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Augen zu und durch: Verband will Doping-Affäre Bruno Gisler totschweigen

Nordwestschweiz-Verbandspräsident Daniel Dreier (r.) will nach vorn schauen.

Nordwestschweiz-Verbandspräsident Daniel Dreier (r.) will nach vorn schauen.

An der Delegiertenversammlung des Nordwestschweizerischen Schwingerverbands steht der Dopingfall des Rumisbergers Bruno Gisler im Mittelpunkt. Konsequenzen gibt es keine, der Verband wolle nach vorn schauen.

Die Jahresberichte und die übrigen Geschäfte wurden an der Delegiertenversammlung des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (NWSV) in Zuchwil durchgewinkt. Zu reden gab indes der «Fall Gisler». Dazu meldeten sich unter anderem Ehrenmitglieder zu Wort.

Der Baselbieter Rudolf Handschin und der Solothurner Hans-Rudolf Zumstein sagten in diesem Zusammenhang, dass die Verbandsführung sich «endlich» zum Dopingfall Bruno Gisler äussern und sich vom Schwinger distanzieren solle. «Ich erwarte eine offensive Stellungnahme», redete Handschin im Vorfeld auch gegenüber dieser Zeitung Klartext.

Der Schwinger soll hinstehen

Zumstein sagte an und nach der DV, dass letztlich wenige Zeilen seitens des NWSV genügen würden, um «auf Distanz zu gehen». Der Solothurner alt Kantonalpräsident sagte aber auch, dass es auch die Pflicht des Athleten selbst sei, in dieser Angelegenheit eine unmissverständliche Stellungnahme abzugeben. «Denn», so Hans-Rudolf Zumstein, «Bruno Gisler hat bis heute klarerweise nicht die Wahrheit gesagt.»

Eine Pressemitteilung seitens des Nordwestschweizerischen Schwingerverbands zum «Fall Gisler» wird es indes nicht geben. Verbandspräsident Daniel Dreier bestätigte gestern Abend auf Anfrage, dass der Fall für den Teilverband erledigt sei und man nun wieder nach vorn schauen wolle.

Gisler äussert sich nicht

Gegenüber dem Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio SRF begründete er zudem, dass es nicht Sache des Teilverbands sei, diesen Fall zu beurteilen. Bruno Gislers Frau sagte auf Anfrage des Radiosenders nach einem Interview mit dem Schwinger, dass ihr Mann sich nur äusserte, wenn es der Verband von ihm verlangte.

Davon abgesehen verlief die DV ohne Zwischenfälle. Der Verbandsvorstand ist bestätigt worden und auch die Jahresrechnung, die ein Vermögen von gegen 180 000 Franken ausweist, gab zu keine Diskussionen Anlass. Freude herrschte bei den Ehrungen, als der Aargauer Josef Broch die höchste Auszeichnung in Form der Ehrenmitgliedschaft zugesprochen erhielt.

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