Fussball
Aus der Hölle in den Himmel: Djuric beendet Leidenszeit mit Traumtor

Dusan Djuric hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Gegen Luzern (1:1) meldet sich der Neuzugang des FC Aarau mit einem Traumtor zurück.

Michael Meier
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Kein Halten mehr: Dusan Djuric (Mitte) rennt nach seinem Traumtor zu Konditionstrainer Reto Jäggi.

Kein Halten mehr: Dusan Djuric (Mitte) rennt nach seinem Traumtor zu Konditionstrainer Reto Jäggi.

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Nach seinem Goal, Marke Tor des Jahres, gab es kein Halten mehr bei Dusan Djuric. Es schien, als ob der Schwede nicht genau wusste wohin mit seiner Freude. Aber er vergass auch in diesem Moment absoluter Glückseligkeit nicht, bei wem er sich zu bedanken hatte. Also ging er zur Spielrbank und umarmte Reto Jäggi, den Konditions- und Rehatrainer des FC Aarau.

Denn Djuric hat keine einfache Zeit hinter sich. Seine Pflichtspiele in den letzten zwei Jahren lassen sich an zwei Händen abzählen. Zuletzt quälten ihn eine Knieverletzung und ein Mittelfussbruch. Niemand wusste, ob er wieder an seine Leistungen würde anknüpfen können, mit welchen er vor ein paar Jahren im Dress des FC Zürichs die Fans entzückte. Aarau ging mit der Verpflichtung des 29-Jährigen ein Risiko ein. Doch Jäggi sagte von Anfang an: «Ich kriege den Jungen wieder hin.» Und so kam es. Unzählige individuelle Trainingseinheiten später, war Djuric wieder einsatzfähig.

Am Samstag musste Trainer Sven Christ bereits nach 18 Minuten seinen Stürmer Daniel Gygax ersetzten. Er tat es mit Flügelspieler Djuric, obwohl dieser eigentlich noch nicht fit genug ist, um so lange zu spielen. Aber die Alternativen in Christ’s Kader sind begrenzt. Also entschied er sich für die «Portion Schlitzohrigkeit», welche Djuric mitbringe, wie Christ nach dem Spiel erläuterte.

Ähnliches Tor vor sechs Jahren

Er sollte es nicht bereuen. Djuric hing zwar weitgehend in der Luft, man merkte ihm die fehlende Spielpraxis, die mangelnde Spritzigkeit an, aber dann kam er doch, der typische Djuric-Moment. Ein kurzer Blick und ein Schritt Anlauf reichten, und Djuric schlenzte den Ball unhaltbar in die Maschen. So traf er bereits vor sechs Jahren für den FC Zürich, in der Champions League gegen Milan, wie sich Djuric im Spielertunnel erinnerte.

Er gab nach dem Spiel sichtlich gelöst Auskunft, sogar auf Deutsch. Man merkte ihm an, wie erleichtert er war, endlich: «Ich bin sehr sehr zufrieden. Ich habe lange nicht mehr gespielt, lange kein Tor mehr erzielt. Umso schöner, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte.»

Dario Lezcano (links) schiesst das 1:0 gegen Aarau-Goalie Joel Mall.
7 Bilder
Aarauer Jubel nach Dusan Djurics Sonntagsschuss.
Luzern - Aarau
Der Aarauer Oliver Jäckle im Luftkampf mit Dario Lezcano.
Nachdenklicher Luzern-Trainer Carlos Bernegger.
Handshake zwischen Luzern-Trainer Carlos Bernegger und Aarau-Coach Sven Christ.
Stimmung in Luzerner Swissporarena.

Dario Lezcano (links) schiesst das 1:0 gegen Aarau-Goalie Joel Mall.

Keystone

Er betonte, wie viel ihm Reto Jäggi geholfen habe: «Ich habe mit ihm einen ganzen Monat nur Kondition trainiert, um wieder fit zu werden.» Erst vor zehn Tagen war Djuric ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Auf die Frage wie er sich nun fühle, nachdem er viel länger als geplant spielen musste antwortete Djuric: «Ich bin nicht nur müde, ich bin tot. Ich brauche noch ein bisschen, bis ich 90 Minuten spielen kann». Er sei vielleicht bei 90% seiner Leistungsfähigkeit. Die Fans können sich bereits einstellen, auf weitere magische Momenten von Dusan Djuric.

Joel Malls Glanzparaden

Der zweite Aarauer Matchwinner stand auf der anderen Seite des Feldes. Goalie Joel Mall bewahrte die Aarauer in der ersten Halbzeit im Alleingang vor einer Klatsche. Mit mehreren erstklassigen Paraden trieb er die Luzerner zur Verzweiflung. Bescheiden meinte er: «Wir haben da auch Glück in Anspruch genommen.» Seine eigene Leistung wollte Mall gar nicht gross kommentieren. «Mein Job ist es ja, das Team im Spiel zu halten und die Bälle zu halten. Das habe ich heute glaube ich ganz gut gemacht». Und so gemeinsam mit Djuric zum Punktgewinn beigetragen.