilmaz damals prophezeite, blieb aus. Immerhin brachte es Rapisarda mit dem FC Zürich und dem FC Aarau auf knapp 100 Einsätze in der Super League. Heute nimmt der bald 29-jährige Innenverteidiger seine zweite Saison mit dem 1.-Ligisten FC Baden in Angriff.

«Es liegt an mehreren Faktoren, dass es mit der ganz grossen Karriere nie ganz geklappt hat», sagt Rapisarda. Er nennt seine mangelnde Konstanz, das nicht ganz so üppige Talent und das fehlende Quäntchen Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. «Aber Türkyilmaz’ Vergleich mit Nesta ehrt mich», fügt Rapisarda an.

Leidenschaft wie am ersten Tag

Es gibt zahlreiche Beispiele von Profifussballern, denen der grosse Durchbruch verwehrt blieb. Und fast so gross ist die Zahl derer, die dann als abgehalfterte Ex-Profis lustlos durch die unteren Ligen tingeln. In diesem Punkt unterscheidet sich Rapisarda wohltuend von seinen Kollegen. Mangelndes Engagement kann man ihm nicht vorwerfen. Der Einsatz und die Leidenschaft sind so gross wie in den ersten, verheissungsvollen Tagen.

Vielleicht liegt es daran, dass der Zürcher Frieden mit seiner Situation geschlossen hat. «Ich bin ein bodenständiger Mensch, anerkenne die Realität», sagt Rapisarda, «ich habe einige Jahre als Profi leben können. Das ist schön. Nun bin ich glücklich beim FC Baden.» Rapisarda, der Ex-Profi, ist wieder Amateurfussballer und arbeitet zu 100 Prozent als Sachbearbeiter.

Vorbild und Routinier

Beim FC Baden hat er seine Rolle gefunden. In der Mannschaft ist er einer der wenigen Routiniers. Er ist Vorbild, leitet und führt die Jungen. «Mit diesem Ziel bin ich nach Baden gekommen. Ich mache das gerne», sagt Rapisarda und erinnert daran, dass auch er in jungen Jahren von den Routiniers profitieren durfte. Und wenn dann Talente wie Marco Thaler oder Miguel Peralta den Durchbruch schaffen, erfüllt das auch Rapisarda mit Stolz und er denkt sich: «Vielleicht habe auch ich einen kleinen Beitrag dazu geleistet.»

Heute startet Baden gegen Balzers (Esp, 16 Uhr) in die neue Saison. Über seinen neuen Trainer Gabor Gerstenmaier sagt Rapisarda: «Er ist sehr ehrgeizig, motiviert und verlangt viel von uns. Er hat eine hungrige Mannschaft übernehmen dürfen.» Der knapp verpassten Aufstieg gegen Xamax sei abgehakt, sagt Rapisarda. «Wir hatten genug Zeit, das zu verarbeiten. Wir können stolz auf das Erreichte sein.»

Eine gute Rolle spielen

Rapisarda ist überzeugt, dass der FC Baden auch in der neuen Saison wieder eine gute Rolle spielen wird. Doch um Ziele zu definieren, sei es noch zu früh. Er ist Routinier genug, um zu wissen, dass es viele Unbekannte gibt. Bekannt ist, dass sich an Rapisardas Einstellung auch in Zukunft nichts ändern wird. «Wenn ich etwas mache, dann ziehe ich das durch, dann spielt es keine Rolle, in welcher Liga ich auflaufe. Ich will konstant gute Leistungen zeigen und Vorbild sein», sagt er bestimmt.

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