Fussball
Baden verliert gegen St. Gallen 0:3 – Wie eine Bratwurst ohne Senf

Der Erstligist FC Baden unterliegt in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups dem FC St. Gallen mit 0:3. Das Spiel war geprägt von Vorsicht und Zurückhaltung. Es war ein St. Galler Sieg mit dem Rechenschieber.

Andreas Fretz (Text) und Luca Muntwyler (Liveticker)
Drucken
Schweizer Cup Baden gegen St. Gallen
15 Bilder
Geschlagener Torhüter Karanovic (links) umkurvt vor seinem Tor Goalie Predrag Pribanovic.
1:0 für St. Gallen Goran Karanovic trifft nach einer halben Stunde.
Baden auf verlorenem Posten Kein Durchkommen für FCB-Stürmer Goran Antic.
Siegerjubel Goran Karanovic (St. Gallen) jubelt über den Sieg im Cup.
Grosser Einsatz Goran Antic (rechts) stoppt Guimaraes Everton.
Der Badener Goran Antic im Duell mit St. Gallens Guimares Everton
Der Badener Adijan Keranovic (links) gegen den St. Galler Guimares Everton
Unentschieden im Kopfballduell Der Badener Adijan Keranovic (links) gegen den St. Galler Guimares Everton.
Es geht los Die Spieler von St. Gallen und Baden präsentieren sich den Fans.
Aufwärmen Die Spieler des FC St. Gallen sind bereit.
St. Galler Fans Wer hat Angst vor dem Schwarzen Mann?
Grüner Rauch Die St. Galler Fans begrüssen ihre Mannschaft.
Aufwachphase Derweil ist es auf Seiten der Badener Supporter noch ziemlich ruhig.
Aufgewacht Jetzt rauchen auch die Badener...

Schweizer Cup Baden gegen St. Gallen

Alexander Wagner

Am liebsten wäre ihm eine Entscheidung im Penaltyschiessen, verriet Badens Präsident Thomi Bräm vor dem Anpfiff der Cup-Partie im heimischen Stadion Esp. Der Grund: Dauert das Spiel länger, lassen sich mehr Bratwürste verkaufen. 1000 Kalbs- und 300 Schweinsbratwürste hatte Badens «Bratwurst-Chef» Marc Furrer für den Cup-Match gegen St. Gallen angekarrt. 2850 Zuschauer waren gekommen. Und bekanntlich konsumieren die Gäste aus der Ostschweiz ihre Leibspeise vorzugsweise ohne Senf.

St. Gallens Rechnung ging auf

Etwas fad verlief denn auch das Spiel: Es war wie eine Bratwurst ohne Senf. Die St. Galler schätzen das, die Aargauer weniger. Der Wunsch von Präsident Bräm wurde nicht erhört. Der Gast aus der Super League zog mit einem 3:0-Sieg in die Sechzehntelfinals des Schweizer Cups ein. Es war ein selten begeisterndes, über weite Strecken vorsichtig geführtes Spiel. Doch am Ende des Tages ging die Rechnung für Trainer Jeff Saibene auf.

Badens Trainer Gabor Gersteinmaier musste auf sechs verletzte Akteure verzichten. Fünf Spieler standen erstmals in der Startaufstellung St. Gallens. Das war keine Arroganz. Saibene nahm den Gegner durchaus ernst. «Das war eine heikle Aufgabe gegen einen guten Erstligisten», sagte Saibene nach dem Spiel. Zweimal habe man den FC Baden beobachtet, betrieb auch Videostudium. Gezielt versuchte St. Gallen, die schnellen, konterstarken Badener Spieler aus der Partie zu nehmen. «Alles lief nach Plan», lautete Saibenes Fazit.

In der 22. Minute erzielte Goran Karanovic das 1:0 für den Gast. Baden spekulierte auf Offside – und verspekulierte sich. «Das frühe Tor war wichtig», sagte Karanovic, der Aargauer (Dottikon) in Reihen der St. Galler. «Wir spielten heute gegen ein gut organisiertes Baden.» Badens Trainer merkte allerdings an, dass er bei seinen Spielern den Glauben an die Cup-Sensation vermisste. «Vorne hat uns die Überzeugung gefehlt, und St. Gallen hat in den richtigen Momenten die Tore geschossen.» So Plätscherte die von Vorsicht geprägte Partie Richtung Pausenpfiff.

Badens beste Phase nach der Pause

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatte Baden seine stärksten Momente. Als Luiyi Lugo nach Pass von Luca Ladner nur das Aussennetz traf, lag der Ausgleich in der Luft (47. Minute). «Da hatte Baden 10 bis 15 sehr starke Minuten und spielte mutig», sagte Saibene. St. Gallen – so deutete es Saibene nach der Partie – liess den Gegner bewusst spielen, um dann eiskalt zuzustossen.

Mit den Einwechslungen von Bunjaku, Rodriguez und Cavusevic kam eine neue Qualität ins Spiel. Derweil schwanden beim Erstligisten die Kräfte. Der ehemalige Aarauer Marco Aratore markierte nach einer Einzelaktion das 2:0 (70. Minute), wenig später war der frühere Bundesliga-Profi Albert Bunjaku für das 3:0 und die Entscheidung besorgt.
Baden hatte durch Marvin Spielmann, Cédric Franek und Aaron Burkhard noch Chancen zum Ehrentreffer. Doch ersterer verzog seinen Schuss, zweiterer setzte seinen Kopfball neben das Tor und letzterer sah seinen abgefälschten Schuss von Goalie Lopar entschärft. Doch auch St. Gallen besass noch Gelegenheiten, das Skore zu erhöhen.
«Wir spielten vorsichtig, geduldig und wussten, dass wir unsere Tore schiessen werden», analysierte Saibene das Spiel. Zum Schluss sagte er noch zu Gerstenmaier: «Ihr habt ein schmuckes Stadion hier.» Ob St. Gallens Trainer im Esp auch noch eine Bratwurst probierte, ist nicht überliefert. Mangels Penaltyschiessen dürfte aber die eine oder andere übrig geblieben sein.

Baden – St. Gallen 0:3 (0:1)

Esp. – 2850 Zuschauer. – SR Schnyder. – Tor: 22. Karanovic 0:1. 70. Aratore 0:2. 78. Bunjaku 0:3.

Baden: Pribanovic; Muff (76. Burkhard), Matovic, Rapisarda, Franek, Stump (85. Weilenmann); Lugo (90. Gasane), Keranovic, Ladner, Spielmann; Antic.

St. Gallen: Lopar; Thrier, Russo, Kapiloto, Facchinetti; Tréand (62. Rodriguez), Guimaraes, Mathys, Aratore; Karanovic (76. Cavusevic), Tafer (57. Bunjaku).

Bemerkungen: Baden ohne Mancino, Peralta, Bijelic, Dzelili, Toni, Cardiello (alle verletzt), Frizzoni (noch nicht spielberechtigt). St. Gallen ohne Montandon, Janjatovic (beide verletzt), Besle, Lenjani (beide gesperrt). – Verwarnungen: 16. Tréand (Unsportlichkeit), 91. Bunjaku (Reklamieren).

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Aktuelle Nachrichten