Fussball
Baden-Stürmer Lugo holt sich Extramotivation in der Karibik

Luiyi Lugo, Angreifer des Erstligisten FC Baden, gab sein Debüt in der Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik. Und der 21-Jährige mochte zu überzeugen, man wird auch in Zukunft auf ihn setzen.

Fabio Baranzini
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Luiyi Lugo (Vor dem Wynencenter in Buchs, seinem Arbeitsplatz) hat nach eigener Aussage bei seinem Debüt auf internationalem Parkett überzeugt.

Luiyi Lugo (Vor dem Wynencenter in Buchs, seinem Arbeitsplatz) hat nach eigener Aussage bei seinem Debüt auf internationalem Parkett überzeugt.

Fabio Baranzini

Und plötzlich musste alles ganz schnell gehen. An einem Freitag Mitte März flatterte beim FC Baden ein Brief des Fussballverbands der Dominikanischen Republik ins Haus: FCB-Stürmer Luiyi Lugo wurde zum Testländerspiel gegen Kuba eingeladen. Der 21-Jährige erhielt grünes Licht von Vereinspräsident Thomi Bräm, gab bei seinem Arbeitgeber Migros, wo er als Logistiker arbeitet, kurzfristig Ferien ein und organisierte die Reise nach Santo Domingo. Nach dem Cupspiel mit dem FC Baden flog Lugo am Sonntagmorgen via Frankfurt in seine alte Heimat.

Luiyi Lugo ist schweizerisch-dominikanischer Doppelbürger. Die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte Lugo mit seinen Eltern auf der Karibikinsel. Dann wanderten sie in die Schweiz aus. In Baden besuchte der talentierte Fussballer den Kindergarten und die Primarschule, ehe er in Buchs die Sportschule absolvierte. Lugo durchlief die Juniorenabteilung des FC Aarau und wechselte danach zum FC Baden.

Als sein damaliger Trainer Sven Christ zu den Aarauern stiess, durfte Lugo zwei Testspiele im Dress des FCA bestreiten – unter anderem gegen den FC Zürich. Den Sprung ins Kader des Super-League-Klubs blieb ihm jedoch verwehrt. Dafür spielte er mit dem FC Baden eine starke Vorrunde: In zehn Spielen gelangen ihm sieben Tore und zwei Assists.

Barmettler als Vermittler

Doch nicht erst aufgrund der starken Hinrunde ist Lugo auf dem Rader des Dominikanischen Verbands aufgetaucht. Bereits vor etwas mehr als einem Jahr hat sich Heinz Barmettler, ehemaliger FCZ-Spieler und Captain der Dominikanischen Landesauswahl, via Facebook bei Lugo gemeldet. «Heinz erzählte mir, was mich in der Nati erwartet. Ich sagte ihm, ich hätte Interesse und er versprach, mit dem Verband zu reden», erzählt Lugo.

Dann aber hörte der 21-Jährige längere Zeit nichts mehr aus seiner früheren Heimat, bis ihm im Herbst mitgeteilt wurde, man habe Interesse und möchte ihn spielen sehen. Dann kam das kurzfristige Aufgebot. Und so reiste Luiyi Lugo für eine Woche in sein Geburtsland – zum ersten Mal seit 16 Jahren.

In Santo Domingo angekommen, war der junge Aargauer überrascht von der professionellen Organisation. «Wir wurden am Flughafen abgeholt und direkt in ein schönes Hotel gebracht. Am nächsten Tag wurden alle Spieler an einer Pressekonferenz vorgestellt und danach ins Training chauffiert», so Lugo. Das habe er so nicht erwartet, denn in der Dominikanischen Republik ist nicht etwa der Fussball die Sportart Nummer eins, sondern Baseball.

Starker erster Einsatz

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fand am dritten Tag bereits das Testspiel gegen Kuba statt – vor 6000 Zuschauern. Lugo stand in der Startelf und durfte sein Können während 75 Minuten unter Beweis stellen. «Ich bin viel gerannt und habe gekämpft, aber die heissen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit haben mir zu schaffen gemacht», meint er schmunzelnd.

Obwohl das Spiel mit 0:3 verloren ging, sei Trainer Clemente Hernandez mit der Leistung des Debütanten zufrieden gewesen und wolle auch in Zukunft auf den jungen Stürmer setzen. «Das ist natürlich eine Extramotivation, um noch härter zu arbeiten. Und wer weiss, vielleicht klappt es dann ja auch mit einem Vertrag beim FC Aarau», ist Lugo zuversichtlich.

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