Es ist eine bewegende Woche für den FC Aarau. Kaum war der bis lange nach dem Schlusspfiff andauernde Jubel über den 3:0-Heimsieg gegen Lausanne abgeklungen, folgte am Montag der nächste Aufreger: Der 38-jährige Philipp Bonorand wurde als neuer Präsident vorgestellt.

Spätestens 2020 soll der Inhaber zweier Tierfutter-Firmen von Alfred Schmid den FCA-Vorsitz übernehmen. Die Freude darüber, endlich ihre Nachfolge geregelt zu haben, war der aktuellen Führung ins Gesicht geschrieben. Doch das Grinsen von Schmid, Geissberger und Co. könnte noch breiter werden: Dann, wenn ihr FCA am Samstagabend, kurz vor halb acht, in der Challenge-League-Tabelle Rang 2 einnehmen sollte.

Imposante Aufholjagd

Es braucht dafür zwei Zutaten: ein Sieg von Servette am Freitagabend gegen Lausanne, verbunden mit der Aufstiegssicherung der Genfer. In diesem Fall hätte der FCA 24 Stunden später die Chance, mit einem Dreier in Schaffhausen an Lausanne vorbeizuziehen. Auf den Tag genau sechs Monate, als Aarau am 11. November 2018 die Abstiegszone verlassen hat, könnte der Sprung auf den Barrageplatz gelingen.

Die Zahlen der Aufholjagd sind imposant. Seit jenem 11. November hat Aarau 13 von 19 Spielen gewonnen und nur eines verloren (0:2 in Vaduz). In der Challenge League war in diesem Zeitraum keine Mannschaft besser, in der Super League gewann nach dem 13. Spieltag einzig Meister YB mehr Punkte als der FCA (48:44).

Wichtigster Spieltag der Saison?

Viele Beobachter sehen im FC Aarau den Favoriten auf die Barrage-Qualifikation. Und spätestens seit dem Sieg im Direktduell gegen Lausanne am vergangenen Samstag ist die Beziehung der FCA-Profis zur Barrage mehr als ein Flirt – sie wollen ernst machen. Mehr noch: Sollten die Aarauer die Barrage als Zuschauer denn als Akteur erleben, wäre das mittlerweile eine Enttäuschung. Tönt krass, ist aber so: Die «AZ» hat in den vergangenen Tagen die entsprechende Frage im Brügglifeld herumgereicht – und jedes Mal lautete die Antwort sinngemäss: «Ja, wir geben uns jetzt nur noch mit der Barrage zufrieden.»

Niemand ist motivierter als Totgesagte, die sich bis in Griffnähe des ursprünglichen Saisonziels zurückgekämpft haben. Und auch die Gefahr, einen der verbleibenden vier Gegner (Schaffhausen, Kriens, Chiasso, Rapperswil) zu unterschätzen, ist bei der Vorgeschichte des FCA undenkbar.

Ein Mal noch muss Lausanne ausrutschen – nie mehr wird die Wahrscheinlichkeit dafür so gross sein wie an diesem Wochenende. Der 33. Spieltag könnte zum wichtigsten der Saison werden.