Badminton
Baden entscheidet das Derby gegen das Team Argovia II für sich

Baden siegt in der Nationalliga B überraschend gegen das Team Argovia II mit 5:3. Beide Teams haben sich in dieser Saison auf den vorderen Plätzen festgesetzt.

Kathrin Aerni
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Joanna Dix zeigt ihre Klasse.

Joanna Dix zeigt ihre Klasse.

fotojaus.ch

Der Aargau mischt in der Schweizer Badminton-Szene ganz vorne mit: Letztes Jahr wurde Argovia Schweizer Meister; in der Nationalliga B sind mit Argovia II und Baden sogar zwei Teams vertreten. Letztere beide liegen diese Saison hervorragend im Rennen und belegen die Plätze zwei und drei, nur gerade zwei Punkte voneinander getrennt.

Das Aargauer Derby war dementsprechend spannend. Die beiden Teams mussten bei acht ausgetragenen Spielen über zwanzig Sätze gehen, bis das Endresultat zugunsten der Badener mit 5:3 feststand (12:8). In der hart umkämpften Begegnung der Ostgruppe feierte Baden einen Heimsieg, fairerweise muss aber hinzugefügt werden, dass den Gästen das Verletzungspech an den Fersen klebt.

Knecht Pascal (Argovia)
7 Bilder
Le Tocq
Paul Le Tocq zeigte für die Badener eine starke Leistung.
Paul Le Tocq mit voller Konzentration.
Joanna Dix und Cyrill Scherer warten auf das Shuttle.
Gebannt: Lea Müller und Michael Adamer vom Team Argovia.
Joanna Dix (Baden) trotz voller Konzentration, der letzte Satz geht verloren und die Sensation des 6:2 bleibt aus.

Knecht Pascal (Argovia)

fotojaus.ch

Paul Le Tocq beeindruckt

Die Limmattaler dominierten zwar die acht Spiele nicht gerade nach Belieben, doch sie strahlten von Anfang an mehr Selbstsicherheit aus als das Team Argovia II. Verständlich, musste es doch verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten. Überdies fehlte dem sehr jungen Argovia-Team – die meisten Spieler sind erst 16 oder 17-jährig – die Erfahrung. Die Badener nutzten ihre Vorteile und traten siegesgewiss auf. Insbesondere der Brite Paul Le Tocq beeindruckte mit starken Leistungen. Er sicherte seinem Team zwei Punkte im Einzel (gegen Pascal Knecht) und im Doppel mit Tobias Balcon (gegen Pascal Knecht und Timm Stern). Le Tocq verstärkt das Team Baden diese Saison wie seine Landsfrau Joanna Dix.

Sie bekundete jedoch unerwartet im Einzel und im Doppel Mühe, Punkte für das Heimteam einzufahren. Das war sicherlich die grosse Überraschung des Aargauer Duells. Denn die Engländerin gewann diese Saison bisher alle Meisterschafts-
Einzel.

Ronja Stern überrascht

Für diese Überraschung verantwortlich ist die erst 16-jährige Argovianerin Ronja Stern aus Remetschwil. Sie vermochte die Erfolgsserie von Joanna Dix zu stoppen und siegte in 2:1 Sätzen (21:14, 19:21 und 21:16). Stern hat kürzlich erfolgreich in der NLA debütiert. Die talentierte Sportkanti-Schülerin hat sporadisch die Gelegenheit, für die erste Argovia-Mannschaft in der NLA zu spielen. Inzwischen gehört die junge Remetschwilerin zu den grossen Schweizer Nachwuchshoffnungen im Badminton.

Neben ihrer famosen Leistung verblassten die restlichen zwei Punkte des Argovia-Teams fast ein wenig: das souveräne Frauen-Doppel (Anina Schlittler/Lea Müller) und das ebenfalls siegreiche Mixed (Lea Müller/
Michael Adamer).

Das Team Baden ist die grosse Überraschung dieser Saison. Der Trainingsverantwortliche Guido Hueber: «Wir haben in der Meisterschaft noch nie so gut gespielt.» Einen wesentlichen Grund für den Erfolg sieht er im neu verpflichteten Trainer
Donovan Cuntapay, dem ehemaligen Nati-Trainer. Der Holländer mit malaysischen Wurzeln habe, so Hueber, neue Impulse und Harmonie ins Team gebracht. «Wir haben nie damit gerechnet, dass wir nach zwei Dritteln der Meisterschaft auf dem dritten Tabellenplatz liegen.» Laut Hueber ist das Team zuversichtlich, dass es die Saison auf dem dritten Platz beenden kann. Nicht zuletzt auch dank den zwei britischen Topspielern.

Wermutstropfen NLA

Ein kleiner Wermutstropfen in der Aargauer Badminton-Szene ist einzig, dass es dem amtierenden Schweizer Meister, dem Argovia Team I, diese Saison überhaupt nicht läuft. Das Team liegt in der NLA auf dem letzten Tabellenrang. Wenn der Worst Case einträte und die erste Mannschaft absteigen würde, dann müsste auch die NLB-Mannschaft absteigen (es dürfen nicht zwei Teams des gleichen Vereins in derselben Liga mittun). Doch Argovia-NLA-Spieler Reto Wettstein ist zuversichtlich, dass es nicht so weit kommt. «Wir schauen von Spiel zu Spiel.»

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