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Baden-Trainer Sven Christ: «Die Aufstiegsspiele sind eine Lotterie»

Der Erstligist FC Baden will in die Aufstiegsspiele. Die Chancen stehen gut, der Vorsprung ist beträchtlich. Quervergleiche mit früheren Jahren mag Trainer Sven Christ nicht anstellen. Er weiss: «In den Aufstiegsspielen gelten eigene Gesetzte.»

Andreas Fretz
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Baden-Trainer Sven Christ ist überzeugt, dass seine Mannschaft trotz zehn Wechsel noch stärker ist als letzte Saison.

Baden-Trainer Sven Christ ist überzeugt, dass seine Mannschaft trotz zehn Wechsel noch stärker ist als letzte Saison.

Juri Junkov

Als souveräner Leader nimmt der FC Baden am Samstag gegen Schlusslicht Dornach die Rückrunde der 1.-Liga-Classic in Angriff. Trainer Sven Christ hat allen Grund, ruhig und entspannt zu wirken. Auch wenn er betont, dass man als Leader gegen Dornach eigentlich nur verlieren kann, ist ihm die Zuversicht vor der zweiten Saisonhälfte anzumerken.

Die Vorbereitung bezeichnet Christ als «sehr gut». Vom 17. bis 24. Februar weilte die Mannschaft in Spanien. «Die Spieler sagten mir, es war eines der härtesten Trainingslager, die sie je erlebt haben», erzählt Christ nicht ohne Stolz und fügt an: «Um die Spielweise umzusetzen, die mir vorschwebt, müssen die Spieler topfit sein.» Der frühere Aarau-Captain wünscht sich einen offensiven Fussball mit viel Laufbereitschaft, Leidenschaft und Emotionen und gelangt zum Fazit: «Wir sind bereit.»

Badens Minimalziel ist das Erreichen der Aufstiegsspiele. Diese Vorgabe wurde innerhalb des Vereins besprochen und entspricht dem Wunsch der Spieler. Der Vorsprung auf den drittplatzierten FC Köniz beträgt acht Punkte. Man wolle sich Schritt für Schritt diesem Ziel annähern, sagt Christ.

An den allfälligen Aufstieg in die 1. Liga Promotion will er noch nicht denken. «Die Aufstiegsspiele sind eine Lotterie», sagt Christ. In der Vergangenheit ist der FC Baden einige Male an dieser letzten Hürde gescheitert. Doch Quervergleiche mit vergangenen Spielzeiten will Christ nicht gelten lassen: «Das Gesicht der Mannschaft ist heute ein total anderes.» Klar ist, dass der Verein mit seinem Potenzial und seinem Umfeld in dieser höheren Liga gewiss nicht fehl am Platz wäre.

Christ, seit September im Amt, betont, dass er von seinem Vorgänger Francesco Gabriele ein taktisch und technisch hervorragend geschultes Team übernehmen durfte. Mankos machte er in der Chancenauswertung aus. Demgegenüber steht eine Defensive, die in 15 Spielen nur 12 Tore kassiert hat. Der Mix im Team stimmt. «Wir haben junge, hungrige Spieler und solche mit der nötigen Erfahrung», sagt Christ, der in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert.

Die Integration junger Spieler wurde auch während der Winterpause vorangetrieben. Mit Patrick Muff, Miguel Peralta und Christopher Teichmann stiessen drei Spieler vom Team Aargau U21 mit einer Doppellizenz zur Equipe. Nicht mehr dabei sind Matthias Welti (Wangen bei Olten) und Jan Lanz (Pause). Mit Kujtim Dzelili (Gossau) kehrt ein ehemaliger Badener Junior zurück aufs Esp, von dem sich Christ einiges erhofft.

Torhüter Cyril Schneider musste sich nun doch – nachdem die konservative Behandlung nicht zum Erfolg führte – einer Sehnenoperation am Knie unterziehen und fällt bis im Sommer aus. Deshalb wurde der Vertrag mit seinem bisherigen Ersatzmann Philipp Bachmann verlängert. Zudem wurde von Gossau Goalie Marko Vasilj verpflichtet. Wer die Nummer 1 im Tor ist, wollte Christ gestern noch nicht verraten.

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