Testspiel
Aus dem Sitzungszimmer zum Duell mit Aarau: Das spezielle Spiel für den Captain des FC Frick

Der FC Frick kam gestern Abend in den Genuss eines Testspiels gegen den FC Aarau. Ein spezielles Spiel für alle Fricker, ganz besonders aber für Captain Marco Boss.

Fabio Baranzini
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Kämpfte beherzt gegen den Challenge-League-Vertreter FC Aarau: der FC Frick mit Captain Marco Boss. Fabio Baranzini

Kämpfte beherzt gegen den Challenge-League-Vertreter FC Aarau: der FC Frick mit Captain Marco Boss. Fabio Baranzini

Fabio Baranzini

Vor zehn Jahren gab es das letzte Kräftemessen zwischen dem FC Frick und dem FC Aarau, der damals noch in der Nationalliga A spielte. Beim 5:1-Sieg der Aarauer stand der junge Marco Boss als Fan am Spielfeldrand in Frick. Er kickte damals selber noch für die FCA-Junioren und besuchte die Sportschule in Buchs. 2010 verliess Boss nach acht Jahren den FC Aarau und spielt seit mittlerweile zwei Jahren im Dress des FC Frick.

Gestern Abend gab es für den Fricker Captain auf dem Sportplatz Ebnet ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein. «Das ist für mich eine ganz besondere Partie, denn ich kenne noch immer einige Spieler aus meiner Zeit in Aarau», sagt Boss, der nicht ganz unschuldig daran ist, dass der FCA nach zehn Jahren wieder in Frick gastiert. Er erzählte Hans Reimann, dem Ehrenpräsidenten des FC Frick, von seiner Idee eines Testspiels gegen den FCA. Und Reimann, der bereits das Duell vor zehn Jahren organisiert hatte, fragte bei FCA-Sportchef Raimondo Ponte an.

Hauptsache nicht untergegangen

Seriös vorbereiten konnte sich der 24-Jährige nicht auf das grosse Spiel. Er verbrachte den ganzen Nachmittag mit Sitzungen auf der Bank, wo er als Kundenberater arbeitet. «Mein Chef hat mir glücklicherweise erlaubt, ein paar Minuten früher zu gehen», erzählt Boss lachend und fügt – gefragt nach den Zielen für das Spiel – an: «Wir wollen das Match geniessen und hoffen, dass wir nicht untergehen.»

Eine Hoffnung, die sich erfüllte. Vor der erfreulich grossen Zuschauerkulisse zeigte sich der 2.-Ligist vom Kaltstart – nach 115 Sekunden traf Aarau zum ersten Mal – wenig beeindruckt und konnte den Rückstand in der Folge in Grenzen halten. 0:2 stand es zur Pause, und in der zweiten Hälfte konnten sich die Fricker gar noch steigern. Die beherzte Leistung krönte in der 83. Minute ausgerechnet Marco Boss mit einem sehenswerten Treffer nach einem Eckball zum 1:4-Schlussresultat. «Es war grossartig, vor so vielen Leuten zu spielen, und dass ich als Verteidiger eines meiner schönsten Tore ausgerechnet gegen meinen früheren Verein erzielen kann, ist genial», freute sich Boss direkt nach dem Spiel. Trotz der standesgemässen Niederlage war es ein gelungener Abend für den FC Frick und seinen Captain Marco Boss.