Beide Teams mussten die Partie dezimiert in Angriff nehmen: Den Urnern fehlten mit Koljanin und Luthiger zwei wichtige Teamstützen. Auf Badener Seite gesellte sich zu den üblichen Abwesenden Schläpfer, Madliger und Maag (alle verletzt) noch Patrick Schweizer, der wegen einer Prüfung auf der Spielerliste fehlte.

Städtli fand nicht ganz wie gewünscht in die Partie und benötigte im Angriff fast 20 Minuten, um den Motor zu starten. Nach 17 Minuten und einem Rückstand von 2:5 nahmen die Altdorfer glücklicherweise bereits ihre 1. Auszeit, die die Badener allerdings besser zu nutzen wussten. Der Plan war klar – hinten gleich konsequent weiter wie bis anhin und vorne die gut herausgespielten Würfe in Tore ummünzen. Gesagt, getan.

Beim Spielstand von 8:5 für Altdorf löste Florian Legoll (9/11) in der 22. Minute mit drei Gegenstosstoren in Serie den Badener Knoten im Angriff. Ebenfalls mittels Gegenstoss war es dann Joel Kaufmann (3/5), der zur ersten Führung seit dem 0:1 für Baden traf und die Altdorfer dadurch bereits zur 2. Auszeit bewog.

Hinten wie vorne vorbildlich kämpferisch

Städtli 1 war nun definitiv im Urnerland angekommen und zeigte mit viel Leidenschaft, Kampf und Einsatz, dass man die zwei Punkte unbedingt mit nach Hause nehmen wollte. Exemplarisch dafür war, wie Pascal Bühler (2/6) mit perfektem Rückzugsverhalten dem Altdorfer Angreifer den Ball einfach herausprellte und so den Gegenstoss in (zweit)letzter Sekunde unterband.

Natürlich wäre da noch ein gut aufgelegter Marco Wyss (46%!) im Tor gewesen, der sich im ganzen Spiel mehrfach mit guten Paraden auszeichnen konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff glänzte er mit einem Fangball gegen den völlig unbedrängten Altdorfer Kreisläufer. Im Gegenzug war es dann Björn Navarin (6/14), der wenige Sekunden vor der Sirene noch zum 10:12-Pausenstand für Baden einnetzte.

Der Beginn in den zweiten Durchgang hätte für Städtli nicht besser verlaufen können: In der von Remo Hochstrasser (1/2) und Niklas Stegefelt (1/1) jeweils bestens organisierten Deckung wurde weiterhin um jeden Ball gekämpft, und vorne konnte man gleich die ersten drei Angriffe in schön herausgespielte Tore umwandeln. So war es erst in der 36. Minute Mario Obad (8/17), der mittels Siebenmeter den ersten Altdorfer Treffer in der zweiten Halbzeit markierte – zum Spielstand von 11:15 aus Sicht des Heimteams.

Umkämpftes Schlussdrittel

In der 40. Minute war es dann erneut «Soldat Wyss», der mit einem weiteren Big Save einen Gegenstoss zunichte machte und sich von seinen Mitspielern feiern liess. Es folgten vier Minuten in Unterzahl, da zuerst Pascal Bühler und dann Niklas Stegefelt je zwei Minuten Extra-Erholungszeit von den Schiedsrichtern zugestanden bekamen.

Obwohl Städtli durch Navarin und Legoll auch in Unterzahl zwei Tore erzielen konnte, kamen die Altdorfer wieder auf 17:18 heran. Obad gelang in der 46. Minute (erneut mittels Siebenmeter) gar der Ausgleich zum 18:18.

Nun zeigten die Badener einmal mehr, wie wichtig ihnen die zu gewinnenden Punkte waren: Hochstrasser, Bühler und zweimal Legoll erhöhten das Skore auf 19:22 zu Gunsten von Städtli 1. Das 22. Tor gelang Legoll dabei erneut mittels Gegenstoss nach einem schönen Steal in der Verteidigung.

Danach schwächten sich die Urner selbst, da sie Hochstrasser gleich zwei Mal nur noch mit unerlaubten Mitteln stoppen konnten. Städtli 1 durfte gleich eineinhalb Minuten in doppelter Überzahl ran.

Die Entscheidung – scheinbar, und dann doch

Zuerst war es Navarin, der sich zum 20:23 durchtankte, ehe dann Ramon Schweizer (1/3) mit Pech am Pfosten scheiterte. Ein schlechter Lohn für Schweizer, der sich in der Verteidigung wie alle Badener Spieler unermüdlich den Altdorfer Angreifern stellte.

Nach Legolls achtem Tor zum 20:24 in der 53. Minute hätte man meinen können, dass der Match entschieden war. Von wegen: Die ebenfalls unermüdlich kämpfenden Altdorfer glichen in 57. Minute tatsächlich noch einmal zum 24:24 aus, und die Partie drohte erneut zu kippen. Aber Legoll machte erneut den Unterschied aus und tankte sich zum 24:25 durch – sein neuntes und letztes Tor in dieser Partie.

Navarin, Kaufmann (Siebenmeter) und Thomas Stalder (4/10) machten den Sack endgültig zu und tüteten das Punktepaar ein. Minutenlang lagen sich die Badener nach diesem wichtigen, erkämpften, kräfteraubenden und verdientem Sieg in den Armen und bejubelten zwei fast unbezahlbare Punkte im Kampf um den Anschluss ans Mittelfeld.

Grossartige Mannschaftsleistung

Dieses Spiel zeigte einmal mehr, was alles möglich ist. Auch am Ende der Partie konnte nochmals zugelegt und der Sieg mit allerletzten Kräften erzwungen werden. In derart dezimierter Formation ist eine solche Leistung nur mit absolutem Siegeswillen und enormer Leidenschaft möglich. Jeder einzelne hat seinen Job erledigt und zum Sieg beigetragen – auch Michael Schoch, der die Mannschaft unermüdlich vom Spielfeldrand her anpeitschte.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch Nachwuchsspieler Michael Kottler (1/2), der sich mit einem weiteren NLB-Tor ebenfalls unter den Schützen einreihte und Ramon Schweizer in beiden Halbzeiten wichtige Minuten zum Verschnaufen ermöglichte. So haben sich schlussendlich alle (!) Badener Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen.

Nach dem Sieg am Samstagabend kann man nun den Sonntag in vollen Zügen geniessen und sich unbeschwert der nötigen Regeneration widmen. Am kommenden Samstag steht dann bereits das nicht weniger wichtige Heimspiel gegen die SG Yellow/Pfadi an; Anpfiff um 18 Uhr. Für Städtli 1 kann es in der Aue nur ein Ziel geben: Dort weiterzumachen, wo man in Altdorf aufgehört hat.