Handball

Aus dem Schatten in grosse Fussstapfen getreten

Tim Aufdenblatten, mit erst 20 Jahren schon Topskorer des HSC Suhr Aarau in der Nationalliga A.

Tim Aufdenblatten, mit erst 20 Jahren schon Topskorer des HSC Suhr Aarau in der Nationalliga A.

Tim Aufdenblatten steht sinnbildlich für den starken Saisonstart des HSC Suhr Aarau. Im Kader des NLA-Aufsteigers ist der 20-jährige Aarauer zum Leistungsträger gereift und überzeugt bislangals Topskorer des Teams.

Wer einen Blick auf die Torschützenliste in der Nationalliga A wirft, stösst schon an vierter Stelle auf den Namen Tim Aufdenblatten. Der 20-jährige Rückraumspieler hat in den ersten sechs Spielen nicht weniger als 44 Tore erzielt. Das sind 7,3 Treffer pro Spiel. Zum Vergleich: Im Vorjahr hat der Aarauer in der gesamten Saison 84 Mal getroffen (3,2 Tore pro Spiel). Und das war in der Nationalliga B. Was also sind die Gründe für diese augenfällige Leistungssteigerung?

«Tim hat in diesem Jahr eine komplett andere Rolle. Er ist jetzt ein Führungsspieler und muss Verantwortung übernehmen. Das macht er bislang wirklich überragend. Ich bin sehr stolz auf ihn», sagt Trainer Misha Kaufmann. In der vergangenen Saison war es Kaufmann selber, der auf der Position von Aufdenblatten als klare Nummer eins im Team des HSC Suhr Aarau gesetzt war. Nach dem verletzungsbedingten Rücktritt ist Aufdenblatten in die Fussstapfen seines Trainers getreten.

Ins kalte Wasser geworfen

Vom Nationalliga-B-Ergänzungsspieler zum Stammspieler und Teamleader in der Nationalliga A – und das in nur wenigen Monaten. Ein grosser Schritt für den 1,93 grossen und 100 Kilogramm schweren Angreifer, der wegen seines Vaters zum Handballsport gefunden hat und seit seinem sechsten Lebensjahr in Aarau spielt.

«Ich bin froh, hat mir der Club diese Aufgabe zugetraut. Ich wusste, dass ich das Niveau habe, um in der Nationalliga A bestehen zu können. Dass es aber gleich so gut läuft, damit hätte ich nicht gerechnet», sagt Aufdenblatten, der nach dem Abschluss der Sportkanti im Sommer soeben die ersten Tage seines Psychologiestudiums an der Universität Zürich absolviert hat.

Aufdenblatten selber glaubt, dass er im mentalen Bereich die grössten Fortschritte gemacht hat. «Meine Spielweise hat sich nicht gross verändert. Ich war bisher jedoch immer ein eher zurückhaltender Spieler. Jetzt wurde ich ins kalte Wasser geworfen und muss Verantwortung übernehmen. Da kann ich mich nicht mehr verstecken. Das war mental ein grosser Schritt für mich, der mich weiter gebracht hat», weiss Aufdenblatten.

Für ihn ist aber klar, dass sein momentaner Höhenflug in direktem Zusammenhang steht mit der Leistung des Teams. «Ich schiesse zwar die Tore, aber wenn nicht das gesamte Team so stark spielen würde, könnte ich garantiert nicht so viele Treffer erzielen», betont Aufdenblatten, der im Vergleich zum Vorjahr rund doppelt soviel Einsatzzeit erhält.

Das hohe Niveau halten

In der Tat ist der HSC Suhr Aarau überraschend stark in die neue Saison gestartet. Sieben Punkte aus sechs Spielen stehen derzeit auf dem Konto. In der letzten NLA-Saison (2014/15) hat die Mannschaft in 18 Spielen nur gerade acht Punkte geholt und konnte schliesslich den Abstieg nicht verhindern.

«Wir sind seit langem der erste Aufsteiger, der in der Nationalliga A wirklich mithalten kann und nicht einfach Kanonenfutter ist», freut sich Aufdenblatten. «Wir wurden von den Gegnern in den ersten Runden sicher auch etwas unterschätzt. Aber das wird jetzt nicht mehr passieren. Nach dem guten Saisonstart nehmen uns jetzt alle ernst.»

Das gilt nicht nur für den HSC Suhr Aarau, sondern auch für Tim Aufdenblatten, der in dieser Saison endgültig aus dem Schatten getreten und zum Führungsspieler geworden ist. Nun müssen er und seine Teamkollegen beweisen, dass sie auch die Fähigkeiten haben, das hohe Niveau der Startspiele über die ganze Saison zu halten.

Bereits heute (20 Uhr, Schachen) wartet mit dem Duell gegen den bisher ungeschlagenen Leader Wacker Thun die nächste Herausforderung. Und am Samstag steht der 1/16-Final des Schweizer Cups auswärts gegen den Ligakonkurrenten RTV Basel auf dem Programm.

Meistgesehen

Artboard 1