Dass Städtli 1 wild entschlossen war, nicht mehr derart blamabel in ein Spiel zu starten wie noch vor Wochenfrist, merkte man den Badenern am Sonntag von Beginn weg an: Mit schnellem, aggressivem Spiel sollte den Gästen aus Möhlin gleich der Tarif durchgegeben werden – was aber nur bedingt klappte. Schnell waren die jungen Wilden von Trainer Björn Navarin tatsächlich. Damit überforderten sie aber erst mal vor allem sich selbst.

Nach gut 10 Minuten war die Nervosität endgültig abgeschüttelt, und der Städtli-Express kam ins Rollen. Das Bild vom «Abgehen wie die Feuerwehr» bietet sich an, kann aber leider nicht verwendet werden - denn fortan brannte es in der Gästeabwehr lichterloh, sobald die Badener ihr variantereiches Tempospiel aufzogen oder eine der zahlreichen Paraden ihres Torhüters in ein Gegenstosstor ummünzten.

Stichwort Verteidigung: Anders als noch am Bodensee funktionierte die Zusammenarbeit von Feldspielern und Goalie hervorragend, was Marco Wyss zu einer bemerkenswerten Quote von 25 Paraden bei 44 Abschlussversuchen verhalf. Ebenfalls bemerkenswert: Zwischen der 16. und der 26. Minute schoss Möhlin kein einziges Tor, während Baden konstant scorte und sich auch von Zeitstrafen nicht beirren liess.

Der Pausenstand von 15:8 motivierte die Gäste dann zu einer aussergewöhnlichen taktischen Massnahme: Im Angriffsspiel wurde der Torhüter jedes Mal durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt. Am Geschehen auf dem Platz änderte dies aber wenig. Baden stand hinten sicher, legte vorne weiter vor und spielte sich phasenweise in einen regelrechten Rausch - der auch immer wieder auf das erfreulich zahlreiche Publikum übersprang.

Zwar stellte sich um die Mitte der zweiten Halbzeit eine kurze Baisse ein, in Gefahr geriet der sich abzeichnende Heimsieg jedoch nicht.

Mit 32:22 fiel der Badener Erfolg schliesslich verdient deutlich aus. Zum einen hatte man sich das mit einer starken Defensive erarbeitet, zum anderen mit einer variantenreichen Offensive, deren Tempohandball auf allen Positionen torgefährlich ist. Das macht Navarins junge Wilde zu einem äusserst unbequemen Gegner - und lässt jeden Handballliebhaber mit grösster Vorfreude auf die nächsten Heimspiele im Hexenkessel Aue blicken.