Schweizer Cup

Baden überfährt Endingen: Im Cup gewinnt der STV Baden mit 31:22 deutlich gegen den TV Endingen

Im Schweizer Cup gewinnt der STV Baden als Underdog deutlich gegen den TV Endingen, der zu keiner Zeit eine Chance zu haben schien. Der NLB- Verein setzt sich gegen den NLA-Klub deutlich mit 31:22 (15:11) durch.

Es gibt eine berühmte Handball-Hymne mit dem Titel «Wenn nicht jetzt, wann dann». Genau dies schien sich der STV Baden zu Herzen zu nehmen. Von Beginn an war der unterklassige Gastgeber bereit, konzentriert und packte in der Abwehr beherzt zu. Nach 12 Minuten gingen die Stadturner zum ersten Mal in Führung, bis zum Seitenwechsel hatten sich die Badener einen Viertorevorsprung erarbeitet.

Zwar kamen die Endinger im zweiten Umgang nochmals näher, doch es schien nie, als könnten die Höherklassigen vorbeiziehen. Normalerweise sind die letzten Minuten zwischen Endingen und Baden immer dramatisch, umkämpft und emotional. Diesmal war es das pure Gegenteil: Zehn Minuten vor der Sirene lagen die Badener mit 25:20 in Führung. Doch statt einer Aufholjagd der Endinger kam das Schaulaufen der Badener. Sie zogen auf 30:22 davon und brachten den Erfolg verdient nach Hause.

Endingen fehlten gleich zwei Rückraumspieler und Captain Christian Riechsteiner konnte nur in der Verteidigung agieren. Doch auch die Badener hatten gewichtige Absenzen zu verdauen. Sie konnten dieses Handicap aber deutlich besser wegzustecken. So entwickelte sich ein intensives Spiel mit zahlreichen Fehlern auf beiden Seiten.

«Klar, beide mussten improvisieren. Doch das Momentum war auf unserer Seite», meine Badens Trainer Björn Navarin, der für einen Angriff gleich selber auf dem Spielfeld stand. Seit mehreren Jahren wird er vor jeder Saison gefragt, ob er wieder selber eingreifen würde. Doch der ehemalige Shooter hatte stets abgelehnt. «Bühler hatte einen Krampf, so musste ich für einen Angriff rein», fasst er sein Blitzcomeback zusammen. «Für einen Abschluss hat es nicht gereicht. Aber für einen Assist», meinte er lachend.

Majeri: «So etwas kann ich nicht akzeptieren»

Natürlich war ihm zum Scherzen zumute. Ganz anders war die Gemütslagebei seinem Gegenüber Zoltan Majeri. «Man kann immer ein Spiel verlieren. Das ist kein Problem. Aber die Art und Weise ist entscheidend», meinte Endingens Trainer sichtlich verärgert. «So etwas kann ich nicht akzeptieren.» Ein entscheidender Faktor war Goalie Marco Wyss, der eine sagenhafte Quote von 46 Prozent gehaltene Bälle in seiner Statistik aufweisen kann.

«Doch es ist ein Zusammenspiel mit der Abwehr. Und das klappt diese Saison gut. Das macht es für mich einfacher», gab er die Blumen artig weiter. Zum Spiel meinte er treffend: «Beide Teams hatten Absenzen, aber bei Endingen waren sie wohl schwerwiegender.» Nach seiner kleinen Breakdance-Einlage meinte er augenzwinkernd. «Jeder Sieg ist schön. Aber ein Derbysieg ist noch emotionaler».

In dieser Verfassung wird es für Endingen schwierig. Am Samstag empfangen die Surbtaler in der Go Easy-Arena GC Amicitia. Baden hingegen kann mit breiter Brust nach Schaffhausen fahren, wo sie gegen die Kadetten Espoirs antreten müssen. Dies jedoch mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein aus diesem überraschend deutlichen Cup-Derbysieg.

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